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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rank Ranke.

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Rank heißt ein Schiff, wenn es sich bei einemSeitenwinde sehr leicht auf die Seite neigt, ohne da-bei in eine gewisse Ruhelage zu kommen, so daß esin Gefahr ist, zu kentern. (Vgl. Stabilität).

Rank, Joseph, Schriftsteller,geb. 10. Juli 1815zu Friedrichsthal im Böhmerwald; stndirte in WienJura, widmete sich aber gleich nach beendeten Stu-dien ganz der Literatur. Vorzugsweise cnltivirte erdie Dorfgeschichte, u. zwar in der richtigsten Charak-tcrisirnng, wie gleich seinErstlingswerk beweist: Ausdem Böhmerwald, Lpz. 1843, 3 Bde., 2. A. 1853;Neue Geschichten aus dem Böhmerwald, Wien 1845;Vier Bruder ans dem Volke, Leipz. 1845, 2 Bde.;Waldmeister, ebd. 1846; Weißdornblüthen, ebd. 1846;Eine Mutter vom Lande, 1848. In diesem Jahrewurde er ins Frankfurter Parlament gewählt, woer der Linken angehörte. R. war im Jahre 1859nach Nürnberg gezogen; bald nachher aber wiedernach Wien, wo er Secretär des Hostheaters wurde,welche Stelle er 1876 mit der am Stadttheater da-selbst vertauschte. Aus der großenZahl seiner Schrif-ten erwähnen wir noch: Haferkäthchen und Schön-Mimclar, Lpz. 1854; Der Herzog von Athen, ebd.1854. In dem Jahre begründete er das WeimarerSonntagsblatt, veröffentlichte ferner den Roman:Achtspäunig, Prag 1855,2 Bände, 2. Aust. 1859;Schillerhäuser, Leipzig 1856; Ausgewählte Werke,Glogan 1859 60, 11 Bde.; Von Hans zu Hans,Lpz. 1856, 2. A. Glog. 1860; Aus Dorf u. Stadt,ebd. 1860, 2 Bde.; Taschen»Wörterbuch der böhm.u. deutschen Sprache, Prag 1860, 3. A. 1874; EinDorfbrntus, Glog. 1861; Aus meinen Wandertagen,Wien 1864; Stcinnelken, Bilder aus dem Stadt- u.Volksleben, Lpz.1867; JmKlostcrhof,Stnttg. 1875,2. A. 1877; Der Seelenfänger, ebend. 1876, 2. A.1877. Stelter.

Ranke (eirrlms) ist ein einfaches oder verzweig,tes, morphologisch bald einem Blatttheil (so bei Vn-tllzwus, Vieia, Visum), bald einem Stengeltheil (sobeiVitis) entsprechendes fadenförmiges Organ, des-sen Enden benachbarte Gegenstände umschlingen whierdurch die oft nur schwachen Stengel stützen. Oftzeigen die R-n Gabelung (Gabel- R.), so z. B. beimWeinstock. Emll-r.

Ranke, 1) Franz Leopold v., ausgezeichneterGeschichtschreiber, geb. 21. Dec. 1795 zu Wiche inThüringen, wurde 1818 Oberlehrer am Gymnasiumzu Frankfurt a. d. O., widmete sich bald einzig derGeschichte u. ist heute ihr größter n. glänzendster Alt-meister. 1825 wurde er Professor der Geschichte undLehrer am Gymnasium znm Grauen Kloster in Berlin,1833 ordentl. Professorder Geschichte an der Univer-sität u. seit 1841 Historiograph des Preuß. Staates.1827 durchforschte er im Aufträge der Regierung dieWiener u. die italien. Archive n. entdeckte die über-reichen venetianischen Gesandtschaftsberichte. Seinestets gefüllten Vorlesungen stellte er Juni 1871 ein,hingegen leitet er noch die Arbeiten der HistorischenCommission in München als Präsident. Er nahm1848 Theil an demParlament inFrankfnrtu. wurde21. Dec. 1865 nobilitirt. 1867, nach Böckhs Tode,wurde er Kanzler des Ordens xonr Is msrits. Erschr.: Geschichte der roman. u, german. Völkerschaf-ten von 14941535, Berl. 1824, Bd. 1, 2. A. Lpz.1874; Zur Kritik neuerer Geschichtschreiber, Berlin1824, 2.A. Lpz. 1874; Fürsten u.Völker von Süd-

Europa im 16. n. 17. Jahrh., Hamb. 1827 44,2 Bde., 1. Bd., 3.A., Hamb. 1857; Die SerbischeRevolution, ebd. 1829, 2. A. Berl. 1844; Über dieVerschwörung zu Venedig im Jahre 1618, Berlin1831; Vorlesungen zur Geschichte der italien. Poesie,Berl. 1837; Die röm. Päpste, ebend. 183436, 3Bde., Bd. 1,8. A. Berl. 1873, Bd. 2 3, 6. A.1874; Deutsche Geschichte im Zeitalter der Refor-mation, ebd. 183947, 6 Bde., 5. A. Lpz. 1872;Nenn Bücher prenß. Geschichten, 184748, 3 Bde.(engl, von Sir Alex. u. Lady Duff Gordon, London1849, 3 Bde.), n. A. als Zwölf Bücher preuß. Ge-schichten, 5 Bde., Lpz. 1874; Französische Geschichte,vornehmlich im 16. u. 17. Jahrh., Stuttgart 1852bis 1861, 3. A. 1877, 5 Bde.; Englische Geschichteim 16. u. 17. Jahrh., Berl. 185967, 9 Bde., 4.A. 1877; Sämmtliche Werke, seit 1868 in 45 Bdn.;Geschichte Wallensteins, 3.A. Lpz. 1872; Zur deut-schen Geschichte, vom Religionsfrieden bis zum 30-jährigen Kriege, 2. A. Leipz. 1874; Der Ursprungdes 7jährigen Krieges, Leipz. 1871; Die deutschenMächte n. derFürstenbund, 2 Bde., 2.A. Lpz. 1876;Aus dem Briefwechsel Friedrich Wilhelms IV. mitBimsen, 2. A. Lpz. 1874; Ursprung n. Beginn derRevolntionslriege 1791 und 1792, Lpz. 1875; ZurGeschichte von Oesterreich und Preußen zwischen denFriedensschlüssen von Aachen u. Hubertsburg, Lpz,1876; Denkwürdigkeiten des Staatskanzlers FürstenHardenberg, Lpz. 1877, 4BLe.; FriedrichderGroße;Friedrich WilhelmIV., ebd. 1878. R. gab auch 1832bis 1836 2 Bde. einer historisch-politischen Zeitschriftn.183740 in Berlin 3Bde. Jahrbücher des Deut-schen Reiches unter dem Sächsischen Hanse heraus.R. ist der schärfste u. zutreffendste Kritiker der Ge-schichte u. ihrer Quellen, Niemand beherrscht gleichihm den Stoff, weiß ihn besser zu sichten. Er besitztdie ansgebreitetsten historischen Kenntnisse. Da eraber ganz u. gar objectiv in seinen unübertroffenenSchilderungen ist, so wirkt die leidenschaftslose Kälteseines Raisonnements nie erwärmend ans seineLeser.2 ) Friedrich Heinrich, hervorragender Theolog,Bruder des Vor., geb. 1797, früher bayer. Dekanu. gräflich Giechscher Consistorialrath in Thurnau,wurde 1840 Professor der Dogmatik in Erlangen,1841 Consistorialrath bei dem protestantischen Con-sistorinm in Bayreuth u. 1842 in Ansbach u. sodannOber-Consistorialrath in München, wo er 2. Sept.1876 starb. Er schrieb außer Untersuchungen überden Pentateuch, Erlangen 183440, 2 Bde., meh-rere Bände Predigt-Sammlungen, übersetzte auchBunyan, Des Christen Wallfahrt nach der himmli-schen Stadt, aus dem Englischen, ebd. 1832. Vgl.Jugend-Erinnerungen mit Blicken auf das spätereLeben, Stnttg. 1876. 3 ) Karl Ferdinand, be-deutender Philolog, Bruder der Vor., geb. 26. Mai1802; war zuerst Director des Gymnasiums in Qued-linburg und seit 1837 an der Göttinger HochschuleProfessor der Alten Literatur u. Director des Philo-logischen Seminars, seit 1842 Director desFriedrich-Wilhelms-Gymnasinms n. der damit verbundenenElisabeth- u. Realschule in Berlin u. starb hier 29.März 1876. Er schr.: vs^ristopimnis vita, 2. A.Lpz. 1845; Os vssiocii opsribus et äiebus, Götting.1838; Vs Isxiei üssxeliiani vorn orlAmo st §s-nninn korma, Quedlinb. 1831; voUnxstl-noiauns,Quedlinb. 1831; Chrestomathie aus lat. Dichtern,