20 Ramistcn —
maznrückgesnhrtcn berühmten Tempel desMschnu,bewohnt von Brahmanen n. Ziel zahlreicher Wall-fahrer. Durch die Adamsbrllcke (s. d.) hängt dieInsel mit Manaar u. Ceylon zusammen. Die Ein-wohnerzahl wird auf 30,000 geschäht, die bedeuten-den Küstenhandel treiben; Hauptort ist Paumbenauf der WSpitze, mit 9407 Ew.
Namisten, Anhänger des P. Ramus, s. d.
Namla (Ramleh), Stadt im türk. Vilajet Cham(Damascns), in fruchtbarer Ebene an dem Wege vonJafa nach Jerusalem; Moschee (einst Kirche des h.Johannes), castellartiges, katholisches Franciscaner-kloster (Hans von Sion), Wein-, Obst-, Banmwol-lenban; 3000 Ew. — Die Stadt wurde 716 vomomajjadischen Khalifen Snleiman gegründet, ge-langte durch ihre Lage an derStraße vonKairo nachDamascns bald zu bedeutender Blllthe, so daß sieJerusalem anEinwohnerzahlübertraf. Brand, Ver-wüstnngen durch Feindeshand rc. führten ihre Ver-ödung herbei. Hier 25. Nov. 1177 Sieg der Kreuz-fahrer nnterKönig Balduin IV. von Jerusalem überSultan Saladin von Ägypten. Napoleonhatte 1798hier sein Hauptquartier. Außerhalb des heutigenOrtes, aber jedenfalls noch zur alten Stadt gehörigder sog. Thurm von R., Miuaret einer ehemaligenMoschee, mit berühmter Nundsicht; in einiger Ent-fernung die sog. Helenacisterne (aber keineswegesvon der Kaiserin Helena herrührend) 6 Gewölbe, ge-stützt von 11 Pfeilern. Schwor.
Ramler, Karl Wilhelm, deutscher Dichter,geb. 12 . Febr. 1725 in Kolberg, wo sein Vater Ac-cise-Jnspector war, besuchte das SchinrnayerscheWaisenhaus in Stettin, hierauf das Waisenhaus inHalle, studirte ans der dortigen Universität, kehrte inseine Vaterstadt zurück, kam 1746 nach Berlin, trathier mit Gleim, Kleist, Spalding, Sulzer, Lessing inVerbindung, wurde 1748 znm Professor der Logiku. der Schönen Wissenschaften am dortigen Cadet-tencorps berufen, erhielt dann unter Friedrich Wil-helm II. eine ansehnliche Pension, die Aufnahme indie Akademien der Wissenschaften u. der Künste, sowie1787 zugleich mit Engel die Direktion des BerlinerNationaltheaters, legte 1790/96 seine beiden Äm-ter nieder, behielt jedoch seinen vollen bisherigen Ge-halt, starb 11. April 1798. Schriften: Lyrische Ge-dichte, Berl. 1772; vermehrt als: Poetische Werke,das. 1800,1801,2Bde; Taschenausgabe,das. 1825;Einleitung in die Schönen Wissenschaften, nach demFranz, des Batteux mit Zusätzen verm., Lpz. 1758,4 Bde., 5. A. das. 1803; Horazens Oden, übersetztu. erläutert, 2 Bde., Berl. 1800. Vergl. Heinsius,biogr. Skizze R-s, das. 1798. G. Zimmermann.
Namlösa, besuchter Badeort im schwedischen LänMalmöhus, nahe bei Helsingborg.
Ramme (Raminel, Nammmaschine, Hoye), Ma-schine, womitPjähle beiWasserbauteu, Fnndirnngenrc. in die Erde getrieben werden. Das Einschlagen(Einrainmen) des Pfahles geschieht zunächst durchden Rammklotz (Rammblock, Rammbock, Bär,Katze), welcher aus den Kopf des Pfahles herabfällt.Der Rammklotz ist 5—50 Centner schwer, von Eisenoder zähem Holze, im letzteren Falle mit eisernenRingen u. Schienen beschlagen. Zu seiner Führungdienen ein od. zwei auf den Vorderschwellen stehendesenkrechte Balken (Läufer, Führer), an denen derRammbär mittels oben od. unten angebrachter Arme.
Rammelsberg.
welche die Läufer umsassen, od. mittels eines Spun-des auf- u. niedergeht. Das Gerüst (Rammclgerüst),welches den Fuß der R. bildet, besteht aus vier Balken,der Vorder-, Hinter- u. zwei seitenschwel-l e n. An den beiden Enden der Vorderschwelle gehenzwei Strebebänme (Vorderruthen) gegen die od. denLäufer in die Höhe. Ans der Hinterschwelle stehenebenfalls zwei Strebebäume (Hinterruthen) gegenden Läufer gerichtet. Hinsichtlich der Art, wie derRammblock in die Höhe gezogen wird, unterscheid»man Zug-, Kunst-, Dampf- und Pulver-R. a) Beider Zng-R. wird ein starkes Tan (Rammtan oderBärtan) am Rammklotze befestigt n. über eine Rolle(Rammscheibe) geschlagen, welche sich oben an demLäufer befindet; das Ende des Nammtaues häng'hinter den Läufern herab. Daran wird mittels einesKnebels ein anderes, zu einem Kranz geschlungenesTau befestigt. An das Kranztau werden nun eben-soviel Zugleinen befestigt, als Menschen znm Ziehendes Nammblockes nöthig sind (ans je 15 IcA de§Bärgewichtes eine Person). Damit der einzuramemcnde Pfahl nicht aus seiner Richtung weiche, wirder mit Seilen (Flohrseilen) an den Läufer gebunden,b) Bei der Kunst-R. (EnglischeR.,Hakear, Haken-rammmaschine) ist das Rammtan an einem starken,eisernen Haken (Klaue) od. Zange befestigt, welcherin die Krampe des Rammklotzes eingreist. DieseKlaue ist so gestellt, daß sie ansgelöst wird und denRammklotz fallen läßt, sobald dieser die erforderlicheHöhe erreicht. Das Rammtau wird durch Flaschen-züge, Winden od. durch Pferde angezogen; dadurchkann der Rammklotz sehr hoch gehoben werden, undsein Schlag hat einen größeren Effect, aber die Schlägekönnen nur langsam auf einander folgen. DieKunst-R. arbeitet etwa doppelt so billig wie die Zug-R.o) Bei den in neuerer Zeit vielfach angewendetenDampf-R-n unter denen sich bes. die von Nasmythauszeichen, dient der Wasserdamps unmittelbar znmHeben des an der Kolbenstange befestigten Rannn-blockes, dessen Gewicht bis zu 50 Centner beträgt,und der in einer Minute 70—80 Schläge von 1 mFallhöhe macht. Man verwendet auch sog. Dainps-kunst-R-n, bei denen der Bär nicht direct durch denDampfkolben,sondern durch eine gewöhnliche Dampf-maschine gehohen wird. Gieseler.
Rammelsberg, 1) ein 634 m hoher Berg desHarzes, südlich bei Goslar (s. d.). 3) (Großer R.),Spitze des Sächsischen Erzgebirges, 965m hoch, ausder sächs.-böhm. Grenze.
Rammelsberg, Carl Friedrich, bedeutenderMineralog n. Chemiker, geb. 1. April 1813 zu Ber-lin, habilitirte sich daselbst 1841, wurde 1846 Pro-fessor u. gleichzeitig Lehrer der Chemie an: königl.Gewerbeiustitut. Unter seinen zahlreichen Schriftensind bes. hervvrzuheben: Handwörterbuch des chem.Theils der Mineralogie, Berl. 1841, 5 Supplem.1843—53, n. A.; Handbuch der Mineralchsmie,ebend. 1860, 2. A. 1875; Lehrbuch der Stöchio-metrie, ebd. 1842; Anfangsgr. d. quantit. mineralog.u. Metallurg, analyt. Chemie, ebd. 1845; Leitfadenf. d. qualit. chem. Analyse, ebd. 1847, 6. A. 1874;Lehrb. d. chem. Metallurgie, ebd. 1850, 2. A. 1865;Lehrb. der Krystallknnde, ebd. 1852; Handbuch derkrystallogr. Chemie, ebend. 1855, Supplem. 1857;Grundr. d. anorg. Chemie, ebd. 4. A. 1875; Lehrb.der chem. quantit. Analyse, 3. A. ebd. 1874. r.