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Radkersburg
sörmigenRahmcmverk, dessen Grundlinie dieSchiffs-wand bildet n. dessen bedeutend kürzere Parallclseite,durch starke Stützen schräg nach unten gegen dieSchiffswand abgcstützt, bei Nädern mit beweglichenSchaufeln das Lager für den Drehpunkt der Ex-ccnterstangcn trägt. Ans diesem Rahmen ruht einhölzerner od. eiserner, wasserdichter, halber Cylin-Lermantel, der auch nach dem Schiss u. nach außenzu abgeschottet ist, in dessen Höhlung sich das Radbewegt und der das von den Schaufeln mitgerisseneWasser auffängt u. wieder nach unten ablaufen läßt.Bor n. hinter diesem Halbcylinder sind gewöhnlichnoch kleine Cabinette angebant. Fest.
Nadkcrsburg, Stadt n. Hauptort in dem gleich-namigen Bez. des österr. Herzogthnms Steiermark,an der Mur, nnweitder nngar. Grenze; schönePfarr-kirche, Weinbau, Weinhandel, viele Schifsmühlcn;1869: 2055 Ew. Gegenüber die Gemeinde Obcr-R., znm Bez. Lnttenberg gehörig, mit Schloß undBezirksgericht.
Radlinic, so v. w. Cykloide.
Nadmannsdorf, Stadt und Hauptort in demgleichnam. Bez. des österr. Herzogth. Krain, an derSave,Station(Lecs-R.)derKronprinzRndolfsbahn;schönes Schloß, Tuchweberei, Handel mit Tuch, Lein-wand n. Leder; 1869: 836 Ew.
Nndllitz (Radnice), Stadt im böhm. Bez. Pilsen(Österreich), Station der böhm. Wcstbahn; Schloß,Eisenwerke, Bierbrauerei, chemische Fabriken, Glas-hütten, Steinkohlen- und Eisensteingrnben; 1869;2863 Ew. (Gem. 3034).
Nadnor, 1) Grafschaft im südl. Thcile des engl.Fürstenthnms Wales, grenzt imN. an Montgomery,im O. an Shrop n. Hereford, im S. an Brecknocku. im W. an Brecknock n. Cardigan; 1118,zg Usllm(20E ÜM) mit (1871) 25,430 Ew. (ans 1 s^jlcm23, in ganz Wales 64). Die Grafschaft ist größten-theils von kahlen oder mit Heidekraut bewachsenenHügeln erfüllt; die ansehnlichsten Erhebungen sind imO. der sogen. Radnorsorst (bis 659 m hoch), im W.der Camlo-Hügel (503 m) u. im NW. der Kerry-Hügel (575 m). N. wird vom Wye u.dessenNcben-flüssen (Jthon, Elan und Machawy) bewässert undhat ein gesundes Klima. Producte: die gewöhnlichenHausthiere s. u.; Getreide (für den eigenen Bedarfnicht ausreichend), namentlich Hafer, wenig Gersten.Weizen,Kartoffeln; Blei, Silber, Torf. Biehstand1875: 7734Pferde, 30,692 Stück Rindvieh, 298,826Schafe (viele mit seiner Wolle) u. 6315 Schweine.Der Haupterwerbszweig der Bevölkerung ist dieViehzucht. Hauptstadt ist Presteigne. 3)New-R.,Flecken darin, am Somergill, war früher ummauert;mit Schloßrnine u. (1871) 2190 Ew. H- Berns.
Radvlfszcll, Stadt im bad. Kreise u. Amtsbez.Konstanz, am nordwestl. Ende des Uutcrsees, Sta-tion der Bad. Staats-Eisenbahnen, ein alter Ortmit Thoren n. Mauern; schöne gothischeKirche(vou1436), altes Ritterhaus (jetzt Spital), Eisengießerei,mechan. Werkstätte, Fabrikation von Feuerspritzen,Pumpen rc., Obst-, Wein- n. Gemüsebau, besuchteGetreide- und Biehmärktc; 1875: 1870 Ew. — R.mar vormals der Hauptort der heganischen Ritter-schaft n. gehörte zur österrcich.GrasschastNellenburg.
Nadolin-Nadolinski, s. Lcszczyc.
Nadom, 1) Gonv. in Russ.-Polen, ein Theil desehemaligen Kleinpolen, umfaßt die früheren Gonv.
— Radowitz.
Sandomir u. Krakau, wird begrenzt von denGonv.Kislce, Pctrokow, Warschau, SieLlce, Lublin undvom österr. Galizien; im 8k. flach, umschließt es imS. die bedeutendsten Hügelzüge in Polen, unter de-nen die Lyssa Gora ans 620 m ansteigt; bewässertwird R. von der Weichsel und deren linken Neben-flüssen, Pilica u. a. Das Land ist sehr fruchtbar,führt namentlich Holz n. Getreide aus; 12,352 Hjkmmit 532,466 Einw., meist Polen , welche Ackerbau,Handel u. nicht unbedent. Industrie treiben; 7 Kreise.2) Kreisstadt darin, an der Moczna; Gymnasium;Gerberei n. lebhafter Handel; 10,944 Ew. Drenke.
Radomsk, Stadt im rnss.-poln. Gonv. Petrokow,Station der Warschau-Wiener Bahn; starke Fabri-kation von Buchweizengrütze und lebhafter Handel;9104 Ew., darunter 4000 Inden.
Nadomijffl, Kreisstadt im rnss. Gonv. Kiew, amTeterew; Getreide- u. Holzhandel; 5905 Ew.
Nadotire» (v. Franz.), alberne, aberwitzige Sie-den führen: Radotagc, dummes Geschwätz; Ra-doteur, ein Schwätzer.
Radowitz, Joseph von, prenß. General undStaatsmann, als Sohn eines braunschweigischen,Weinhandcl treibenden Titnlarrathes, aus einemkleinen Adelshause Ungarns, geb. 6. Febr. 1797 inBlankenburg; war 1813 westfälischer Artillerie-Of-fizier, wurde bei Leipzig gefangen, trat in knrhess.Diensten.machtealsArtillerieofsizierdieKriege gegenFrankreich mit. Nachdem Friedeuwnrdeer, ein beden-tenderMathematiker, 18l5Lehrer der Mathematik u.KriegswissenschaftenimCadettencorpszuKasscl,1817Hauptmann n. Lehrer des Kurprinzen, verließ Kur-hessen wegen derMißhandlungen derKurfürstin, trat1823 in prenß. Dienste als Hanplinann im General-stabe und Lehrer des Prinzen Albrecht, wurde 1828Mitglied der obersten Militärstndienbehörde u. A»tillerie-Prüfungscommisfion, Lehrer an der Kriegs-schule u. Major, 1830 Chef des Generalstabes derArtillerie. Seine Heirath mit Gräfin Marie Boß(1828) führte ihn in die Kreise des alten preußischenAdels, dessen politische u. religiöse Anschauungen ertheilte. Bald war er der vornehmste Vertreter derContrerevolution. Mit dem Kronprinzen verbandenihn die innigste Frenndschast u. volle Uebereinstimm-ung in Kunst, Wissenschaft und politischen Ansichten.Letztere legte R. auch in dem 1831 von ihm mitbe-gründetcn Berliner politischen Wochenblatte nieder.R., ein eifriger Katholik, war das Haupt der politi-schen katholischen Partei, wurde darum von zahlrei-chen Gegnern als Jefuitenfrcund angeklagt, zumalseit er Droste-Vischerings Wahl inKöln bewirkt hatte;am Hofe und im höheren Beamtenthume regten sichseine Feinde und der König entfernte ihn 1836 vomHofe, gab ihm aber die für seine Jugend ungewöhn-liche Stelle als preußischer Militärbevollmächtigteram Bundestage. R. avancirte 1839 zum Oberst-lientenant u. 1840 znm Obersten; 1841 ging er nachWien u. an die süddeutschen Höfe wegen Unterhand-lungen über die Befestigung Ulms und Rastatts imFalle eines Krieges mit Frankreich und wurde 1842preußischer Gesandter in Karlsruhe, 1845 General-major. Er hatte sich bereits 1840 gegen Metternichüber die Nothwendigkeiteiner Umgestaltnng des Deut-schen Bundes ausgesprochen u. die Anträge, welchePreußen nachher in dieser Beziehung stellte, warenmeist von N. angeregt n. ansgegangen, bcf. der Ent-