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Ratten —
tnr zurück, trennte sich aber in derKammer von denRadikalen und war seit 1852 Führer des von ihmgegründeten linken Ccntruins. Im Oct. 1853 trater als Justizminister in das Cabinet Cavour, nahmim April 1855 mit dem übrigen Cabinet seine Ent-lassung, erhielt 31. Mai im neuen MinisteriumCavour das Portefeuille des Innern, legte dasselbejedoch Jan. 1858 nieder. 1859 wurde er Kammer-präsident, 19. Juli aber in dem von ihm gebildetenCabinct Minister desJnnern, was er bis Jan. 1860blieb. Im Febr. 1861 wurde er wieder PräsidentderKammer, in der er eine Mittelpartei führte. Ni-casoli machte er stets Opposition. Am 3. März 1862bildete er abermals ein neues Cabinet, wurde Prä-sident u. Minister des Äußeren. Die Actionspartei,welche ihn als Beförderer der Pläne ans Nom bis-her unterstützt, wurde lau gegen ihn, als er Gari-baldi am Römerznge hinderte u. ihn im Ang. sogargefangen nehmen ließ; auch machte Frankreich nicht diekleinste Concession in der Römischen Frage; der Ver-mählung R-s mit Marie Solms, der Tochter desengl. Gesandten Wyse von Lätitia Bonaparte (s. d.19),schrieb man einen großen Einfluß Napoleons III.auf N-s Politik zu. Am 1. Dec. 1862 trat R. ab;wieder wurde er Mitglied der Kammer, bildete hierdie Dritte Partei, brachte aber seine Erwählung zumKammerpräsidenten Dec. 1865 nicht durch. Am 10.April 1867 wurde R. Präsident und Minister desInnern im neuen Cabiuet. Unter ihm wurde Italienzu den Londoner Conserenzen wegen Luxemburgs zu-gelassen; aber die Finanzen blieben trostlos u. seinVorschlag der Liquidirung der Kirchengüter wurdeim Juni 1867 von der ZweitcnKammer verworfen.R. ließ sich nun aus Modifikationen ein und brachteso das Gesetz durch. Als die Actionspartei u. Gari-baldi sich abermals nach Rom ausmachten, ließ N.Letzteren 24.Sept. verhaften, erregte aber einen sol-chen Sturm, daß er seine Stellung gefährdet sah.Die Kammer grifs ihn bitter an, Frankreich fordertevon ihm das entschiedene Aufgeben der römischenPläne: R. wagte Letzteres ebenso wenig wie offenenAnschluß an die Actionspartei, u. gab l9.Oct.1867seine Entlassung. Bis znm Eintritte des neuen Mi-nisteriums besorgte R. nur die lausenden Verwalt-nngsgeschäfte, 27. Oct. konnte er sich znrückziehcn.R. behielt als ausgezeichneter Redner in den Reihender Opposition gegen die Regierung stets Einfluß,schadete sich aber durch seine der CharakterfestigkeitentbehrcndePolitik. Erst.inFrosinone,5.Jn»i1873.Vgl. Morelli, Ilrbano Hatstarm, politstco,
Pad. 1874. Seine Gemahlin, gcb. 25. April 1835(s.o.), heirathctel850 einen ElsässerNamensSolms,der sich aber bald von ihr scheiden ließ, worauf sieein abenteuerliches, ungebundenes Leben führte, end-lich sich auch mit Schriftstellerei abgab, durch den Um-gang mit Sue u. Ponfard daraus geführt; aus einerihrer italienischen Reisen mit R. bekannt geworden,führte sie dieser heim, u. nun begann sie ernstlich zuschriststellern, trat mit Dramen u. Romanen hervor,die Beifall fanden; beachtenswerther aber sind ihrRLvs ä'uns amditisuss, Par. 1868, 2 Bdc., eineArtSelbstbivgraphie, u. liorsnoo, 1870, enthaltendPorträts, Zeitgeschichte und Bekenntnisse. Sie ver-öffentlichte auch R. und seine Zeit (sranz., ital. unddeutsch), Par. 1877. Kiemschmidt.
Ratten, die größeren Arten derMäuse, bis über
Natzeburg.
Z2 em lang; Ganmcnfalten in der Mitte nngetheilt,Beine plump, Schwanz 200 u. mehr Ringel. Hier-herLIusr-atstusL.,,Hausratte; 18 em lang; SchwanzüberKörperlänge;schieferschwarz,unten wenig Heller;Ohr bedeckt, angedrückt das Auge; hält sich in denoberen Räumen der Häuser, bcs. Kornböden, auf.Dem Allerthume unbekannt «änderte sie im frühenMittelalter (althochdeutsch rato) von O. her nach Eu-ropa. Früher zahlreich u. eine Landplage, ist sie jetztsast ansgestorbcnj nur noch kleineOrtschasten n. Land-güter weisen sie in beschränkter Zahl auf. In Ame-rika , wo sie zahlreicher noch austritt, wird sie, wiefrüher in Europa, auch von der Wanderratte mehru. mehr zurückgcdrängt. Ll. äsoumg.imsl'att., Man-der- od. Schifssratte; 26 om lang; Schwanz kürzerals der Körper; braungran, unten weißlich; Ohr an-gedrückt, erreicht das Auge nicht; meist nur in denunteren Räumen der Gebäude, an Flußnfern, inStällen, Kloake»; schwimmt gern u. gut; Nahrungvielseitig, ohne Auswahl; bissig, greift sogar lebendeThiere an. Nach Pallas kehrte sie von den kaspischenLändern 1727 schwimmend über die Wolga in Ruß-land ein, verbreitete sich bald über ganz Europa u.gelangte weiter nach Amerika, im steten Kriegszugegegen die Hausratte, welche sie überall fast vollstän-dig verdrängte. Die Wanderratte ist die natürlicheTrägerin der Trichinen u. ihre Vertilgung aus die-sem Grunde schon geboten. Man hat die Erfahrunggemacht, daß sie durch Desinficiren mit Eisenvitriolgegen die Cholera geschützte Plätze vermied, u. darinein Vertreibungsmittel erhalten. Als Fangapparatedienen für gewöhnlich starke Drahtfallen u. Fang-eisen, auch wendet man mit Erfolg ein Präparat ausPhosphor unter dem Namen Rattengift gegen siean. LI. alsrancirmns VeoFr. /15 om lang, Schwanzlänger; graubraun, unten abgesetzt gelblich-weiß.Verbreitet sich von Ägypten her westwärts. Farwick.
..Nattcnberg, Stadt im tiroler Bez. Kufstein(Österreich), am Inn; zerfallenes Felsenschloß aufdem von einem Eisenbahntunnel durchbohrten Schloß-felsen, schöne alteKirche mit interessanten Holzschnitze-reien, Convent der Serviten; etwa 1150 Ew. — R.war bis 1782 Festung.
Rattenkönig, mit den Schwänzen an einandergewachsene Ratten eines Wurfes, bei der Haus- n.Wanderratte beobachtet. Die Verwachsung erfolgtinfolge dicht gedrängter Lage bei behinderter Beweg-ung bereits früh im Neste. Die Altern oder andereRatten der Umgebung füttern die in ihrer willkür-lichen Bewegung beschränkten Thiere. Farwick.
Nattcnpintscher, s. Hund.
Rattenschwanz, runde Feile.
klatum (lat.), genehmigt, gut geheißen; daher Oan-tsto rätst, Sicherheitsleistung, daß Derjenige, für wel-chen man ein Geschäft besorgt hat, dies genehmigenwerde (s. 6autstc>); snb sxe rätst, in Hoffnung derGenehmigung.
Ray (Ratze), so v. w. Iltis.Ratzebur(Ratzebnhr),StadtimKreiseNeu-Stet-tin des prenß. Regbez. Köslin, an derZarne; Kamm-garnspinnerei, Tuchweberei, Ackerbau; (1875)2248Ew. — Im Siebenjährigen Kriege wurde R. mehr-mals von den Russen geplündert.
Ratzeburg, Mecklenburg-strelitzisches Fürsten-thnm, liegt zwischen Lanenbnrg, Mecklenburg undLübeck; 373 s^slcm (6^ s^W), 17,000 Einwohner;