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Rauch —
Don Sauerstoff resp. atmosphärischer Luft, od. starkerAbkühlung der Flamme, z. B. bei nassem Holze,schlechter Feuernngsanlage, oder beim Aufschütteneiner größeren Masse Brennstoffes auf den Rost, wodann eine Menge Destillationsproducte entstehen,welche theilweise unverbrannt entweichen: bes. ist dieR-bildung aber den dichten Brennmaterialien, wieSteinkohle (Nußkohle) u. Braunkohle, eigeuthllmlich,weil dieselben eines höheren Wärmegrades zu ihrerZersetzung bedürfen, dann aber sogleich eine größereMenge gasförmiger, sich leicht unter Abscheidung vonKohle zersetzender Destillationsproducte entwickeln;sehr flüchtige Stoffe, wie Äther u. Alkohol, u. gas-freie Brennmaterialien, wie Holzkohle und Coaks,liefern das Beispiel einer vollkommenen rauchfreienVerbrennung; s. Heizung u. Ranchverzehrnng. 3)Bgl. Höhenrauch. Jungck.
Rauch, Christian, berühmter Bildhauer, geb.zu Arolsen 2. Jan. 1777, st. zu Berlin 3.Dec. 1857.DerSvhn eines fürstlich waldcckischeuKammerdienersward er 1799 Lakai Friedrich Wilhelms II. u. dannder Königin Louise. R. hatte schon früher daheim n.darauf beim Bildhauer Ruhl in Kassel einigen Fach-unterricht genossen und erwarb sich nun in seinenMußestunden eine weiter gehende künstlerische Bild-ung. Aber erst nach 7 Jahren erhielt er seine Ent-lassung u. eine kleine Pension, mit der er nach Romging, wo er mit W. v. Humboldt, Thorwaldsen undCanova verkehrte. Auch die antike Kunst machte aufR. ihren Einfluß geltend, wie sein erstes größeresWerk, das 1814 in Marmor vollendete Grabdenkmalder Königin Louise imMausoleum zu Charlottenburgzeigt. Bon nun an folgte eine lauge Reihe monu-mentaler Werke, die Statuen Blüchers, Scharnhorsts,Bülows, Jorks, Gneisenaus. Mit ihnen that R.einen weiten Schritt über die Stellung Schadowshinaus, als dessen Schüler er sich vor seiner Rom-sahrt betrachtet, indem er der modernen Porträt-statue das Recht u. die Pflicht historischer Treue er-oberte. Das Denkmal Friedrichs II. hat seines Glei-chen kaum in der Kunst der Neuzeit. Als die Ar-beiten seines spätenAlterssiuddie Denkmäler Thaersund Kants zu nennen. Dazwischen aber liegen eineMenge hochberühmter Werke: die Statue des Kai-sers Alexander für den Grafen Ostermanu-Tolstoi;zweiweitereBlücherstaluen;dasMonumcntFranckesin Halle, 1826; Goethes in Frankfurt a. M., 1826,dessen Statuette; die sitzende Statue des Königs MaxJoseph in München, 1829; das Lutherdenkmal inWittenberg; das Dürerdenkmal in Nürnberg; dieStatuen der Polenkönige Mieczyslaw und BoleslawChrobry in der Hauptkirche zu Posen, 1840; dieBasreliefs am Sarkophag Scharnhorsts; die Sta-tuette der Jungfrau Lorenz von Tangermünde ansdem Rücken eines Hirsches; die weltberühmten Vic-torien in der Walhalla; die beiden Victorieu vor demkleinen Pavillon im Garten zu Charloltenburg; dasPantherrelief; zahlreiche Porträtbüsten, so Friedr.Wilhelms II.,Friedr. Wilhelms III., JorksvonWar-lenburg, Dürers rc. in der Walhalla, Thorwaldsens,Hufelands rc., die Statuetten des Glaubens, derLiebe u. der Hoffnung in Arolsen; das Grabmal derKönigin von Hannover u. v. a. In allen WerkenR-s tritt ein unverrückbar auf das Ganze gerichteterBlick, ein unwandelbar seines Zieles bewußtes Stre-ben nach überzeugender Wahrheit der individuellen
- Räuchern.
Auffassung vereint mit idealer Schönheit der For-men. Das nicht ohne Mühe Errungene geistig durch-dringend und sesthaltend, war R. ein unübertreff-licher Lehrer, der die Berliner Bildhauerschule zwarnicht gründete, aber ausbildete, Schüler wie Riet-schel u.Drake heranzog u. jenen in fast ganz Deutsch-land Geltung verschaffte. In seinen Werken zeigtsich der Realismus in seiner edelsten Gestaltung undselbst ideale Aufgaben werden in einem realistischenSinne gelöst, und das Verständige, vielleicht etwasNüchterne, die größte Gewissenhaftigkeit, die auchdas Kleinste nicht vernachlässigt. Bgl. F. u. K. Eg-gers, Chr. Dan. R., Verl. 1876. N-gn-t.
Nauchapparate, s. Feuerlöschgeräthe 8).
Näucheressenz dient zur Parsümirnng der Zim-mer rc. Man löst z. B. in 3 l stärkstem Weingeist:750ATolubalsam, 250^ Perubalsam, 250 x Berga-mottül, 375 § Citronenül, 500 § Lavendelöl, 150 ZNelkenöl u. je 15 A Rosen-, Cassia- u. Cascarillenöl.Beim Gebrauch verdampft mau sie am besten aufdem erwärmten Ofen.
Näuchercssig wird erhalten, wenn man eineRäucheressenz mit concentrirter Essigsäure versetzt,od. man nimmt dazu eine Mischung von RömischenCamillen, Wachholderbeeren, Pomeranzeublüthen u.Eisessig. Die R-e dienen demselben Zwecke wie dieRäucheressenzen (s. d.) u. werden ebenso augewendet.
Räucherkerzchen, aus wohlriechenden Harzenu. Balsamen mit Kohlenpulver, Salpeter und Tra-gantschleim gefertigte kleine Pyramiden. Man hatdazu sehr verschiedene Mischungen, z. B. 1 TheilRosenöl wird zu einem Gemisch von je 16 TheileuWeihrauch u. Storax, 8 Theilen Salpeter, 20 Thei-leu gepulverter Rvsenblätter u. 80 Theileu feinstemHolzkohlenpulver gesetzt u. das Ganze mit einer Lös-ung von 2 Theilen Gummiarabicum in 32 TheileuWasser zu einem Teige geknetet, gut durchgearbeitet,geformt und getrocknet: schwarze R. Man kanndurch Vermehrung od. Zusatz dieses od. jenes Thei-les den Geruch desselben hervorheben, daher Am-bra-N., Rosen-R.; Rothe od. Indische R. er-hält mau durch rothes Sandelholz, Aloeholz, Zimmt-riude, Rosen- od. Cedernholz, Benzoe, Storax, Nel-ken, Sassafras, Myrrhen, Vanille, Salpeter, Tra-gautschleim, Moschus, Zibeth, graues Ambra; nimmtman Berlinerblau statt der Kohle, jo erhält manBlaue R. Smigck.
Räuchermittek, Mittel, um mittels angewen-deter Wärme Wohlgerüche hervorzubringen. Daseinfachste R. sind Parfüms, bes. Lau cks Lavanäs,od. Lau äs OolvAns, aus ein heißes Blech gebracht,ebenso Veilchemvurzel mit Weingeist abgezogen, vgl.u. Räuchern, Räucherpapier, Räucheressig, Räucher-kerzchen, Räucherpulver. Bei den Alten war Schwe-fel ei» beliebtes R., welches schon Homer kennt, zurVertreibung schlechter Gerüche. Jungck.
Raucher» geschieht: a) um angenehme Gerüchezu verbreiten, s. Rauchermittel. Hierher gehört dasR. als Theil des religiösen Cultns; man verbranntedabei wohlriechende Stoffe, bes. Harze. Nach Grie-chenland soll Bakchos das R. beim Cultns ans demOrient gebracht haben. Dem Jehovah zündeten disJuden nicht nur bei mehreren Speisopfern Weih-rauch an, sondern weihten demselben auch Morgensu. Abends ein besonderes Räucheropfer im Tem-pel. Das Räucheropfer wurde im Heiligen auf einem