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Ramscy —
15. Jahrh. 2) N. II., Sohn des Scthos (der Se-sostris der Griechen), einer der bedeutendsten Herr-scher Ägyptens (1388—22 v. Chr.) war schon beiLebzeiten seines Vaters Regent n. kriegerisch lhätig.Er brachte durch glückliche Feldzüge im Anfang seinerRegierung Syrien (wovon noch Inschriften bei Bei-rut Zeuge sind), Äthiopien u. einen Theil Arabiensunter seine Herrschaft. Die späteren Jahre ver-wandte er zur Befriedigung seiner Neigung zu mo-numentalen Bauten und zu gemeinnützigen Werkenfür die Hebung der Landescultur. Von ihm stam-me-n u. A. der Felsentempel zu Abusimbel, die Obe-lisken von Luxor, das Ramesseum (ein großer Tempelin Theben mit seiner Statue u. Sculptnren zum An-denken seiner Siege, den Griechen als Grab desOsymandyas bekannt), Verschönerungen andererTempel u. viele Bildsäulen; daneben sorgte er fürAnlegung von Brunnen und Wasserstationen, bautean dem Kanal zwischen dem Rothen n. Mittelmeern. gründete mehrere Städte, darunter Ramses imöstlichen Nildelta, bei deren Ban dis Hebräer helfenmußten. Zahlreiche Denkmale u. Zeugnisse von ihmhaben sich erhalten. 3) R. III. (griech. Rhampsinit),aus der 20. Dynastie (im 13. Jahrh.), welcher dieägyptische Machtin glücklichen Kriegen gegen dieVöl-ker desSüdens u.nachL>yrien hin befestigte n. erwei-terte. Auch er ist bekannt durch große Bauten unddurch seinen großen Reichthnm (auf ihn bezieht sichdie bekannte Erzählung des Herodot von dem Laby-rinth und seinem Schatz). Thiele,n-»,i>.
Ramsch, Stadt an der NOKüste der engl. InselMan, an der gleichnam. Bai; Hafen, Leuchtthurm,Schiffswerft, Häringsfischcrei; 1871: 3934 Ew.
Rlttnsgate, Stadt und Seebadeort auf der zurengl. Grafschaft Kent gehörigen Insel Thanet, theil-weise auf 2 mittels Treppen zugänglichen Felsen-höhenerbaut; Kursaal, Concerthalle, zahlreiche, zumTheil großartige Hotels; künstlicher, durch Batterienvertheidigter Hafen, Leuchtthurm, Schiffbau, Seiler-bahnen, Schifffahrt, Fischerei; 1871: 14,640 Ew.N. ist ein Lieblingsbadeort der Bewohner Londonsu. ist durch Eisenbahn u. durch regelmäßige Dampf-schifffahrt mit dieser Stadt verbunden. H- BeriL
Hamas (lat.), ein Ast.
Ramus, Peter (eigentlich Pierre de la Ramee),geb. 1515 zu Cuth in Vermandois, studirte im Col-legium von Navarra in Paris, wo er anfangs alsBedienter angestellt war, bes. Philosophie. Bei sei-ner Magisterpromotion 1536 bekämpfte er, in derAbsicht, die Philosophie von den Fesseln der Scho-lastik zu befreien, die Aristotelische Philosophie underweckte sich dadurch viele Feinde; selbst das Parla-ment und der König wurden aufmerksam, und einerseiner Hauptgegucr, Anton Govea, brachte es dahindaß R.' Schriften unterdrückt u. ihm verbotenwurde,ferner gegen Aristoteles zu schreiben und zu lehren.Doch erhielt er bereits 1545 wieder Erlanbniß, Vor-lesungen zu halten und wurde 1551 Professor derDialektik u. Rhetorik an der Universität. 1568 ginger nach Deutschland, wo er in Heidelberg zur Nefor-mirten Kirche übertrat. 1571 nach Frankreich zu-rückgckehrt, fiel er 1572 in der Bartholomäusnacht.Den Beinamen Oa^inarius erhielt er daher, weil erbei der Erklärung des Cicero u. Vergil allemal unr-ein Blatt auslegte. Er schrieb außer Lehrbüchern derMathematik, der griech. u. lat. Sprache, der Dia-
- Randcrzzo.
lektik, Metaphysik rc. drammairs Iranyaiss, Par.1562; Os inoribus vsisruw dallorum, ebd. 155Sn. 1562; Os inilitia 0. lulii Oassaris, ebd. 1559;Oroksssio rs^ia (eine Art Encyklopädie), Bas. 1569 ;Oommsutarii cks reliAions oliristiaua, Frkf. 1576,4 Bde.; Oraskatiouss, Opistolas, Orstiouss, Par.1577. Lebensbeschreibung R.' von Frcigius, her-ausgegeben in Taläus Orationes, Marb. 1599; vonLenz, Wittenb. 1713; vonWaddington-Kastus, Par.1848 u. ebd. 1855; von Desmaze, ebd. 1864.Specht.»
Ran (Nana), in der nordischen Mythologie dieGemahlin des Meergottes Öger (s. d.).
Ran (Run, Rin), ausgedehnter Salzmorast imwestl. Vorderindien, im O. der Jndusmündung u.im R. der Landschaft Katsch, ein durch vulkanischeThätigkeit erhobener früherer Theil des Meeres, jetztnur während der Regenzeit mit Wasser bedeckt, dasin der heißen Jahreszeit eintrocknet und eine dickeSalzkruste hinterläßt. Einzelne Erhebungen darinbleiben inselartig wasserfrei und bilden, mit Tama-risken bedeckt, den Aufenthalt zahlreicher wilder Esel.Es zerfällt in das Große R. im N. von Katsch u.das Kleine R. im O. von Katsch. Für die Umge-bung wirkt es durch Verbreitung von Miasmen sehrgesundheitswidrig.
Unna, Frosch; s. Frösche.
Ranatmlo (Ranavalona), zwei Königinnen vonMadagaskar, s. Madagaskar (Gesch.).
Rance, ein 110 Irin langer Küflenfluß im nord-westl. Frankreich, entspringt bei Collinöe im Dep.Cotes-du-Nord in den Bergen von Menez, nimmt beiEvrau den Linon auf, vereinigt sich hier mit demJlle-et-R.-Kanal, der bei Chätelier unterhalb Dinanendigt, ist von hier an schiffbar und bildet kürz vorseiner Mündung in den Canal (La Manche) die Hä-fen von St. Servan und St. Malo.
Nance,DominiqueArmandJeandeBou.thillier de, Stifter des Trappistenordens, geb. 9.Jan. 1626 in Paris; er widmete sich dem geistlichenStand, wurde bereits 1637 Kanonikus zu Notre-Dame u. 1651 Priester, lebte aber sehr ausschweifend.Zerknirscht durch einige erschütternde Ereignisse, bes.dadurch, daß er einst seine Geliebte, die Herzoginvon Montbazon, als er sie des Nachts besuchenwollte, auf der Bahre gefunden haben soll, spranger 1664 zu dem Extrem über und führte in seinerCommendatarabtei Notre-Dame du Val im Depar-tement Orne unweitMortagne, La Trappe genannt,mit Hilfe von Benediktinern der strengen Observanz,die strengste Disciplin ein. Er selbst wurde 1664 imKloster Perseigne Novize n. that 1665 Profeß. AlsRegularabt von La Trappe gab er diesem Klosterseine überaus strenge Regel n. st. nach Niederlegungder Abtswllrde 12. Oct. 1700. Er schr. u. a. Oraitsäs In sainists sb äss äsvoirs äs la vis luouasiigus,Paris 1683; Lebensbeschreibung von Marsollier,Par. 1758, u. Göckingk, Berl. 1820, 2 Thle.; Dn-bois, 2. A. Par. 1869, 2 Bde. Löffler.»
Ranchcros, die Landleute Mejicos, farbige,spanischen n. indianischen Blutes; hagere Leute, mitmuskulösen Gliedern, vortreffliche Reiter u. Jäger,machen in Mejico den größten Theil der berittenenTruppen ans.
»an-nine(franz., ans dem mittellat. rauoor), Groll.
Randazzo, Stadt in der sicilian.Prov. Catania,am nördl. Fuße des Ätna u. am Küstenfluß Can-