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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Nakhaing

Lie Hülse fortgetrieben; ist der Treibsatz abgebrannt,so werden die in der Lenchthanbe befindlichen Lcncht-körper entzündet, die Haube selbst zerst-ört und dieLenchtkörper fallen mit einem hellleuchtenden Mag-nesinmlichts langsam zur Erde nieder n. erleuchtenwährend 57'Secunden das umliegende Terrainauf etwa 400 m im Umkreise. Die Leucht-R-n wer-den bis ans Entfernungen von 1000 m im Festnngs-kriege zur Ausführung nächtlicher Recognoscirnn-gen angewendet. Ganz in derselben Weise, jedochviel einfacher werden auch die in der Lnstfeuerwer-kerei gebräuchlichen R-n gefertigt. Man läßt die R.auch bei Lustfenerwerken einzeln, paarweise oder ingroßen Quantitäten, oft zu 3500, ja zu 121800,in Rom sogar zum Osterfest von der Engelsburg zu5000 Stück, welche zusammen durch eigene, in einerkastenähnlichen Vorrichtung gebohrte Löcher gehenu. durch ans den Boden desselben gestreutes Mehl-Pulver n. ein auf dasselbe geworfenes Zündlicht zu-gleich entzündet werden, als Girandolen steigen. ->

Rakhliing (Rakain od. Mugh), die Eingebornendes hinterindischen Landes Arracan (s.'d. S. 135 s.),mit einsilbiger Sprache; auch der Name des Lan-des selbst.

Rakka, 1) Stadt im asiatisch-türk. Vilajet Haleb(Aleppo), am linken Euphrat-User in Mesopotamien,Ruinen eines Palastes des Khalifen Harun al Ra-schid, sehr zerfallen, aber noch mit ansehnlichem Han-del. Es steht an Stelle des alten Nikephorion ss. d.).2) Eine von den Fnlah angelegte feste Stadt am un-teren Niger (Afrika), nordwestlich von Rabba.

Rakoczy,1) Sigismund, Protestant,bewirkte,daß Stephan Bocskai znm Fürsten von Siebenbür-gen erhoben wurde, war bei dessen Kriegführung inUngarn Statthalter in Siebenbürgen n. folgte dem-selben 1607 als Fürst, abdicirte aber 1608 n. starb1613; s. Siebenbürgen (Gesch.). Sein Sohn 2)Georg I., geb. 1531, wurde nach dem RücktritteBethlen Gabors 1631 Fürst in Siebenbürgen undkräftigte sein Regiment so, daß er 16. Febr. 1642schon seinen Sohn Georg II. zum Fürsten wählenlassen konnte. Am 26. April 1643 schloß er mitSchweden u. Ungarn ein Bündniß, infolge dessen erim Febr. 1644 in Ungarn einfiel u. bis Preßburgvordrang. Da erreichten die Österreicher einen Was-fenstillstand von ihm, ans dem dann der den Ungarnpolitische u. religiöse Freiheit sichernde Linzer Friedevom 16. Dec. 1645 hervorging. Zugleich erhielt eracht ungarische Comitate für sich auf Lebenszeit undbedeutende Besitzungen, starb aber schon 11. Oct.1648, nachdem er 1646 die Verhältnisse der refor-mirten Kirche in Ungarn u. Siebenbürgen geordnet.Ihm folgte sein Sohn 3) Georg II., geb. 1615,seit 1643 mit der Erbin aller Bathorischen Güter,Sophie Bathori, vermählt. Nachdem er die Ober-herrlichkeit der Moldau n. Walachei erlangt, trat ergegen den Willen des Sultans u. der Stände gegenPolen aus Schwedens Seite, flüchtete aber, nachdemseine Armee bei Beginn des Kampfes 1657 gefan-gen worden, nach Siebenbürgen, wurde des Thro-nes rc. verlustig erklärt, suchte sich jedoch gegen denneuen Fürsten Barcsay zu halten, bis er, bei Sa-mosfalva imKampse 22.Mai 1660 schwer verwun-det, 6. Juni in Großwardein starb. Sein Sohn 4)Franz I., schon 1652 zum Nachfolger seines Va-ters ernannt, wurde nach dessen Tode übergangen;

Räkos.

betheiligte sich 1665 an den von Wesselenyi n. sei-nem Schwiegervater Zrinyi erregten Unruhen, un-terwarf sich aber später. Er st. 8. Juli 1676 inMnn-kacs als Privatmann. Seins Wittwe,Helene Zrinyi,heirathcte Emmerich Tvköli n. gab diesem dadurchgroße Macht; si,e verthcidigte Mnnkacs drei Jahrelang gegen die Österreicher n. übergab den Platz erst15. Jan. 1688. 5) Franz II., Sohn des Bor.,geb. 1676, wurde von seinem Stiefvater EmmerichTököli erzogen u. 1688, als sich Mnnkacs den Kai-serlichen ergeben mußte, gefangen nach Nenhans inBöhmen gebracht und dort in der katholischen Con-fession erzogen. Später ließ ihn der Kaiser frei u.gab ihm auf Verwendung seines Schwiegervaters,des Landgrafen von Hessen, einen Theil seiner Gü-ter wieder. R. verlangte aber sämmtliche und ver-schwor sich, als er diese nicht erhielt, mit dem GrafenBereczeny n. Sirmay gegen den Kaiser; der Planwurde jedoch entdeckt, R. verhaftet, 1701 in Wienproccssirt n., obwol er nach Polen entkommen war,1703 znm Tode n. Verlust seiner Güter vernrtheilt.Nun rief er,von Polen aus die Ungarn zur Empör-ung gegen Österreich auf, u. es entstand ein Krieg,durch welchen er 1707 Fürst von Siebenbürgenwurde, endlich aber (1711) unterlag u. sich unter-werfen mußte; s. Ungarn (Gesch.) u. Siebenbürgen(Gesch.). Er selbst ging, nebst Bereczeny allein vonder Amnestie ausgeschlossen, nach Polen u. von da1713 über Danzig nach Paris. Hier blieb er bis1717, wo er nach der Türkei reiste, zwar mit Aus-zeichnung ausgenommen, aber im Frieden von Pas-sarowitz nicht berücksichtigt wurde, doch erhielt er einJahrgehalt u. st. 8. April 1735 ans einem Landhausbei Rodosto. Er schr.: Asm. snr les rsrolnlnons cksHonoris, Haag 1738; dann eine Selbstbiographie,hrsgeg. von der nngar. Akademie, 1876; vgl. Horn,Franz R. II., Lcipz. 1854; Fiedler, Actenstncke zurGesch. F. R-s, Wien 1871; Krones, Gesch. Ungarnsim Zeitalter R-s II., ebd. 1870. Kl-mschmidt.

Nakoczymarsch, ungarisches Musikstück vonkräftigem feurigem Charakter; wurde von Mätray,Wien 1825, hsrausgegeben (der eigentliche Compo-nist ist unbekannt) u. später nachgeahmt. Er bildetein der Revolution n. 1848 und 1849 die nationaleSchlachtmnsik, weshalb er nach der UnterwerfungUngarns verboten wurde. Franz Rakoczy II. sollihn zu seinem Lieblingsmarsch erwählt haben, wo-her sein Name; auch wurden dessen Motive vonHector Berlioz in seiner vamnntion cis d'armb ver-wendet. Skbeurock.

Nakonitj (Rakovnik), Stadt nnd Hanptort imgleichnam. böhm. Bezirk (Österreich), am FlüßchenR., welches in die Berann fällt, Station der R.-Protivin- u. der Buschtbhrader Eisenbahn; 3 Kir-chen, Realschule, landwirthschaftlicher Lehrcnrsns,Fabrikation von Zucker, Papier, Glas, Soda, Eisen-guß- u. Töpferwaaren rc.; 1869: 4274 Ew. Inder Nähe ergiebige Eisen- u. Steinkohlengruben.

Nakos, linker Nebenfluß der Donau im nngar.Comitat Pest, mündet Altofen gegenüber. Nach die-sem Flüßchen heißt die große Ebene, welche Pest imHalbkreise umgibt, das Räkosfeld; ans demselbenwurden bis zum 16. Jahrh. unter freiem Himmelviele ungarische Reichstage abgehalten und fandenauch mehrere Königskrönnngen statt. Hier lagertevom 8.24. April ein Theil der ungarischen Armee