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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rauchvcrzeyruiig.

Da der Rauch (s. d.) sich bei unvollständiger Ver-brennung bildet u. diese entweder in einer zu nie-drigen Verbrennungstemperatur ob. einem nicht ge-nügenden Sauerstoff. (d.h.Luft-) zufluß zur Flammeihren Grund hat, so liegen in der richtigen Zufuhr-nng der Verbrennungsluft und in einer möglichsthohen Verbrennnngstemperatnr die wichtigstenMomente für jede rauchfreie Verbrennung. Beider Zimmer- und Küchenfeuerung ist es nament-lich der Rost, aus welchen man seine Aufmerksamleitzu richten hat. Die sowol in gesundheitlicher wieökonomischer Beziehung (Verschwendung von Brenn-material, geringererWärmeefsect) wichtigeR. wurdezwar schon seit ziemlich lange, in neuester Zeit aber(bes. in England nach dem 1854 in London erschie-nenen Rauchverbietnngsgesetze, dem ein ähnliches inFrankreich folgte) vielfach angestrebt. Alle Rauch-verbrennungseinrichtungen oder rauchverzehrendenFeuerungen lassen sich nach folgenden Gesichtspunk-ten eintheilen: 4) die F-euergase u. unverbranntenTheile des frisch aufgeworfenen Brennmaterials wer-den einer großem Warme ausgesetzt u. dadurch ver-brannt. Man sucht dies zu erreichen: a) indem mandieselben über ein zweites, besonderes Herdfener mitentgasten Kohlen (Cokes, Holzkohlen) oder b) übereine Schicht brennender Cokes ans demselben Rostleitet (Kettenroste). Feuerungen der ersteren Art(System de Buzoniere, ausgeführt von Fairbairn)sind die sog. Doppelherde od. Doppelroste, bei denensich zwei, Lurch eine Chamottewand getrennte Feuer-ungen neben einander befinden, welche nun abwech-selnd beschickt werden. Während das Feuer des einenRostes in vollem Gange sich befindet, wird ans demzweiten frisches Brennmaterial anfgegeben; die hier-bei sich jedesmal erzeugenden unverbrannten Gaseund mit fortgerissenen Kohlentheilchen werden nunweiter hinten von der Flamme des andern Feuersverbrannt. Beide Feuerungen dürfen indessen nichtzu breit sein, auch ist die Mischung der Gase beiderHerde u. damit dieR. stets nur eine theilweise. Ähn-lich ist die Corbinsche Feuerung. Bei der zwei-ten Art geschieht die Verbrennung der Rauchsubstan-zen mit Hilfe des Kettenrostes (System Tailfer). DieRostfläche, welche hier ans kürzen, kettengliederartigverbundenen Noststäben besteht, ist beweglich u. laustüber zwei am vordem u. hintern Ende eines wagen-artig in den Fenerraum zu schiebenden Gerüstes an-gebrachten Rollen. Nahe über dem vorder» Endedes Rostes, welcher durch Riemscheiben langsam inBewegung gesetzt wird, befindet sich der mit gleich-mäßig kleingeschlagenen Kohlen gefüllte Schütlkasten,der seinen Inhalt infolge der Bewegung des Rostesgleichmäßig auf diesen vertheilt. Die auf der Mittedes Kettenrostes am lebhaftesten brennenden Kohlenwärmen die vorderen aus dem Schüttkasten ans denRost gelangenden Kohlen vor n. verbrennen die all-mählich entstehendenDestillationsproducte derselben;am hintern Ende des Rostes fallen die ausgebrann-ten Kohlen und Schlacken von selbst in den darunterbefindlichen Aschensall. Der Kettenrost gebraucht je-doch eine bedeutende Menge Kraft, wirst leicht unver-brannteKohlen ab u. hat eine große Abnutzung. Ähn-lich ist Colliers rotirender Rost rc. Ebensalls ihresKraftverbranchs wegen und weil sich die Stärke derFeuerung bei ihnen nur schwer ändern läßt, sind dieS ch ü t t e lr o st e u. ähnliche eine selbstthätige Verthei-

lnng der Kohlen ans die Roste bezweckenden Apparatemeist in der Praxis nicht von dem verheißenen Er-folge. e) Indem man die Feuerlust über eine hinterdem Roste befindliche Schicht von glühendem porö-sem Material, z. B. Chamotteröhren, Bimsstein rc.hinwegleitet, od. ä) durch eins, unter der aufgewor-fenen Kohle liegende glühende Coaksschicht führt(Heizung von oben nach unten, Roste mit umgekehr-ter Flamme), od. durch gute Vertheilnng der in denRost geleiteten Verbrennnngslnst die völlige Ver-brennung bewirkt. Beim Treppenrost sind die Rost-stäbe durch breitere Eisenplatten ersetzt, welche inAbständen von 4—6 em stufenförmig über einan-der angebracht sind. An die unterste Platte schließtsich gewöhnlich noch ein kleinerer Barrenrost; dasBrennmaterial wird nun beim Ausgeben über diesestufenförmig nach hinten zu abfallenden Rostplattenvertheilt, die Zwischenräume der Platten gewährender frischen Luft überall genügenden Zutritt u. dasunten auf dem Barrenrost am lebhaftesten brennendeFeuer verzehrt zugleich den Rauch des auf den obe-ren Schichten liegenden Materials. Durch solcheTreppenroste wird, wegen der innigen Mischung derGase mit atmosphärischer Luft, in den meisten Fälleneine rauchfreie Verbrennung erzielt; außerdem ge-währen sie den Borthsil der Benutzung von klein-stückigem Material, z. B. Braunkohle. In ähnlicherWeise ist Langens Etagenrost eingerichtet, nur sindhier die Zwischenräume 12 em weit u. es wird durchsie das Brennmaterial auf die einzelnen Etagen anf-gegeben n. zu etagenförmig über einander liegenden,hinten offenen Fächern erweitert. An das unterstelängste Fach schließt sich wieder ein Barrenrost, derunmittelbar, wie beim Treppenroste, vor der Feuer-brücke liegt. Ans demselben Principe beruht endlichnoch die Pnltfeuerung von Wedgwood, welcheaber nur für Holz anwendbar, dort aber vorzüglichist. Doch sind auch Torf- u. Kohlenpnlte constrnirtworden. Bei ihr streicht die Luft von oben nach untendurch den Brennstoff, was eine vorzügliche Ver-brennnng aber ein Versetzen der Feuerzüge mitFlugasche zur Folge hat. Sehr viel angewandt wirdjetzt (seit 1873) der amerikanische Palentrost, einhorizontalerRost mit durchbrochenen Roststäben, wo-durch eine gute Vertheilnng der zngcsührten Luft u.eine Couservirung der Roststäbe zugleich erzielt wird.

8) Die Gase werden durch Einführung frischeratmosphärischer Luft in den Fenerraum entzündet(Prideauxsche Feuerung, wobei der Luftzutritt durcheine bes. hierzu construirte Feuerthllr, u. Feuerungvon Wye Williams, wo er in feinen Strahlen durchÖffnungen oder einen Spalt in der Fenerbrücke er-folgt). Die Einführung der Lust in de» Fenerraumunmittelbar vor oder hinter der Fenerbrücke erfolgtauf verschiedene Weise, z. B. wird die Lust durch inder Mauerung des Feuerranms angebrachte Kanäleeingesührt, welche sich in einem gemeinschaftlichenKanal unter od. innerhalb der Fenerbrücke vereini-gen und so durch die von den Wänden ausgestrahlteWärme erwärmt. Bei den Feuerungen mit Luftein-führnng ist wol zu beachten, daß bei Zuführung kalterLust leicht eine weitere Abkühlung u. damit oft erstrecht eine Rauchbildung erfolgt aber auch wenn durchpassende Zuleitung für genügende Erhitzung der Lustgesorgt ist, so kann nur während des Aufschüttensvon frischem Material, also während der Dauer der