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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Joachim ----- Joanne.

und führte sie in seinem Lande' ein, vertheidigteaber, Ruhe u. Frieden über Alles liebend, ihreSache nur mit ganz geringem Eifer. Durch seineVerschwendungssucht schädigte er die Finanzen desLandes schwer, sorgte aber für dessen künftigeVergrößerung durch den Abschluß der Erbverbrü-derung mit den Schlesischen Herzogen u. den Er-werb der Anwartschaft auf Preußen. Er starb

з. Jan. 1571 zu Köpenick. 4) I. Friedrich,Enkel des Vor. u. Sohn des Kurfürsten JohannGeorg, geb. 27. Jan. 1546, wurde 1553 Bischofvon Havelberg und 1555 zu Lebns, that 1565Kriegsdienste in Ungarn, wurde 1566 Admini-strator des Erzbisthums Magdeburg n. vermähltesich als solcher (der erste protestantische Prälat,der dies that) 1570 mit Katharina, Tochter desMarkgrafen Johann von Brandenburg-Küstrin,

и. (nach deren Tode 1602) 1603 mit Eleonore,

Tochter des Herzogs Mbrecht Friedrich von Preu-ßen. Nach seines Vaters Tode 1508 überließ erdas Erzbisthum seinem Sohne Christian Wilhelmu. übernahm die Regierung des KurfürstenthumsBrandenburg; er sorgte für sein Haus durch denGeraer Familienvertrag 1598, sowie durch An-bahnung des Erwerbs der Jülich-Kleveschen Erb-schast u. stiftete in Joachimsthal 1607 eine Fllr-stenschule; er st. 1608 auf der Reise von Köpenicknach Berlin in seinem Wagen. 5) I. Napo-leon Mnrat, s. Murat. Lag->i.*

Joachim, Joseph, berühmter Violinvirtuos,geb. 15. Juli 1831 zu Kittsee bei Preßburg inUngarn, von jüdischer Abkunft, lernte auf demCou-servatorium in Pest, in Wien bei Böhm, ».wurdedann bes. in Leipzig unter David u. Mendelssohnausgebildet, wo er auch von 1845 als Lehrer amConservatorium und beim Gewandhaus-OrchesterAnstellung erhielt. Im Jahre 1850 wurde erConcertmeister in Weimar und 1854 Concert-Director bei der Hofkapelle in Hannover, wo ersich taufen ließ. Im I. 1866 gab er diese Stelleauf u. siedelte nach Berlin über; hier betheiligteer sich an den öffentlichen Concerten und leiteteeinen Quartettvercin; 1869 wurde er Director derneuen Akademie für Musik in Berlin. I. hat vieleConcertreisen gemacht u. seinen Ruhm überallhinverbreitet. Sein Spiel besitzt in Schönheit desTons, fertiger Technik u. tiefer Empfindung desVortrags die größte Vollendung; bes. hinreißend,versteht er Bachsche Werke, Beethovens u. Men-delssohns Concerte vorzutragen. Er wurde schonmehrfach zur Leitung großer Musikfeste berufen;die Universität Oxford ernannte ihn 1877 zumDoctor der Musik. Schrieb auch Compositionen,worunter das ausgezeichnete Concert in ungarischerWeise. Seit 1863 ist er mit Amalie Weiß, einerausgezeichneten Altistin, damals am hannov.Theater, verheirathet. Siebenrock.

Joachimsorden, gestiftet 20. Juni 1755 von14 Herzogen, Prinzen, Grafen, Rittern undEdeln, an deren Spitze Prinz Christian Franzvon Sachsen Kobnrg als erster Großmeister stand.Er hieß anfangs Providenz-, dann Jona-thansorden, endlich I., mit der Bestimmung,den reicheren Mitgliedern Gelegenheit zum Wohl-thnen, den weniger bemittelten Unterstützung zubieten. Seit 1820 ist der I. nicht mehr erwähnt.

Joachimsthal, I) Bergstadt u. Hauptort imglenbnam böhm. Bezirk (Österreich), am Weseritz-bache in einem Thale des Erzgebirges; Berg- u.Hüttenverwaltung, Dechanteikirche, Volks- undBürgerschule, Schloß Freudenstein, Bergbau aufSilber, Wismuth, Nickel, Blende, Spitzenklöppclci,ärarischc Urangelbfabrik, Cigarrenfabrik, Fabrika-tion von Handschuhen u. Korkstöpseln, Bergbau(1874: 8095 kA Silbererz, 105 leg- Silber, 921kg Nickelspeise, 1417 lex Wismuth und 5191 I-§Uranerz); 1869: 6586 Ew., wovon 5328 im Orte. Von hier haben die Thaler (Joachimsthalcr)den Namen. Die 1516 entdeckten Silbergruben,die einst die Stadt reich gemacht, waren seit län-gerer Zeit sehr heruntergekommen. Am 31. Mär;1873 brannte die Stadt fast gänzlich ab. Inder Nähe Zinn- und Bleigruben. Vergl. Vogl,Gangverhältniffe und Mineralreichthum von I.,Teplitz 1856; Laube, Aus der Vergangenheit J-s,Leipz. 1875. 2) Stadt im Kreise Angermllude

des preuß. Regbez. Potsdam, zwischen dem Grim-nitz- u. Werbellin-See, Ziegelei u. Kalkbrennerei;1875: 2076 Ew. In I., das seit 1604 Stadtist, wurde vom Kurfürsten Joachim Friedrich 1607eine Fürstenschule gegründet. Nachdem diese inder Nacht vom 4. auf 5. Jan. 1630 von kur-sächsischen Soldaten zerstört worden war, wurdesie 1650 durch den großen Kurfürsten zu Berlinals J-sches Gymnasium wiederhergestsllt. Westl.vom Werbelliner See die Schorfheide mit demJagdschloß Hubertusstock. H- Berns.

Joahas (Joachas), 1) König von Israel, s.Hebräer, S. 94. 2) König in Juda, s. He-bräer, S. 95.

loaüller (fr.), Juwelier; seine Kunst u. Handel;lloaillisrls, Juwelierkunst u. Juwelenhandel.

Joaläos, Sohn des Jphikles, treuer Gefährtedes Herakles, nahm an dem Argouautenzuge undder kalydonischen Jagd theil und unterstützte denHerakles bei der Tödtung der Lernäischen Hydra,wurde von diesem mit Megara, der Tochter Kre-ons, vermählt. I. tödtete den Eurystheus; warbeim Tode des Herakles auf dem Öta zugegen u.errichtete diesem auf seinen Wunsch den Scheiter-haufen. Er starb in Theben, wo ihm zu Ehren dieJoläa gefeiert wurden. Die phönikische Heraklessageließ ihn in Sardinien Colonien gründen. Prcutz.

Joanna (Joana, Johanna, Andschuan, beiden Eingeborenen Hinznan, Nzuana), die blühendsteInsel der Comoren (s. d.); vulcanisch, gebirgig, gutbewässert, üppige Vegetation, 373,, dstem (6,HW); 12,000 Ew.; Hauptort: Domoni.

Joaune, Adolphe Laurent, franz. Schrift-steller, geb. 15. Sept. 1813 zu Dijon, kam 1827nach Paris, studirte Jura, wurde 1836 Advocat,wandte sich aber seit 1839 ganz der Schriftstellereizu. Seit 1833 lieferte er literarische, geschichtlicheu. juristische Artikel für Zeitschriften, namentlich18381850 für die Rovns britsnnigus. 1843gründete er mit Charton und Pauline die Illu-stration u. schrieb für dieselbe bis 1852. Vonseinen zahlreichen Werken sind hervorzuheben:Uebersetzung der List. Asnsralos äss vo/aAssvon Desborough-Cooley, 184041, 3 Bde.; vonOnkel Toms Hütte re. Bes. berühmt sind seineItinäraiiss (Oniäss-lloarme der Schweiz, des Jura