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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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26 Rankenfüßler

3. A. 1850; Ansichten über die Reform der Schulen,Württemb. 1849. 4) Ernst, Bruder der Vor., geb.10. Sept. 1814, früher Pfarrer in Buchau in Fran-ken; wurde 1851 Professor der Theologie in Mar-burg; seine Hauptstudien gelten der ältesten latein.Bibelübersetzung (Itala). Auch ist er Dichter. Erschr.: Das kirchliche Perikopensystem, Berl. 1847;Kritische Zusammenstellung der innerhalb der Evan-gelischen Kirche Deutschlands eingeführten neuen Pe-rikopenkreise, Berlin 1850. Gedichte: Lieder ausgroßer Zeit, Mark. 1871, 2. A. 1874; Die SchlachtimTeutoburgerWald, 1875,2.A. 1876. Kkmschmidt,

Rankenfusiler,6irripsckia,OrdnungderKrebs-thiere; festsitzende Meeresthiere, an Holz, Felsen,auf Krebsen, Muscheln und Walfischen angehestet,zumeist colonienweise sich ansiedelnd. In ihremEntwickelungsgang ist merkwürdig das Auftreteneiner rllckschreitenden Metamorphose. Die aus denEiern entschlüpften Larven schwimmen frei umher,ihr Körper ist oval od. birnförmig, besitzt ein Stirn-auge, 12Fühleru.3PaarNnderbeine, von denendie beiden Hinteren zweiästig sind. Diese der Krebs-thiergestalt angenäherte sogen. Naupliusform erhältsich auch noch nach den drei ersten Häutungen, später-hin jedoch beginnt zugleich mit dem Festsetzen der N.die rllckschreitende Verwandlung. Fühler n. Angengehen vollständig verloren, 6 Paar Nankenfüße, dieMnndtheile und den ganzen Körper einschließendekalkige Schalenstücke treten als Neubildungen auf.Die Schalen sitzen entweder direct am Grunde einemfesten Gegenstände an, od. die Anheftung wird ver-mittelt durch einen von den Schalen ausgehendenfleischigen Stil. Diese ansgebildete Form der R.war, so lange die diesen Krebsen zugehörige Nan-plinsform verkannt wurde, die Ursache, daß bis aufCuvier die R. den Mollusken zugezählt wurden.Thompson u. Burmeister stellten sie auf Grund ihrerEntwickelungsgeschichte zu den Krebsthieren. DieR. sind über alle Meere verbreitet. Die aus derSchale hervortretenden Rankenfllße sind in ununter-brochener Bewegung begriffen u.der dadurch bewirkteWasserstrom führt den Kiemen frisches Wasser undmit diesem dem Munde kleine Seethiere als Nahr-ung zu. Fossil finden sich R. in der Tertiärformation,dann in der Kreide u. auch noch im Jura. BondenFamilien der N. sind die bekannteren die Entenmu-scheln , Iwxaäicias Danw., u. die Seepocken, Laln-uickas Darnv. Die Entenmuscheln sitzen mit einemmuskulösen, fleischigen Stiele angehestet, ihr sogen.Gehäuse besteht aus 5 Schalenstücken n. hat nach dereigenthümlichen Form zu der Bezeichnung Seetul-pen, Meereicheln Anlaß gegeben. Die BezeichnungEntenmuscheln entstammt der abergläubischen Ansichtfrüherer Zeiten, daß aus ihnen die Bernikelgänse sichentwickelten. Bon den Arten zeigt Iwpas anatäksra,L., Gemeine Entenmuschel, eine ausgedehnte Ver-breitung. Ihre Schalen tragen seichte Streifung.Die Seepockengehäuse bilden Cylinder od. Kegel mit48 unbeweglichen Schalenstücken u. sitzen mit derBasis ihrer Unterlage direct auf. Lalanus kintin-nabnlum D., Schale roth od. blauschwarz, 33 omim Durchmesser; wärmereMeere, fossil in England.Verruca Stwosmia IUM., Schalen längsgerippt,20 om Durchmesser; Nordsee, an Felsen, auf Mu-scheln u. Krabben. Farwick.

Rankiue, William John Macquorn, engl.

Rantzau.

Ingenieur, geb. 5. Juli 1820 zu Edinburg; warmehrere Jahre Professor der Mechanik u. Ingenieur-Wissenschaft zu Glasgow u. st. 24. Dec. 1872. FürTheorie u. Praxis haben seine Schriften besondereBedeutung gehabt u. fanden ausgedehnte Verbreit-ung; von besonderer Wichtigkeit waren seine Un-tersuchungen über Licht u.Wärme, über die mechani-sche Wärmetheorie und die Theorie der Motoren.Hervorzuheben sind: ülanual ok apxlicck inscllanics,8. A., Land. 1875; Nan. ok Lkcam-cnZins, 7. A.,ebd. 1874; Llan. ok civil snAinssrinA, 11.A., ebd.1876; Llan. ok inacküner/ anck milUvork, 3. A.,ebd. 1876; Useknl rnlss anä tablos, 5. A., ebd.1876; 8bip-bnilckinA, ebd. 1869. r.

Nankweil, Marktflecken im Bez. Feldkirch dergefürsteten Grafschaft Tirol u. Vorarlberg, an derMündung des Laternser Thales in das Rheinthal,Station der VorarlbergerEisenbahn; Baumwollen-spinnerei, Papierfabrikation; 1869: 2226Ew. (Ge-meinde 2410). Von R. aus findet am leichtesten dieBesteigung des Hohen Freschen (2001 m) statt, derdurch seine prächtige Aussicht berühmt ist.

Nattsbach, Kirchdorf im Kreise Unterwesterwalddes preuß. Regbez. Wiesbaden, am MontabaurerWalde, Mittelpunkt des sogen. Kannenbäckerlandes(s. d.) u. seiner berühmten Töpfereien; 1200 Ew.

Kantors (d.i.Schwärmer,Begeisterte), IrreligiösePartei in England im 17. Jahrh. zu CromwellsZeit, eine Abzweigung der Familisten. 2) ParteiderMethodisten, die 1820 in Jorkshire sich bildete undihre Gottesdienste mit lautem Schreien feierte.

Natttza» (Rantzow, Ranzow u. Ranzau), eineholsteinische Familie, stammt vom Landherrn Kunoin Holstein, dessen Enkel Wolfs eine dänische Prin-zessinheiratheteu. Großvater WiprechtsvonGroitzsch,sowie auch Stammvater der Burggrafen von Leiß-nig wurde. Der in Holstein zurückgebliebene Theilder Familie spaltete sich in viele Linien, von denennoch jetzt bestehen: L.) die ältere auf Rastorff,welche seit 1727 die Reichsgrafenwllrde besitzt n. sichin einen älteren u. jüngeren Zweig trennt. U) Diejüngere Linie von Breitenburg, seit 1728,u. 0) die von Schmoel u. Hohenfelde, bereitsseit 1650 reichsgräflich, trennt sich in zwei Äste: a)ÄltererAst, R.-Ascheberg od.Oppendorf, u.denb)IüngerenAst. AusLieserFamiliesind merkwürdig:1) Johann von, geb. 14. Nov. 1492; reiste viel,wurde inJerusalem zum Ritter geschlagen u., durchLuthers Vertheidigung auf dem Wvrmser Reichstagebegeistert, einer der Hanptbeförderer der Reformationin Dänemark. Seinem glücklichen Schwerte ver-dankte hauptsächlich Friedrich I. die dänische Krone;auch schlug er Christian II., als dieser in Norwegeneinfiel, mehrmals; er wurdeStatthaltervonSchles-wig-Holstein und st. 12. Dec. 1565. 2) Heinrich,des Vor. Sohn, geb. 11. März 1526, wnrdeStatl-Halter in Schleswig-Holstein, benützte seinen großenReichthum zur Unterstützung gelehrter Unternehm,ungen, z. B. der ersten Ausgabe der Chronik desAlbert von Stade, sammelte eine prächtige Biblio-thek, schrieb selbst eine lange Reihe lateinischer Werke,zeichnete sich in den Kriegen aus u. st. in Wandsbeck1. Jan. 1598. 3) Sein Sohn Geert, ebenfallsStatthalter von Schleswig-Holstein, führte die däni-schen Heere n. st. 18.Jan. 1627. 4) Daniel, geb.1529, der berühmteste R., studirte in Wittenberg,