Nadscha — !
Wurf vom 13. Jan. 1843 und die Denkschrift vomLO.Nov. 1847, worin die Entwickelung de? Bundesrücksichtlich der Wehrhaftigkeit, des Rechtsschutzes n.der materiellen Interessen ausgeführt war. Er be-saß das volle Vertrauen und die volle ZustimmungFriedrich Wilhelms IV.; Beide wollten eine ständi-sche Restauration der Monarchie. In diesem Sinnemit Österreich zu unterhandeln, ging R. im Nov.1847 n. im März 1848 abermals nach Wien, abertheils die schweizerischen Wirren, theils die Revolu-tion von 1848 traten dazwischen. Infolge der letz-teren nahm R. im April 1848 seinen Abschied ausden prenß. Diensten und wurde im Mai als Abge-ordneter für Arnsberg in Westfalen zum Parlamentnach Frankfurt gewählt, wo er auf der äußerstenRechten saß, zur Partei des Cafe Milani zählte u.bes. für den Bundesstaat als Einheit gegenüber demAuslände, aber für die Selbständigkeit der einzelnenBundesstaaten unter einer Oberhoheit des Ganzensprach. In den völkerrechtlichen, politischen u. mili-tärischen Fragen war der äußerst vielseitige Generaleine Autorität. Mit dem König arbeitete er seit 23.April 1849 stetig an einer deutschen Verfassung mitAusschluß Österreichs, an einem deutschen Bundes-staate unter Preußens Führung; er war der eigent-liche Leiter der preußischen Politik; sein Werk rst z.B. das Dreikönigs-Bündniß (s. d.). Am 17. Nov.
1849 wurde R. Mitglied der provisorischen Bnndes-Commission prenßischerseits, trat hiervon 6. April
1850 ab, wurde 1850 Präsident des Verwaltungs-
rathes der Deutschen Union in Erfurt und 1. JuniMitglied des provisorischen Fürsten-Collegiums, inwelchem er dann den Vorsitz führte. Vergebens for-derte er energisches Vorgehen in den deutschen Fra-gen ganz als Gegner der österreich. Politik anstre-tend u. die Rüstung eines Heeres, um die Union (s.Deutschland) zu vertheidigen. Am 27. Sept. 1850wurde er Minister des Äenßeren, gab aber infolgeder Nachgiebigkeit der Majorität des Ministeriumsan Österreich u. der ihm verweigerten Mobilmach-ung des Heeres 3. Nov. seine Entlassung u. trat indie Reihe der activen Generale zurück. Er nahmbald darauf Urlaub und ging nach London, erreichtehier nichts für Preußen, kehrte schon Januar 1851nach Erfurt zurück, lebte hier wissenschaftlich beschäf-tigt, bis er im Ang. 1852, zum General-Jnspectordes Militärerziehungs- n.Bildnngswesens ernannt,nach Berlin übcrsiedelte, wo er als Liebling des Kö-nigs 25. Dec. 1853 starb. R. zeichnete sich auch alsSchriftsteller ans und seien von seinen zahlreichenSchriften erwähnt: Der Kriegsschauplatz in der Tür-kei, 1829; Ikonographie der Heiligen, 1834; Diespanische Successionsfrage, F-rkf. 1839; Gesprächeaus der Gegenwart über Staat und Kirche, Stuttg.1846; NeueGespräche aus derGegenwartrc., Erfurt1851, 2 Bde.; Deutschland u. Friedrich Wilhelm IV.,Hamb. 1848; Die Devisen u. Mottos des späterenMittelalters, Berlin 1850; Gesammelte Schriften,1852—53, 5 Bde. Auch war er u. A. Verjasser derSchrift: Wer erbt in Schleswig? Karlsruhe 1847.Vgl. Emilie Frensdorfs, Joseph v. N., Lpz. 1850;F. Fischer, R., seine politischen Anschauungen undderen Einfluß ans Friedrich Wilhelm IV. (Histori-sches Taschenbuch von Raumer, 5. Folge, 4. Jahrg.,Leipzig 1874). Kleinschmidt.
Nadscha (Raja, sanskrit., so v. w. König), in
Nadschputana. 5
den neueren Indischen Sprachen auch Nana undRao, ein uralter indischer Könizstitel, der sich bisauf die heutige Zeit erhalten hat. Die mächtigerenführten und sichren den Titel Maharadscha, d. i.Großkönig.
Radschagrihä, berühmte Hauptstadt des altin-dischen Reiches Magadha, in der gleich nach demTode Buddhas das erste buddhistische Concil gehal-ten wurde; die noch jetzt den Dschainas heiligen Rui-nen liegen im SO. des heutigen Patna.
Nadschamandri (Rajamnndry), Hauptstadt desindobrit. Districts Godavary (s. d. 2), an dem linkenUser des Flusses Godavary, mit einem alten Fort;19,738 Ew.
Nadschaputra, s. u. Radschputen.
Nadschlost, s. Handfeuerwaffen, S. 769, l.Sp.
Radschnmhal, Stadt in der Division Bhagal-pur der indobrit. Präsidentschaft Bengalen, am rech-ten Gangesufer u. der Eisenbahn Calcntta-Patna;weitansgedehnt,mitRninen schönerMoscheen, 30,000Ew. Sie stammt aus der Zeit Akbars.
Nadschpipln, einRadschputenstaat der indobrit.Präsidentschaft Bombay, östlich vom CollectoratBroach, sndl. der Nerbndda (5200 Hstcm u. 120,031Ew.), mit gleichnamiger, schwer zugänglicher Haupt-stadt. In ihm liegt das Nadschapippali-Ge-birg e, ein Theil der Satpnra-Kette, von Altersher berühmt durch seine Carneol-Gruben.
Nadschputana, Provinz im NW. des indobrit.Reiches, im W. von Sindh, im N. vom Pendschabn. den NWProvinzen, im O. von diesen u. TheilenCentral-Indiens, im S. von Vasallenstaaten derPräsidentsch. Bombay begrenzt. Sie umfaßt 318,500mit 9 —10 Will. Ew., die, mit Ausnahmedes in der Milte liegenden unmittelbar brit. DistrictsAdschmir, sämmtlich unter der Herrschaft von indo-britischen Vasallenfursten stehen. Zur Aufrechter-haltung der brit. Oberherrschaft ist sie in 7 Agentur-bezirke getheilt, deren jedem ein brit. Beamter vor-steht; an der Spitze des Ganzen steht ein Oberagent.Die einzelnen Bezirke (mit den bedeutendsten Staa-ten) sind: 1) im N. Dschaipur mit den StaatenDschaipnr n. Bikanir; 2) im W. Marwar mit denStaaten Marwar, Dschessalmir, Godwar und Mul-lani; 3) im SW. Sirohi mit gleichnam. Staat; 4)im S. Mewar mit den Staaten Udaipnr, Dungar-pnr, Dschawud, Banswarra u. Partabgarh; 5) imSO. Haraoli mit Bundi, Kotah u. Tonk, u. im O.6) Alwar mit gleichnam. Staat, und 7) die EasternStates Agency mit Bhnrtpore, Karoli u. Dholpur.In der Oberflächengestaltung zeigt die Provinz be-merkenswerthe Verschiedenheiten; den N. u. W. bil-det die von spärlichen Oasen unterbrochene öde Sand-wüste Thurr (s. d.), der S. ist ein Gebirgsland vonmäßiger Erhöhung in der Arawalli-Kette, zum Theilfruchtbar und wohlangebant, der SO. ein vielfachzerrissenes Land mit vielen Schluchten und wenigenEbenen, vom Tschumbul durchströmt u. an dessen u.seiner Nebenflüsse Ufern ertragreich; der O. ein sichallmählich senkendes, wasserarmes Tafelland, in demfruchtbare Weidestreckcn mit öden Sandflächen ab-wechseln. Die Hauptprodncte des Landes sind Gersteu. Weizen; der Ackerbau wird indeß überwogen vonder Viehzucht. Am Arawalli-Gebirge werden Zinnund Edelsteine gegraben, Salz wird aus dein Sam-bhar-See gewonnen. Die Bevölkerung besteht zum