Räuchcrpapicr —
besonderen Räucheraltar dargebracht. In derältesten Christlichen Kirche war das R. als heidnischverboten, daher diejenigen Christen, welche sich zurZeit der Christenversolgnngen znrn R. zwingen lie-ßen, als 'Inriüoati excommunicirt wurden. Als derCultns in der Kirche seit dem 4. Jahrh. glanzvollerwurde, wurde auch das R. wieder eingesührt n. istin der Katholischen Kirche bcibehalten worden, wodie Heiligenbilder, Reliquien, Monstranz, Altäre,einzuweihende Orte rc. beräuchert werden; bei Lei-chenbegängnissen wird auch das Rauchfaß dem Sargevorgetragen und derselbe vor dem Einsenken in dieGruft beräuchert. b) llm verdorbeneLnft zu reinigen,d. h. die in derselben vorhandenen Miasmen, schäd-liche Gase u. Sporen zu vertilgen, z. B. bei Pocken,Cholera, Nerven-u. Faulfiebern rc. Am besten wirktChlor, welches man am einfachsten in Porzsllan-schaalen od. Tellern ans Chlorkalk u. Salzsäure od.Braunstein, od. (wenig) chlorsanrem Kali n. warmerSalzsäure rc. entwickelt. Für Schwefelwasserstoff n.ähnliche Gase kann auch schwefelige Säure (durchAbbrennen von Schwefel erzeugt) mit Erfolg ange-wandt werden, zumal sie der Gesundheit lange nichtso schädlich als Chlor ist, vor dessen Einathmungman sich sorgfältigst bewahren muß. e) Um Fleischod. Fische zu conserviren. Alles Fleisch, welches ge-räuchert werden soll (Rauchfleisch), muß vorher inPöckel gelegt, od. mit Salz n. Salpeter, welcher dieaus dem Fleisch austretende Feuchtigkeit auflöst,tüchtig eingerieben werden, so Rindsziingen, Speck-seiten, Gänsebrüste, Schinken. Durch das R. wirddem Fleische einerseits Feuchtigkeit entzogen, ander-seits werdendemselben gewisse antiseptische (fäulniß-hinderiidc) Stoffe, welche man gewöhnlich Creosotnennt, u. die sich im Rauche finden, einverleibt. DerRauch darf nicht zu warm daran kommen, weshalbman eigene Räucherkammerndazu hat, in denen mandie zu räuchernden Gegenstände an Bindfaden oderkleinen Kettchen aufhängt, auch wol die zu räuchern-den Gegenstände mit Kleien bestreut u. mit Papierumwickelt. Zum R. dient grünes Reisig von Tan-nen, od. Fichten auch wol Buchen u. vorzüglich vomWachholderstrauch. Vom Torfrauch nimmt LasFleisch meistens einen unangenehmen Geschmack an.Zu lange darf das Fleisch nicht in dem Rauch hän-gen, indem es zwar dann haltbarer, aber auch zäherund unverdaulicher wird. Das geräucherte Fleischhängt man in einer luftigen Kammer auf und legtes daraus schichtweise u. abwechselnd mit trockener,durchgesiebter Asche bestreut, in Kisten, welche aneinen trockenen, luftigen Ort gestellt werden. InWestfalen spundet man das Geräucherte Ende Maiin Fässer. Eine andere Methode, Fleisch zu räuchern,ist die mittels Rauchdämpseu, wobei es in wenigStunden gar geräuchert wird u. weniger au Gewichtverliert. Man legt das Fleisch in Wasser von 60° R.,streut u. reibt es, wenn es durchwärmt ist, mit Sal-peter u. Salz ein, überzieht dasselbe mit einer Rinds-blase, worin es fest eingeschlossen wird, u. hängt essogleich in heiße, dichte, durch ein starkes Schmauch-feuer aus feuchtem Holze erzeugte Nauchdämpfe vonetwa 100 —120" 0. Statt des R-s wendet manjetzt auch Salicylsäure rc. an (s. Conserve u. Fleisch-conservatioii). Übrigens verliert das Fleisch durchjede Art der Räucherung, ebenso wie das Pöckelfleisch(s. Pöckelu, an Nährkraft. Jungck.
Rauchverzchrmisi. -15
Niiircherpapier, man hat 2 Sorten: je nachdemes beim Räuchern verbrennen soll od. nicht. Für dieerstere tränkt man dünnes Papier mit einer Lösungvon Salpeter in 8 Theilen Wasser, trocknet, be-streicht es beiderseits mit einer gesättigten Lösung vonBenzoe, Myrrhe, Weihrauch ic. in Alkohol od. mitRäncheressenz u. trocknet rasch. Für die zweite Sortewird starkes Papier in eine Lösung von Alaun in 15Theilen Wasser getaucht, getrocknet u. auf der einenSeite mit Benzoe, Weihrauch n. Tolu- od. Perubal-sam, welche vorher zu gleichen Theilen zusainmeiige-schmolzen sind, überstrichen. Beim Gebrauch wird esmit der bestrichenen Seite nach oben über eine Lampegehalten, oder ans den warmen Ofen gelegt. Jungck.
Näncherpnlver, Gemisch trockener, grob ge-pulverter , brennbarer Materialien, zum Räuchernin Zimmern. Die vorzüglichsten Bestandtheile sindBernstein, Benzo'e, Weihrauch, wohlriechende Harze,auch verschiedene Blumenblätter. Besonders beliebtist z. B. das Berliner Königs-R.: je 80 TheileZimmtcassia und Gewürznelken, je 113 Theile Beil-chemvurzel und Storax, je 161 Theile Lavendel-blumen u. Rosen werden grob zerkleinert resp. zer-schnitten, dann dieVeilchenwurzel beliebig grün, gelbod. blau gefärbt, die Rosenblätter auch wol durchsehr verdünnte Schwefelsäure mehr geröthet, dasPulver wird sorgfältig gemischt und ihm dann eineLösung von je 2 Th. Nelken-, Lavendel-, Bergamott-u. Citronenöl u. 1 Theil Orangenblüthenöl iu27Ge-wichtstheilen Alkohol mit den Händen incorporirt.
Rauchfleisch, s. n. Räuchern. (Jungck.
Ranchfrost (Rauhreif), Niederschlag von Eis-krystallen auf rauhen Oberflächen, bes. der Bäume,Grashalme rc., wodurch diese wie.überzuckert erschei-nen. Er entsteht bei kaltem nebeligem Wetter, undzwar an rauhen Flächen, weil diese das Ansehen vonKrystalleu begünstigen; außerdem ist unter solchenUmständen die Luft stark positiv, die Bäume rc.also durch Vertheilung negativ elektrisch, so daß siedie gefrierenden Nebeltheilchen anziehsn; die einmalangesetzten Eiskrystalle werden ebenfalls negativelektrisch u. wirken wieder anziehend auf neue Ne-beltheilchen rc. Diese aber müssen einander, weilgleichnamig elektrisch, gegenseitig abstoßen, so daßdie neben einander sitzenden Krystallnädelcheu diver»giren, ans dieser Anziehung und Abstoßung er-klärt sich die oft äußerst zierliche Verästelung derR-llberzüge, die im Winter den schönsten Schmuck derBäume bilden, freilich bei zu massenhafter Anhäu-fung durch ihr Gewicht ein Brechen der Äste herbei-führen. Von anderer Art ist der bei Plötzlich eintre-tendem feuchtem u. warmem Wind sich bildende, eben-sallszuweilenR. genannte Überzug,der entsteht, wennMauern, Bäume rc. noch nichtüber den Gefrierpunktdes Wassers sich erwärmt haben. Wimmenauer
Nauchledcr (Ranhleder), ölgares Leder, dessenNarben nicht abgestoßen wurden indessenFleischseitegeschwärzt ist. Es ist seiner Weichheit wegen zuDamenstieselu beliebt.
Nauchmantel, eine gemauerte Bedeckung desKüchenherds, welche sich in eine Esse verengt u. meistmit einer von unten zu schließenden eisernen Klappeverschlossen ist; dient, den Ranch aufzunehmen u. denLuftzug in der Küche durch die Esse zu hindern.
Nauchtopas, richtiger Ranchqnarz, s. Quarz.
Nauchverzehrnng (Rauchfreie Vsrbremiungk.