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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Interferenz.

Betheiligten ihr Interesse vertreten u. dasselbe z»wahren suchen. Der vorstehende Ausdruck hatjedoch insofern eine specifisch politische Bedeutungbekommen, als es sich uni eine staatlich organisirtepermanente Vertretung gewisser Klassen u. Ständeals solcher sowol bei den Regierungen, als auchinsbesondere auf den Landtagen handelt. DieEntwickelung des Feudalismus war es, welcheeine solche I. zur Ausbildung brachte und zwarnicht zu Gunsten derjenigen, die eines besonderenSchutzes am meisten bedurften, d. h. nicht zuGunsten der Unterdrückten, der Hörige», der inder Regel nach den Launen ihrer Gebieter Miß-handelten, sondern im Gegentheil, znm Vortheilder Bevorrechteten, der Unterdrücker, der herrschen-den Klassen. Sie waren es, welche im Mittelalteru. bis zur Neuzeit herab ihre I. schufen u. auf-recht erhielten, nicht zum Besten der Gesammtheitder Staatsangehörigen, sondern zur Wahrung u.Ausbeulung ihrer Privilegien. So entstanden,nachdem die Masse der ursprünglich gleich-freienu. gleich-berechtigten Angehörigen der in der Völker-wanderung siegreichen Stämme mehr u. mehr inHörigkeit und Leibeigenschaft herabgebracht war,allmählich die alten Landstände. Die Ver-tretungen der allein noch Freigebliebenen, desAdels, dann der Geistlichkeit, woneben nur dieBewohner gleichfalls privilegirter Städte, und indiesen namentlich die Zünfte, welche sich nichtminder Privilegien in ihren Orten erkämpft hatte»,eigene Repräsentationen anfstellen konnten (esherrschte damals eine Hörigkeit der Werkstätte,einigermaßen ähnlich der des Feldes; für den Ge-sellen war es oft eben so schwer, Meister zu wer-den, als für den leibeigenen Bauer, die Emanci-pation zu erlangen). Es gehört zu den vielen n.hohen Verdiensten der ersten sranz. Revolution,dieses Stände-, d. h. Privilegien- u. Vorrechts-wesen principiell gebrochen, u. dafür ein unendlichHöheres, das gleiche Recht Aller, wenigstens prin-cipiell, an dessen Stelle gesetzt zu haben. Damitmußte denn auch die Vertretung Aller in den Lan-desversammlungen die gleiche werden. Wie sehru. wie lange sich auch Herkommen, Vorurtheil u.Sonderinteresse (Egoismus) dagegen sträubten,namentlich in Demschland, ließ sich die Anerkenn-ung des Grundsatzes, wenn auch unter gar man-cherlei Beschränkungen, schließlich doch nicht ver-meiden. Man machte nun allerdings einen Unter-schied nach dem Geldvermögen, indem man einenCensus einführte; allein abgesehen davon, daß dieBedürfnisse der Staaten im Allgemeinen weit mehrdurch indirecte als durch directe Steuern aufgebrachtwerden, welche ersten vorzugsweise aus den Minder-besitzenden lasten, müssen diese infolge der allge-meinen Wehrpflicht, die drückendste aller Leistungen,den Militärdienst, mindestens eben so sehr wie dieReichen tragen, so daß auch diese Unterscheidunglogisch unhaltbar erscheint. Dies Alles hat jedochdas wiederholte Austauchen des Verlangens nachI. nicht abgewendet. Allerdings wird eine solchenicht mehr in der früheren Weise begehrt; Adelu. Klerus sollen nicht aufs Neue privilegirt wer-den, dagegen aber die Großgrundbesitzer und dieeinzelnen gewerblichen Stände, Brnchtheile desfrüher sog. Dritten Standes. Das Verlangen

sucht sich um so mehr geltend zu machen, wennwirthschaftlich ungünstige Zeiten Hereinbrechen, od.wenn reactionäre Strömungen zur Herrschaft ge-langen. Eine Verwirklichung ist aber, wie dieDinge liegen, kaum mehr möglich, und wäre siees, so würde das Ergebniß znm Unheil Aller ge-reichen. Was man erstrebt, würde zu einer Artpotenzirten Zunftwesens führen. Jeder Stand,ja jedes einzelne Gewerbe könnte consequenterWeise seine eigene Standesvertretnng auf denLandtagen fordern; es gäbe kollain omnium con-tra, ornnos. Wo wäre die Grenze, wenn es sichum Normirung der zu vertretenden Stände han-delte, und wer bestimmte das proportionale Ver-hältniß der einzelnen Klassen und Stände? DerWiderstreit entgegengesetzter Interessen wäre nichtaus der Welt geschafft, sondern er würde nur ge-schärft u. desto erbitterter entbrennen. Die Miß-stände, über die man, u. zwar mitunter nicht ohneGrund, klagt, lassen sich nun einmal auf dieseWeise nicht heben, dazu bedarf es des Auffindensanderer Mittel. Selbstverständlich ist es dabei, daßdas Gesagte nicht ansschließt ein Geltendmachenberechtigter Interessen durch Gewerbs- u. Handels-kammern, durch Vereine von Industriellen derverschiedenen Zweige n. s. w., nur darf die Ent-scheidung in eigener Sache, namentlich eine maß-gebende Gewalt, keinenfalls in die Hände Der-jenigen gelegt werden, welche eigens als Wort-führer der betreffenden Klasse aufgestellt sind;dies hieße geradezu die allgemeinen Interessenden Sonderinleresseu unterordnen und zum Opferbringen. K°lb.

Interferenz (v. engl, to intcrlsrs, Zusam-menwirken, sich vermischen), die durch das Zu-sammentreffen zweier od. mehrerer Wellensystemehervorgebrachte Verstärkung od. Schwächung ihrerWirkung. Der Ausdruck stammt von dem engl.Physiker Aonng her u. ist fast in alle neuerenSprachen übergegangen. Tie I. - Erscheinungenzeigen sich bei allen Arten von Wellen, so beimSchall, Licht, strahlender Wärme u. s. w. undhaben namentlich bei der Lehre vom Licht insoferneine sehr wichtige Bedeutung, als durch sie ins-besondere die moderne Auffassung des Lichts ge-stützt wird, nach welcher dieses als eine oscillirendeBewegung der Äthertheilchen in einer zur Richt-ung des Strahles rechtwinkligen Ebene betrachtetwird. Wenn sich zwei Schall- od. Lichtwellengleicher Länge (d. h. gleich hohe Töne resp. gleicheFarben) nach einer u. derselben Richtung od. wenig-stens nahezu in einer u. derselben Richtung fort-pflanzen, so wird, wenn kein Phasenunterschiedstattfindet, d. h. wenn ein Wellenberg resp. Wel-lenthal der einen mit einem Wellenberge resp.Wellenthale der anderen Welle zusammentrifft, eineVerstärkung des Tones resp. des Lichtes statt-finden; ist aber ein Phasennnterschied vorhanden,so können sich die Wirkungen schwächen u. unterUmständen gänzlich aufheben. Läßt man z. B. einenTon durch einen sich verzweigenden Kanal gehen, sodaß.die Tonwellen, wenn sie wiederznsammeutreffen,verschiedene Wege durchlaufen haben, so wird imAllgemeinen ein Phasenunterschied u. somit I.eintreten. Am günstigsten ist offenbar der Fall,wo der Phasennnterschied */? Wellenlänge beträgt,