Raubvögel
Zehen- theils Sohlengänger. Verbreitet über die!ganze Erde, erreichen sie ihre höchste Entwickelungin den Tropen. Fossil fanden sie sich schon in jünge-ren Tertiärbildungeii, in der Diluvialformation tre-ten größere Formen als die heutigen auf. Man theiltdie R. in 6 Fam.: 1. Fam. Ilrsicka Bären,
2. Fam. Llustsliäa k-^aAn., Marder, 3. Farn. Vi-vsrriüapI^aA».,Viverren,4.Fam.8z-asnickak4sirsn.,Hyänen, S. Fam. Oaniäa, MrAn., Hunde, 6. Fam.b'eliäa pssag-r., Katzen. Farwick.
Raubvögel, Ikaptatorss MF., Ordnung derVögel. Luftvögel, deren Körperbau ihrer Natur alsRaubthiere angepaßt ist. Der Schnabel ist kurz od.mittellang, kräftig, seine Ränder scharf; der hackig ge-krümmte Oberschnabel greift über Len Unterschnabel,ist an der Spitze oft gekerbt od. geschweift, sein Grundvon der sogen. Wachshant, in der die offenen Nasen-löcher liegen, überkleidet. Ihr kräftiger Kopf istkugelig, der Scheitel meist platt u. breit; die Angenliegen nach vorn gerichtet, sind scharf- u. fernsichtig;die großen Flügel tragen 10 starre Handschwingen;Beine stark und kräftig; Zehen mit großen, spitzen,stark gekrümmten und unten rinnig ansgehöhltenKrallen. Die äußere Zehe ist oft eine Wendezehe,wird beim Greifen nach hinten gerichtet. Der hoheBrustbeinkamm gewährt den kräftigeil Flugmnskelneine weite Ansatzfläche. Bezüglich der inneren Struc-tur istFolgendes bemerkenswerth: dieZungeist breit,vorn stumpf od. leicht getheilt, ihre Ränder sind glattoder gezähnt. Ein stark muskulöser Kropf ist vor-handen. Der Magen ist sackartig u. dünnwantüg. DieMännchen sind stets kleiner als die Weibchen, ihrGefieder nur in wenigen Fällen von schönerer Färb-ung. Ihre Beute besteht in meist lebenden u. warm-blütigen Thieren. Kleinere Thiere werden mit Hautu. Haaren verschlungen, von größeren werden ein-zelne Bissen abgernpft. Die unverdaulichen Theileder Nahrung, als Haare, Federn, Knochen, werdenim Kropf n. zumTheil im Magen zu Ballen geformtu. als Gewölle wieder ausgewlirgt. Die R. trinkennicht. Die Farbe des Gefieders ist düster, in denwarmen Gegenden braun, in den kalten Zonenweiß u. schwarz. Das kunstlose Nest ist bodcn-, zu-meist jedoch hochständig. Die Zahl der Eier ist beiden größeren Arten in der Regel 1—2, die kleinerenlegen bis 7 rundl. Eier. Die Jungen sind Nesthocker.Verbreitet find die R. über die ganze Erde. Fossilkommen sie vom Eocän bis zum Diluvium vor. Diefrühere Eintheilung in Tag- u. Nacht-R. hat sich alseine mangelhafte erwiesen und ist daher anfgegeben.Man stellt jetzt folgende Familien auf: 1. Ltri^iäasEulen, 2. Oatliartiüas Lx., umweltlicheAasvögel, 3. 6/paöbiäas 6b-aF. u. 4. Vnltmrickas,altweltliche Geier, 5. b'g.Ioonickas T,sae/r., Falken,mit den kknterfam. L.gniiinas Kos., Adler, Lutsorn-äasäbvs., Bussarde, Uilvinas Lp., Milane, 6ir-einas Lx>., Weihen, ^.ceixitrinas Ävs., Habichte,^aloonickas Sw«., eigentliche Falken u. a., 6. Fam.OxpoAsrsmickas-8F., Stelzengeier. Bei den R-nhat man folgende waidmänuische Ansdrücke .-Fange,die Füßen. Krallen; Ständer, die Beine; Hosen,die Besetzung der Ständer mit Federn; Horst, Nest;horsten, nisten; abstreichen, vom Horste oderBaume abfliegen; aufhaken, sich auf einen Ortnieirerlasfen; auf den Raub stoßen, sich auf le-bendige Geschöpfe herabftürzen; sangen, schlagen,
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! den Raub mit den Fängen ergreifen; kröpfen, fres-sen; Fraß heißt die Nahrung; Gewölle die Ballenunverdaulicher Nahrung, als Haare, Fischgräten rc.,welche sie ausspeien; schmeißen, sich des Unrathsentledigen. Man schießt die R. aus der Krähen -Hütte, auch im Frühjahr, während sie brüten, vomHorste weg; fängt sie im Habichts- od. Falkenkorb,im Habichtsstoß(Rönne,Stoßgarn)u.initTellereisen.
Farwick. Wunmenauer
Raubwese», erwerbsmäßig betriebener Raub;tritt fast immer als Symptom ungeordneter politischerVerhältnisse oder politischen Verfalls auf, so bes. imMittelalter. Am schlimmsten war es im 10.—14.Jahrh., wo die Ritter von dem Stegreif (Raubritter)ihr Wesen in Deutschland trieben, ohne daß selbst derKaiser (am kräftigsten griff Rudolf von Habsburgein) dem Unwesen gründlich zu steuern vermochte.Endlich half Maximilian I. durch den Ewigen Land-frieden und durch Strenge dem Übel ab. In derneuesten Zeit hat das R. in Europa fast ganz auf-gehört, mit Ausnahme einiger Mittlern u. südlichenTheile. In Italien vereinigen sich seit alten Zei-ten Räuber bandenweise (daher Banditen), erwäh-len den Kühnsten zum Hauptmann u. sie lauern aufVorüberreisende. Die früher beliebteste Art u. Weise,die Reisenden u. Posten offen anzugreifen, hat na-mentlich seit Einführung der Eisenbahnen meist Ver-ändern Platz gemacht, Menschen zu rauben u. vonihren Angehörigen ein hohes Lösegeld zu erpressen,in dessen Ermangelung die Geraubten ermordet wer-den. Dies übt noch jetzt die mächtige Mafia in Si-cilien. Das geeinigte Italien hat schon sehr viel zurAusrottung der Räuber gethan u. namentlich sie aufdem Festlande des ehemal. Reiches beider Sicilienfast ganz beseitigt. In Griechenland hat dasRänberwesen in neuester Zeit ziemlich abgenommeu.Verhältnißmäßig stark ist es immer noch inU ngar nvertreten. In Spa nien waren schon die Guerillasin dem Franz. Kriege halb Räuber, halb Krieger n.verschmähten es oft nicht, nachdem sie eine franz.Abtheilung niedergemetzelt hatten, ihre Landsleuteu. Kampfgenossen, Spanier n. Engländer, auszn-plündern. Nach der Auflösung des Heeres und dieMassenabsetzung durch die Restauration ergriffenviele aus Noth zur Räuberei, ein Übelstand, der sichnach dem Abzüge der Franzosen noch verschlimmerte.In England gab es ehedem Räuber (Highway,men), welche beritten, vermummt u. mit bemaltemGesicht die Postkutschen od. andere Reisende anfielen.Im Innern Asiens u. Afrikas wohnen ganze Räu-berstämme n. sogar der Sturz u. die Neubildungvon Dynastien ist dort keine Seltenheit. Räubereigener Art sind u. waren die Flibustier u. Seeräu-ber (Piraten), s. b. He,me-Am Rhyii.
Naudwespen, ältere Gruppe der Hautflüglermit Giftstachel, dis Ameisen, Wespen, Grabwespenu. a. umfassend; sie nähren ihre Brut theils vonJn-fecten, theils von Pflanzenstoffen, manche (Wespen)bes. von dem Len Bienen geraubten Honig.
Raubzeug (Iägerspr.), so v. w. Raubthiere.
Rauch, 1) die bei unvollständiger Verbrennungmit Len gasförmigen Verbrennungsproducten ent-weichenden und in Form einer Wolke aufsteigendenKohlentheilchen, brenzlichen Öle, Dämpfe rc., welchesich an kälteren Stellen absetzen und so den Ruß er-zeugen. Der R. entsteht bei ungenügendem Zutritt