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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Raphe

1er einfach leierförmig; variirt mit weißen, violettgeaderten, gelblich weißen, violett geaderten ».schwe-felgelben, gclbaderigen Bliithen; letztere ist 8. se^s-tum Äs/rb., u. unterscheidet sich von 8inapis arvsn-ois durch den aufrechten, geschlossenen Kelch, wächsthäufig auf sandigen Äckern unter der Saat als Un-kraut; der Same kann als Sens dienen (Bauernsenf),gibt auch ein gutes Öl, gleich dem Nübsamen; sonstwar er officinell; die Blätter werden gekocht als Ge-müse benutzt. Engler.

Raphe, s. Blllthe VIII., S. 575.

Raphelengh, Franz, Gelehrtern.Buchdrncker,geb. 1539 in Lannoy bei Lille; war ansangs Lehrerder Griechischen Sprache in Cambridge, wurde 1565Besitzer der Plantinischen Buchdruckerei in Antwer-pen, die er mit arabischen, Len mediceischen nachge-ahmten Typen bereicherte (vergl. dessen ZpooimcmLllaraotsriim arab. ollleinas i?Ianbinianas, Leyd.1595) u. ging 1585 nach Leyden, wo er Professor derHebräischen Sprache wurde n. 1597 starb. Er schr.u. A.: Ilpitcmio blissauri kaAniuiani, Antw. 1570u. ö.; I-sxioon arab., ox oktioina anoboris, 1613u. ö.; gab das syrische Nene Testament heraus, Ant-werpen 1575.

Naphia (Ropeh), Küstenstadt Syriens, südl. vonGaza, mit einem seichten Hafen. Hier 714 v. Chr.Niederlage der Ägypter durch die Assyrer unter Sar-gon, 217 Sieg von Ptolemäos IV. über Antiochosden Gr. von Syrien.

lkapkia Lsanv., Pflanzengatt, ans der Fam. derikalmao-I-sptoearMiao, mit dickem, geringeltemStamm, großen endständigen, gefiederten Blättern,monöcischen Blüthen n. glänzenden, zapfenförmigen,zimmtbrannen Früchten in 2 3m langen Frucht-ständen. Arten: II. basäiAsra, IHark., in Brasilien.Die Rinde der Blattstiele wird zu Flechtarbeiten, dasMark der Stämme ähnlich wie Kork verwendet; dieBlätter dienen znm Dachdecken; H. viniksraLeanv.,an der Westküste von Afrika, gibt Palmwein; II.RnIiia.Mckrk.,ausMadagascar,liesertSago. Engler.

Naphiden heißen die Krystallbündel von oxal-saurem Kalk, welche sehr oft in saftigen Gewebszellenhöherer Pflanzen, ganz bes. vieler Monocotyledonenauftreten.

Naphoe, Marktstadt in der Grafschaft Donegalder irischen Prov. Ulster; Kathedrale, Bibliothek,Waisenhaus; 1200 Ew.

Rapid (v. Franz.), reißend schnell, lebhaft; daherRapidilät, reißende Schnelligkeit; Lapiäiamorttsod. Uapiclo (Italien., Musik), schnell, flüchtig.

Napida», s. Nappahannok.

Napilli (Lapilli), Haselnuß- bis wallnnßgroßeSchlackenbrocken von poröser od. blasiger Beschaffen-heit n. brauner od. schwarzer Farbe.

Napolla, Stadt in der italien. Prov. Potenza;alte Kathedrale; 3511 Ew.

Napolläno, Flecken in der italien. Prov. Siena,Station der Oberitalien. Bahn; besuchte Schwefel-bäder; 3952 Ew.

Rapontika ist die eßbare Wurzel von Oono-bliera bisLnIa.

Napoport, Salomon Jehuda, jüdischer Ge-lehrter, geb. zu Lemberg 1. Juni 1790, aus einerangesehenen italienischen Gelehrtensamilie, von dersich ein Zweig nach Polen verpflanzte. Im Studiumdes Talmud und seiner Commentare groß geworden,

- Rapp.

zeichnete sich R. frühzeitig durch Scharfsinn n. einaußerordentliches Gedächtniß aus. Darauf mit denaltclassischen und modernen Sprachen vertrant, mitimmensem Wissen ausgerüstet, ging er an die Be-arbeitung der nachtalmndischen Literatur und wurde(neben Znnz) der Begründer einer literarisch-wissen-schaftlichen Erforschung des Judenthums. In denJahren 182931 erschienen von ihm (in der hebr.Zeitschrift Lieicnrs imltckim) die Biographien desGaon Saadia, Haja, R. Nathan (Verfasser des tal-mndischen Lexicon Lrnoli) und der nordasrikanischenGelehrten R. Chananel u. R. Nissim. Diese Mono-graphien gaben einen fruchtbaren Antrieb zu wissen-schaftlichen Forschungen ans dem Gebiete der jüdi-schen Literatur. R. vereinigte in seiner Person die Liebezur Religion n. zur Wissenschaft und wenn er >-rletzteren wegen von Fanatikern auch angeseindetwurde, so wurde seine Bedeutung doch bald aner-kannt, er wurde znm Kreisrabbiner nach Tarnopolberufen n. 1839 znm ersten Rabbiner von Prag ge-wählt, woselbst er hochgeehrt 17 Oct. 1867 starb.Er schrieb noch außer mehreren Aufsätzen in Zeit-schriften und wissenschaftlichen Vorreden zu manchenWerken ein bedeutendes, alphabetisch geordnetes Re-allexikon über die in den Talmuden n. Midraschimvorkommenden historischen, geographischenn. archäo-logischen Angaben, von dem jedoch nur der 1. Theilunter dem Titel Drseli Llillin, Prag 1852, erschien.Ans seinem Nachlaß erschien: Haoiilatli Isiiucka(enthält u. A. eine Widerlegung des GeigerschenBuches: Die Urschrift n. die Übersetzungen der Bibel),Kralan 1869. Rahmer.

Rapp, 1) Georg, Landmann, Stifter der Har-moniten, geb. 1770 zu Iptingen im Württembergi-schcn, fühlte schon in seiner Jugend göttliche Erweck-ungen u. glaubte sich endlich berufen, die Reinheitder christlichen Religion, nach dem Vorbilde der Apo-stolischen Kirche wiederherzustellen. Da er dabei aucheine Nenorganistriing der bürgerlichen Gemeindever-fassnng mit Gütergemeinschaft anstrebte, trat die Be-hörde dazwischen. Er wanderte daher 1803 mit seinenAnhängern nach Amerika aus n. gründete 1804 beiPittsburg die ColonieHarmonie (daherHarmoniten,Harmonisten), so genannt, weil völlige Einigkeit u.Gleichheit unter ihnen herrschen sollte Später ver-kaufte er die Colonie an Robert Owen, unter wel-chem sie zu Grunde ging, u. zog nach Indiana. Vonda zurückgekehrt, gründete er 1825 Economy amrechten Ohionfer, wo sich alle Anhänger um ihnsammelten. Unter ihnen herrschte Gütergemeinschaft,jeder Erwachsene mußte im Sommer 12 , im Winter14 Stunden auf dem Felde od. in den Mannfacturenarbeiten, wie auch die Frauen u. Kinder. Als Hoher-priester n. Herrscher der Gemeinde leitete er alle An-gelegenheiten n. verwaltete die Kasse, obwol er Bei-sitzer zur Negierung erwählt hatte. Einen großenVerlust erlitt die Colonie durch den Schwärmer undBetrüger Bernhard Müller, welcher sich selbst Proliod. Gras Leon nannte, nach seiner Auswanderungnach Pittsburg in NAmcrika 1831 R. zu gewinnenwußte, ihn aber dann mit 300 Anhängern verließu. noch zwang, ihm 105,000 Doll, aus dem gemein-samen Schatze ausznzahlen. Müller gründete mitihnen 10 Meilen unterhalb am linken Öhionfer dasNeu-Jcrusalem in Philippsburg (j. New Orleans)und ging von da nach Natchitoches in Arkansas, wo