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Jntemperanz -
gedacht. Physiologisch ist der I. die in fortlau-fender Stufen- oder Reihenfolge auf Eindruck,Gefühl u. Empfindung sich entwickelnde Re-flexthätigkeit des Gehirns (vgl. die drei genanntenStichworte). Indem sich in dieser Weise Urtheilu. Berechnung bilden, ist auch die Maßgabe desVerhaltens u. Handelns geboten, od. mit anderenWorten, der Willensthätigkeit die Richtung ange-wiesen. Selbstverständlich ist der I., wie derWille, abgesehen von den im Eindruck (Außenwelt)schon enthaltenen Einflüssen u. Umständen, in hohemGrade abhängig vom Triebe (s. d. Art.), wie siebeide endlich auch von Gesichtspunkten beeinflußtwerden, welche sich (speciell beim Menschen) ausBildung u. Moral ergeben. Denn der I. ist nichtetwa eine specielle Eigenthümlichkeit des Menschen,er läßt sich vielmehr verfolgen bis zu den niedrigst-stehenden Formen der Thierwelt. Er ist in Wahr-heit in der animalischen Welt eine der erstenErfordernisse des organischen Daseins und einsolcher Organismus, der keinen Jntellect besäße,würde bald den Gefahren erliegen, von denen ervon allen Seiten bedroht ist (Kampf um das Da-sein). Man kann sich daher den I. zunächst ent-standen denken aus dem mächtigsten Triebe, demder Selbsterhaltung; sortgebildet wird er daun zuhöheren Stufen durch den Kampf um das Dasein,in den jedes organische Gebilde hineingezogen ist,ferner durch das Gefühl der Lust u. Unlust, undendlich durch das Interesse in feinen tausendfachenGestaltungen. Hand in Hand damit geht im All-gemeinen auch eine höhere Ausbildung der Or-ganismen, während Einseitigkeit (s. d. Art.) fürbeide Theile Entartung u. Verfall bedeutet. Vonder Art u. Beschaffenheit des J-s hängt untrenn-bar die Art u. Beschaffenheit des Denkens (s. d.Art.) u. des Handelns ab. Int ellectuell, wassich auf den I. bezieht, davon ausgeht; intelli-gent, mit I. begabt; Intelligenz, die Fähig-keit des J-s, das J-vermögen ; dann auch ein miteinem gewissen Grade von I. begabtes Wesen.Jntelligibel, verständlich, faßlich, bes. durchreineDenkthätigkeit. Intellektualismus (In-kellectualphilosophie), philosophisches System, wel-ches, im Gegensatz zum Empirismus u. Sensualis-mus, alle Erkenntuiß aus der bloßen Thätigkeit desVerstandes od. der Vernunft ableitet. 2) (Rechtsw.)Jntellectuelle Theilnahme im Gegensatz derphysischen Theilnahme, bei einem Verbrechen dieMitwirkung, welche ein Gehilfe dem eigentlichenThäter des Verbrechens durch intellectuelle Mittel,durch Ertheilung von Rath und Anschlag, leistet.Jntellectueller Urheber, im Gegensatz desphysischen, derjenige, welcher in dem Thäter desVerbrechens den verbrecherischen Entschluß durchBefehl, Auftrag, Nöthigung, Unterricht rc. zurReife gebracht hat, s. u. Lonoursuo 5). r) Schroot.
Jntemperanz (v. Lat.), Unmäßigkeit.
Jntempestiv (v. Lat.), zur Unzeit.
Intendant, Ausseher, Verwalter, auch so v.w. Director, Leiter einer Anstalt, eines Instituts:Theater-J., Mufik-J. rc. Der oberste Verwalt-nngsbeamte eines Heeres od. einer Heeresabtheil-ung, hiernach unterscheidet man General-, Armee-,Corps-, Divisions-J-en; sie sind entweder Offiziereoder höhere Militärbeamte, theilS mit, theils ohne
— Jnterainna.
militärischen Rang; sie sind die Vorsteher dermilitärischen Verwaltungsbehörden, die Inten-danturen genannt werden und von welchen alleKaffen-, Verpflegungs-, Bekleidungs-, Kaserne-ments- u. s. w. Angelegenheiten refsortiren. Imdeutschen Heere bestehen bei jedem Armee-Corpseine Corps-, bei jeder Division eine DivisionS-Jnteudantur, welchen eine Anzahl Jntendantur-NLthe, -Secretäre u. s. w. beigegeben sind. DieIntendanturen unterstehen sowol direct dem Kriegs-ministerium (Militär-Ökonomie-Departement), alsauch dem betreffenden General-, resp. Divifions-Commando, bei welchen die J-en Vortrag überalle Verwaltung und Ökonomie der unterstelltenTruppen betreffenden Angelegenheiten haben. Denmobilen Truppcnverbänden werden Feld-Inten-danturen zugetheilt, während die stellvertretendenoder Proviuzial-Jntendanturen alle Militär-Ver-waltungsangelegenheiten des heimathlichen Corps-bezirkes besorgen. Die deutsche Marine-In-tendantur wurde in den Anfängen der preuß.Marine von der Intendantur des 2. ArmeecorpSverwaltet, 1854 als Marine-Jntendantur-Abtheil-uug der Intendantur des 3. Armeecorps attachirt,1856 befand sie sich bereits als Marine-Stations-Jntcndautur der Ostsee in Danzig, von wo sie1862 als Marine-Intendantur nach Berlin über-siedelte, um endlich 1872 getheilt zu werden indie Stations-Intendantur der Marine-Station derNordsee zu Wilhelmshaven und in die der Ostseezu Kiel. Die abschließenden Geschäfte der Marine-Intendantur gingen auf das neuerrichtete Decernatsür Rechnungs-Revision über, dem der einzigedeutsche Mariue-J. vorsteht. Vorsteher der Sta-tions-Intendanturen sind Marine-Jntendantur-Näthe mit dem Charakter als Stations-J-en; aufbedeutendere Geschwader wird jetzt auch ein Ma-rine-Intendantur-Rath als Geschwader-J. com-mandirt. z- Fest.
Intendantur, s.u.Intendant. Intendanz,die Verwaltung, dann das Amt eines Intendanten.
Jntendiren (v. Lat.), 1) ausstrecken, spannen;2) anstrengen; 3) bezwecken.
Jntension (v. Lat.), Anspannung der innerenKraft, welche, sofern man sie mit einer anderenvergleicht, zur intensiven Größe wird, imGegensatz von extensiver (räumlich ausgedehnter)Größe. Intensives Gefühl, ein lebhaft er-regtes Gefühl. Intensive Willenskraft, Eigen-heit eines selbständigen Charakters.
Intensität (v. Lat.), 1) Zustand der Ange-spanntheit ; 2) Wirksamkeit, Stärke, Kraft.
Intensiv, s. u. Jntension.
Jntensivum, ein Zeitwort, welches eine Ver-stärkung oder ein Beharren bei einer Handlungausdrückt.
Jntensivtvirthschaft, s. Betriebssysteme.
Intention (v. Lat.), Absicht, Zweck; daherIntentioniren, beabsichtigen. JntentivnaliZ-mus, Glaube, daß der Zweck (Intention) dieMittel heilige.
Intor (lat.), unter, zwischen, während.
Jnteramna (a. Geogr.), 1) Stadt in Umbrienam Nar; Vaterstadt des Geschichtschreibers Taci-tus und der Kaiser Tacitns und Flvrianus; jetztTerni. 2) I. Livinas, in Latium, am CasinuS,