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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Radcsyge -

schnitte gegliedert, wobei dann die Hintere LeibeS-masse dichter geringelt ist nnd sich durch Einschiebender einzelnen Thcile in einander nach Art einesFernrohres auf ein geringes Volumen verkürzenkann. Das Näderorgan, wonach diese Thiere be-nannt sind, liegt vorn am Körper und besteht anseiner häutigen, meist einziehbaren, einfachen oderdoppelten Scheibe, ans welcher ein Kranz von lan-gen Wimperhaaren sich findet. Die scheinbare rad-artige Drehung des Räderorganes rührt her von derwillkürlichen flimmernden Bewegung der Wimper-haare u. diese veranlaßt einen Wasscrstrom, welcherden Thieren Nahrung znführt nnd vermittclr ander-seits das Schwimmen. Nur bei den Weibchen istder Verdaunngsapparat deutlich entwickelt, wie dieseüberhaupt eine höhere Entwickelung bekunden. DieFortpflanzung geschieht durch Eier nnd zwar sindletztere zweierlei, dünnschalige Sommereier u. hart-schalige Wintereier. Aus kleineren Wintereiern ent-wickeln sich die Männchen, welche im Sommer nichtgefunden werden. 200 Arten, über die ganze Erdeverbreitet. Nach der Form n. Ausbildung des Rä-derorgans unterscheidet man die Ordnungen: Lolo-troesta, Thiere mit ganzrandigem, mehr od. weni-ger kreisrundem Näderorgan; LLÜi^obrooiia, Kerb-rädcrthiere, Räderorgan einfach od. doppelt gekerbt,gelappt oder gespalten; ^zxotroeiia, Doppclräder-thicre, mitdoppcltemNäderorgan u. oft wimperndenStirnsortsatz. Farwick.

Nadesyge, einein Schweden u. Norwegen durchendemische Verhältnisse veränderte SyPhilissorm, dieetwa seit Anfang des 18. Jahrh. bekannt ist u. heutzu Tage bes. noch in den Districten vonTjöra, Ornstn. Lahne beobachtet wird. Die Krankheit charakterisirtsich bes. durch Hautansschläge, nach deren HeilungNarben mit mehr oder weniger umfänglichen L>ub-stanzverlnst der Lederhaut Zurückbleiben. Kunze.

Nndctzky,FedorFedorowitsch,rnss.General,geb. 28. Juli 1820 in Kasan, erhielt seine militäri-sche Ausbildung in der Jngenienrakademie nnd derAkademie des Generalstabes in St. Petersburg, trat1839 in activen Dienst, kämpfte mit Auszeichnungim Kaukasus, machte dann den Ungarischen Kriegmit, avancirte 1860 zum Generalmajor nnd 1868znm Generallientenant. Als Commandeur des 8.Ruff. Corps vertheidigte er 1877 den Schipkapaßruhmreich gegen die wttthenden Angriffe SuleimanPaschas und nahm 9. Jan. 1878 die ganze 25,000Mann starke türk. Schipka-Armce gefangen. Schroot.

Radetzky, einederkathol. Confessionsolgende, alteböhmischeFamilie, welche 27. Sept. 1764indenGra-senstand erhoben wurde in der Person des WenzelLeopoldJohann,welcherlei starb. SeinEnkelGras Johann Joseph Wenzel R. vonRadetz,Herzog von Cnstozza, Herr auf Neumarkt in Krainu. Rzidk> in Böhmen, geb. 2. Nov. 1766 zu Tzreb-nitz inBöhmen, trat I784als Ladet in ein Kürassier-regiment, wurde 1786 Lieutenant und machte 1788bis 1790 unter Lacy u. Laudon die türkischen Feld-züge und 179395 die in den Niederlanden undDeutschland mit, wo er erst des Erzherzogs Albrecht,dann Llerfayts Adjutant war. Bereits 1794 zumLiittmeister avancirt, wurde er 1796 Adjutant desGeucralS Beanlien in Italien, 19. Mai Major indem neu errichteten Pioniercorps u. rettete 30. MaiBeaulicu in Valleggio vor Gefangenschaft. Wegen

- Radetzky.

seiner ausgezeichneten Dienstleistung in dem Feldzugevou 17991800 wurde er, nachdem er kurze Zeitals Oberstlieutenant beim großen Generalstab ge-standen hatte, 5. Sept. 1800 Generaladjntant undOberst beim Kürassierregiment Erzherzog Albrecht,welches er in dem Winterfeldzug 1800 in Deutsch-land commandirte; 1805 wnrde er Generalmajor u.kam zur italien. Armee, wo er beim DavidovichschenCorps thätig war; im Nov. d. I. erhielt er Befehlnach Cilty'vorzngehen, um den durch Marmont be-drohtenRückeu der österr.Armee zu decken. Nach demFrieden war R. in Wien mit Ausarbeitung vonReglements für das Trainwesen u. Thierarzneiin-stitnt beschäftigt nnd bethciligte sich auch an der Be-gründung des Equitationsinstitutes. Am 27. Mai1809 wurde er Feldmarschalllientenant, 21. Ang.Chef des Gencralquartiermeisterstabes nnd 6. Sept.1809 Inhaber des 5. Husarenregiments nnd standbeim Armeecorps des Erzherzogs Ludwig, wo er sichbes. auf dem Rückzug über Landshut u. bei Lambachauszeichnete, die Schlacht bei Wagram mitmachte u.dann Chef des Generalstabes beim Fürsten Liechten-stein wurde. Nach dem Frieden beschäftigte er sichals Chef des Generalquartiermeistcrstabes unausge-setzt mit Verbesserungen im österr. Militärwesen.1813 entwarf er als Chef des Generalstabes beimFürsten Schwarzenberg den Operationsplan für denKrieg n. die Disposition zur Schlacht von Leipzig.Am 1. Decbr. 1813 trat er in die Commission zurLeitung der VertheidignngD entschlands. 1814zeich-nete er sich in Frankreich aus, 1815 nahm er amWiener Congresse thcil. Im Mai 1815 wnrde erChef des Generalstabes der oberrheinischen Armee,22. Juni wirklicher Geheimrath. 1816 erhielt erdas Commando einer Cavaleriedivision in Olden-burg; 1818 wnrde er zum Generalcommando in Un-garn berufen; l8.Febr. 1829 wnrde er General derCavalerie und 24. Nov. Commandant der FestungOlmütz, 1831 Gouverneur der Lombardei und 17.Sept. 1836 Feldmarschall. Die Friedensjahre be-nutzte er zur Ausbildung der Armee u. hielt jährlichdie berühmten Herbstmanöver, welche von Offizie-ren fast aller europäischen Armeen zahlreich besuchtwaren. Er sah die Katastrophe von 1848 kommen,ohne ihr vorbeugenzu können, und mußte sich imAnfang des Kriegs vor den Premontesen bisBeronaznrückziehen. Aber desto glänzender führte er dannLiesen nnd den 1849 wieder ansgebrochenen Kriegdurch die entscheidenden Schlachten von Cnstozza u.Novara zu Ende. Als es 1850 schien, daß cinKriegzwischen Österreich nnd Preußen ausbrechen würde,wnrde N. nach Wien gerufen, um event. den Ope-rationsplan zu machen, doch kehrte er im Dec. d. I.in seine Stellung als Generalgouvcrnenr u. Landes-militärcommandaut der Lombardei u. Venedigs zu-rück. 1852 erhielt er von den Ständen Krams dasGut Thnrn bei Laibach znm lebenslänglichen Gennßüberlassen, wurde auf wiederholtes Bitten 28. Febr.

1857 in ehrenvollsten Ruhestand versetzt, st. 5. Jan.

1858 als Inhaber von 46 Orden in Mailand nndwurde zu Wetzdorf (unweit Wien) beigesetzt. R., derglänzendste kaiserl. Feldherr der Neuzeit, erhieltDenk-male in Prag, Laibach rc. Er war seit 1798 ver-mählt mit Francisca geb. Gräfin Strassoldo-Gra-fenberg (st. 1854); sein Sohn Th eodor ist General-major und Kämmerer a. D. Vgl. Strack, Gras R.,