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Jnvergiren -
Jnvergiren (v. Lat.), neigen; daher Jnver-genz, Neigung.
Jnverneß, 1) Grafschaft in Nordwest-Schott-land, besteht aus einem kontinentalen Theile, derim W. an den Atlantischen Ocean (CaledonischesMeer), im N. an Roß, im O. an den MorayFirth, Nairn, Elgin, Banff u. Aberdeen u. imS. an Perth grenzt, u. einem bedeutenden Theilder Hebriden (s. d.); 11,021,22 LUKm (200,15,IHM) mit 87,531 Ew. (auf 1 Hstcm 8, in ganzSchottland 43). Der continentale Theil der Graf-schaft wird durch das Thal Glenmore mit dendurch den Calcdonischen Kanal verbundenen SeenNeß u. Lochy von SW. nach NO. durchschnittenu. ist ein fast dnrchgehends gebirgiges, roman-tisches, meist nicht anzubauendes Land. Die Ge-birge, in welchen Gneiß, Granit, Micaschiefer u.andere metamorphische Gesteine vorherrschen, sindgrößtentheils mit Heideflächen u. Torfmoorenbedeckt u. enthalten an Seen reiche GlenS. Durchden S. der Grafschaft erstrecken sich die Gram-pians mit dem 1343 m hohen Ben Nevis (demhöchsten Berge Großbritanniens) u. dem 1113mhohen Ben Alder (am Loch Etricht). Von letzte-rem Berge erstrecken sich die Monagh-Lea od.Monadh Liadh Mountains in nordöstlicher Richt-ung n. trennen den oberen Spey von dem Find-horn River, dem Loch Neß n. Loch Lochy. ImNW. des Glenmorethals sind die höchsten Berg-gipfel: Ben Attow (1219 m), Main Suil (1177m) u. Scourna Lapich (1150 m). Die Westküsteist sehr zerklüftet. Flüsse: Spey, Neß, Spean rc.Seen: Loch Neß, Loch Oich, Loch Lochy, Loch Sielu. m. Der Caledonische Kanal verbindet durchLoch Neß, Oich u. Lochy die Nordsee u. den At-lantischen Ocean; demselben entlang führt eineEisenbahn. Im Gienmorethal u. seinen Neben-thälern, namentlich im Glen Morrison, findet sichnoch ziemlich viel Wald (Tannen, Birken,Eichen rc.); im Ganzen sind jedoch kaum 4,5 derOberfläche der Grafschaft bewaldet und nur stark7 °/o derselben Acker« u. Wiesenland. Die Hanpt-erwerbsquelle der Bewohner bildet die Viehzucht,besonders die Schaf- u. Rindviehzucht (1875 gabes in der Grafschaft: 8844 Pferde, 52,739 StückRindvieh, 735,884 Schafe u. 3981 Schweine);andere Erwerbsquellen sind: Vogelfang, Fischerei,Wollen-u.Leinenweberei(hauptsächlichv.denWeibernbetrieben). An Mineralien kommen Kalk, Marmoru. Schiefer reichlich vor, auch Eisen u. Blei, wer-den jedoch nicht ausgebeutet. Die Sprache istvorherrschend gaelisch (celtisch), nur in den höherenStänden englisch. 8) Hauptstadt der Grafschaftan der Mündung des Neß in den Moray Firth,eine gut gebaute Stadt; 12 Kirchen, Gerichtshof,Lateinische Schule mit Bibliothek u. andere höhereSchulen, 6ao11o Looist^ (zur Erhaltung dergaelischen Sprache), Handwerker-Institut, Kran-kenhaus, Besserungsanstalt, Gefängniß, Tuch u.Hanffabriken, Gerberei, Salmenfischerei, bedeuten-der Handel, namentlich mit Wolle u. Schafen;14,510 Ew. — Der Hafen ist für Schifte von250 Tonnen zugänglich; zu demselben gehören133 Schiffe von 10,680 Tonnen Gehalt. Im 6.Jahrh. n. Ehr. war I. die Hauptstadt des Pik-tenreiches. Dabei die Trümmer eines Schlosses,
- Investitur.
wo nach der Sage Duncan durch Macbeth fiel,und auf dem 350 m hohen Craig-Patrick einVitrified-Fort. Bei I. im Februar 1746 Gefechtzwischen dem Prätendenten Karl Eduard gegenGeneral London; Elfterer Sieger. H- Berns.
Inversion (v. Lat.), 1) Umkehrung, Umwend,ung, Beugung, Umstülpung. 8) Abweichung vonder natürlichen Stellung der Worte, z. B. desMannes Pflicht, für die Pflicht des Mannes; meistso, daß sie einen anderen Sinn zu geben scheinen;auch so, daß die Aufmerksamkeit auf einen bes.hervorzuhebenden Begriff geleitet wird; z. B.Errungen, früh errungen hat er seine Palme, dertreue Streiter. 3) — Allegorie; 4) eine, aus zweiod. mehreren Unterabtheilungeiö zusammengesetzte u.in Linie stehende Truppenabtheiluug befindet sichin der I., wenn die normalmäßige Reihenfolgeder Unterabtheilungen in der Weise verändert ist,daß z. B. der rechte Flügelzug einer Compagnieauf dem linken, der linke Flügelzug dagegen aufdem rechten Flügel steht, die Züge in 'sich aberrangirt sind. Innerhalb der taktischen Einheitenvermeidet man beim Exerciren u. Manöverirenmöglichst die I. 5) (Math.) s. Combinations-lehre S. 229. 2 > Eberhard. 4 ) z.
Invertzucker ist ein optisch unwirksames Ge-menge von gleichen Molecülen Trauben- oderRohr- und Fruchtzucker, findet sich in manchenPflanzen fertig vor.
Jnverury, Stadt in der schott. GrafschaftAberdeen, am Ende des Aberdeenkanals, Eisen-bahnstation; Viehzucht u. Getreidehandel; 2959 E.
Jnvestigiren (v. Lat.), 1) der Spur nachgehen;3) aussorschen; daher Jnvestigabel, was sichaussorschen läßt. Investigation, Nachforsch,ung nach einem Verbrecher durch die Obrigkeit.
Investitur, Einkleidung, Einsetzung, Einführ,ung in ein Amt, in das Eigenthumsrecht aneinem Grundstück, sodann so v. w. Belehnung,im Kirchenrecht die Belehnung des Bischofs mitRing u. Stab. Das Recht, die von den Gemeindenod. dem Klerus gewählten Bischöse zu bestätigenu. ihnen die zu ihren Ämtern gehörigen Pfründenzu verleihen (Jnvestiturrecht), entstand in derZeit, wo den Kirchendienern liegende Gründe zumEinkommen angewiesen waren.,. Die I. einesBischofs od. zuweilen auch der Äbte geschah durchÜberreichung von Jnvestiturzeichen, einesRinges u. Hirtenstabes (oft auch eines Bnches,einer Mütze u. dgl.), zur Versinnbildlichung derengen Verbindung des Bischofs mit seiner Diöceseu. der Würde u. Hirtensorgfalt desselben. Bisins 11. Jahrh. übten Kaiser u. Könige in Deutsch-land dieses Recht; Gregor VII. vindicirte es demPäpstlichen Stuhl; sein Bruch mit Heinrich IV.dieserhalb veranlaßte den J-streit, welcher erstunter Calixtus II. 1122 durch das WormserConcordat beigelegt wurde, so daß der Kaiser dieI. mit Ring u. Stab dem Papst abtrat, dieseraber ihm die Belehnung der Bischöfe durchs Sccpterüberließ. Die Reformation eignete den Fürstendas Bestätigungsrecht zu, die es in evangelischenLändern denn auch jetzt wirklich üben, ohne jedochdie alten symbolischen Gebräuche beibehalten zuhaben. Die Bischöfe der Katholischen Kirche wer-den, je nachdem es die Concordate bestimmen,