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Rappert —
des 10. Jahrh., sie waren Vögte von Einsiedeln.Gründer von Neu-R. soll Rudolf um 1090 gewesensein. Seit 1232 erscheinen die Herren von R. alsGrafen, aber ihr Stamm erlosch 1284 u. 1296 kamdie Grafschaft an die Habsburger. Weil sich diesean der Züricher Mordnacht bctheiligt hatten, so nah-men die Züricher 1350 die Burg ein und zerstörtensie. 1354 baute Herzog Mbrecht von Österreich siewieder auf. 1414 wurde R. fast 8 Monate lang vonden Schweizern belagert, 1458 begab sich die Stadtin eidgenössischen Schutz u. bildete bis zum Eintrittin die helvetische Verfassung eine selbständige Repu-blik. 1712 bemächtigten sich die Berner u. ZüricherR-s, n. unter deren Schutz blieb es im Vergleich zuAarau. GegenwärtiggehörtR. zumKant.St.Gallen.
Nappert, so v. w. Lastete. lH- Berns.
Rappier, so v. w. Hau- u. Stoßrappier, s. u.Fechtkuust.
Rappoldi, 1) Eduard, ausgezeichneter Violin-spieler, geb. 22. Febr. 1839 in Wien; nahm zuerstKlavier-, dann bei Böhm u. Jansa Violiuunterricht,war von 1854—61 Mitglied des Wiener Hofopern-orchesters, machte erfolgreiche Concertreisen, war1861—66 Concertmeister in Rotterdam, 1866—70Kapellmeister in Lübeck, Stettin, Prag, von 1871Lehrer an der Berliner Hochschule für Musik u. wirktseit 1877 als Concertmeister in Dresden. SeineGattin 2) Laura, geborene Kahrer, ist eine vor-zügliche Pianistin, geb. 14. Jan. 1853 in Mittelbachbei Wien; zeigte schon als Kind eine große Fertig-keit im Klavierspiel u. lernte von 1864 am WienerConservatorium unter Dachs und Dessoff, machtegroße Concerttouren nach Prag, Dresden, Berlinrc.,durch ganz Rußland, ließ sich außerdem von Heusclt,Liszt, Bülow weiter unterrichten und verheirathetesich 1874 mit dem vorgenannten R. Siebe,irock.
Rappoltstcin (Ribeaupierre), sonst Herrschaftim Oberelsaß. Unter Len alten Herren von R. istberühmt Anselm, welcher die Stadt Kolmar gegenden Kaiser Adolf von Nassau in Aufruhr brachte,aber 1293 in dessen Gefangenschaft kam u. auf demSchlosse Acheln in Schwaben starb. Von seinenGütern wurde H eiugezogen, das Übrige seinen Ver-wandten überlassen. Der letzte Herr von R. warJohann Jakob, dessen Tochter Katharine Agathe1667 den Pfalzgrafen Christian II. von Birkcnfeldheirathete; Letzterer erhielt nach Jenes Tode (1673svon Ludwig XIV. die Herrschaft zu Lehn, obgleichauch das Haus Waldeck Ansprüche erhob. Das HausBirkenfeld verlor dieHerrschaft durch die FranzösischeRevolution. Die Herren von R. trugen Las Geiger-königamt als Reichslehn, später als Lehn von Frank-reich, Kleinschmidt.
Rappoltsweiler, Kreisstadt in dem 449,SSjUIcm (8,„ UM) mit (1871) 67,102 Ew. umfassen-den, gleichnam. Kreise des deutschen Regbez. Ober-Elsaß (Elsaß-Lothringen), am Ausgang des anmuthi-gen Strengbachthales, Station (Bahnhof 5 Lin östl.von R.) der Elsaß-Lothring. Eisenbahnen; Ober-försterei, ehemaliges Stadtschloß (einst Residenz derletzten Herren von Rappoltstein u. der Pfalzgraseuvon Zweibrllcken), Augustinerkloster, schöne Prome-nade: Herrengarten (vormals Blauerlhos), Mäd-chenerziehungsanstalt (im Schlosse), Baumwollcn-spinnerei, Baumwollenweberei, Steinbrüche, Korn-,Ol- u. Sagemühlen, vortrefflicher Weinbau (R. ist
Rarefaction.
Mittelpunkt des Weinbaues im Elsaß), Weinmärkte;1875: 5785 Ew.— R. war im Mittelaller u. daraufder weitbekannte Mittelpunkt der oberrheinischenMusikanten - Gilden. Westlich über der Stadt dieRuinen der Schlösser St. Ulrichsburg, Girsberg undHohenrappoltsteiu, ferner die Trümmer der ehemalsberühmten Wallfahrtskirche zur heil. Jungfrau vonDrusenbach, der Schutzpalroniu der elsässischen Mu-sikanten. Diesehattenzu Vorstehern (Pfeiferkönigen)die Herren von Rappoltstein, denen eine jährlicheAbgabe entrichtet wurde, kamen alljährlich 8. Sept.in R. zusammen, schlichteten ihre Streitigkeiten undfeierten bei der genannten Wallfahrtskirche einenlustigen Pseifertag. — R. ist der Geburtsort desTheologen Spener. H. Berus.
Rapport (frz.), schriftliche od. mündliche Meld-ung, namentlich beim Militär für die schriftliche Auf-zeichnung der Stärke der bei Hebungen, Paraden rc.ausrllckenden Truppen unter der Bezeichnung Front-R., sowie von den Wachen für die Meldung über dieStärke der Wache, Aufstellung der einzelnen Po,, ,,».besondere Vorkommnisse als Wach-R. gebräuchlich.
Raps (Reps, Kohlsaat, Colza, LrassieaHapus),cultivirte Oelpflanze, s. u. Brassica. Man unter-scheidet Winter- und Sommer-N. Spielarten desWiutsr-R-es sind: der Uckermärker Riesen-R., derholländische R., der Zwerg-R. rc. Der N. gedeihtunter den verschiedensten klimatischen Verhältnissen,verlangt aber einen nährstoffreichen, mäßig frischenu. gebundenen, tiefgründigen Boden. Der Sommer-R. ist sehr unsicher, auch nicht so ertragreich, als derWinter-R. Gefahren für Len N. sind der Erdfloh,die R-made, der Glanzkäfer, Wurzclfäulniß, Er-frieren. AußerderBeuutzuugderSamenzuBreuuöl,kann auch dasStroh verfüttert werden; die R-schotensind ein vorzügliches Futter für Rindvieh u. Schafe.
Napskäfer, s. Glanzkäfer, sRhode.
Rapsöl, s. Rüböl.
Rapsvcrderber (Bol^äormus Bxitiasus XÄ/i»,Bisospora lstapi F^eLek), ist ein mit Bisosporaverwandter, auf Stengeln u. Schoten von Brassicablapus u. B. Bapa vorkommender Kernpilz, dessenConidienform sich im Spätsommer findet, währenddie andere, Schlauchsporeu entwickelnde Form imFrühjahr auf den dürren Stoppeln auftritt. Reich-liches Auftreten des Pilzes schadet der Entwickelungdes Rapses u. der weißen Rübe. Engl-r.
kiaptstörss, Raubvögel.
Rapti, Fluß in Indien, entspringt in Nepal amHimalaja, fließt in vorherrschend südöstl. Richtungdurch Andh u. die NWProvinzeu ».vereinigtsich mitdem Gogra. Bis Gorakpur ist er für Boote schiffbar.
klaptim (lat.), in Eile, eilfertig.
klaptus (lat.), Raub, Anfall von Raserei.
Rapunzel, die Pflanzengatt. Biizckenina; auchmehrere Arten von Oampannia.
Rarefaction (von rarslacsre, verdünnen,lockern), med., Schwund vonGewebssubstanz infolgevon Druck oder krankhaften Vorgängen. Dererstere wirkt entweder auf dieAußenfläche von Orga-nen u. wird dadurch die Dicke u. das Volumen dieserOrgane von außen her vermindert; auf diese Weisewerden die Nippen über Aneurysmen der Aorta, überLungenkrebs zu dünnenPlättchen verdünnt, derOber-schenkelkopf durch die Gelenkpfannen bei Hüftgelenk-entzündung bis auf einen Stumpf abgeschliffen; od.