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Jnfralapsnrier
der mit einem Mal seine Richtung erheblich ab-ändert.
Jnfralapsarier und Supralapsarier nannteman bei den Reformirten die Anhänger der beidenentgegengesetzten Lehrweisen hinsichtlich der Prä-destination, von denen die eine die Prädestinationdem Falle überordnet, die andere unterordnct. DieDordrcchter Synode ließ diese Frage unentschieden.
Jnfrangibel (v. Lat.), unzerbrechlich. iLöffler.
!a krauäsm ceeäüffrum (lat.), zum Schaden derGläubiger; in krancksm IsAiv, absichtliche Umgeh-ung des Gesetzes.
Jnfrigidation(lat.), Abkuhlen-, Erkaltenlassen.
Insul (Inkula), 1) (röm. Ant.) weißer, seltenrother, wollener Hauptschmuck, entweder als Bindeoder als Turban, mit an beiden Seiten herab-häugeuden Bändern; als Zeichen der Unverletz-lichkeit getragen von Priestern, Bestalinnen, Schutz-stehenden, auch Opferthiere u. selbst leblose Gegen-stände an heiligen Orten wurden damit behängt.Später nahmen auch die Kaiser u. hohe Staats-beamtete die I. als Jnsignie an. 8) Seit dem7. Jahrh. u. heute noch in der kath. Kirche dieAmtsmlltze der Erzbischöfe, Bischöfe und mancherÄbte (daher inkulatus), in der Farbe nachdem Meßgewand sich richtend, mit Borden undJuwelen geschmückt; sie besteht aus 2 hörnerartignach oben spitz znlaufenden Theilen, mit nachhinten herabhäugendcn Bändern. 3 ) Die Bischoss-u. Prälatenwürde. Daher Jnfuliren, mit derInsul schmücken, d. h. zum Bischof od. zum Abterklären, Vorrecht des Papstes. Löffler.*
Jnfundiren (v. Lat.), 1) eingießen; 8) auf.gießen. Daher Jnfuudirbüchse, cyliudrischcs,mit einem Deckel versehenes Gesäß von Porzellanoder feinem Zinn, von verschiedener Größe, zuAusgüssen vegetabilischer Stofse.
Infusio», 1) (Med.) a) Einbringen arznei-licher Stofse in die Blutadern, z. B. einer Brech-weinsteinlösulig, wenn aus irgend einem Grundeeine Unmöglichkeit zu schlucken besteht. Gefährlichwegen Eintritt von Luft in die Blutadern, b) Ein-bringen von Wasser od. anderen Flüssigkeiten inden Darm, in die Harnblase, in den Magen durcheinen Heberapparat. Der letztere besteht aus einemgewöhnlichen Trichter, an welchem ein etwa 4 mlanger Gummischlauch mit einem Ausflußrohre be-festigt ist; vor dem Ansätze des Ausflußrohres istein Äbstellhahn. Wird nun das Ausflußrohr inden Mastdarm eingesührt u. in den hochgehalteneuTrichter Wasser eiugefüllt, so nimmt der Darmeine große Menge Wasser auf. Es ist dadurchmöglich, Darmverschlingungen u. hartnäckige Stuhl-verstopfung zu heben. In die Blase werden durchden gleichen Apparat wechselsweise Flüssigkeiteneingesührt u. durch Senken des Trichters wiederentleert, so daß ein vollständiges Ausspülen derHarnblase erfolgt, eine Methode, die bei säuligzersetztem Harn von großer Wirksamkeit ist. Bonden Magenkrankheiten kommt die I., resp. Aus-spülung des Magens, bes. bei Magenerweiterungin Anwendung. 8) Aufguß. Kunze.
Jnfustonsthierchen, s. Infusorien.
Infusorien (Jnfusionsthierchen, Aufgußthier-chen, Inkusoria), Thierklasse aus dem Typus derUrthiere oder Protozoen. Von den übrigen Ur-
— Infusorien.
thieren durch ihre bestimmte Körperform, sowiedadurch unterschieden, daß ihre Kürpersubstanz ineine Riudenschicht (Lntioula) u. ein inneres be-wegliches, in beständiger Veränderung begriffenes,halbflüssiges, aus körnigem Protoplasma bestehen-des Mark geschieden ist; auch besitzen sie noch eineMundöfsnung. Ihr Name rührt her von ihremplötzlichen u. massenhaften Erscheinen in wässerigenAufgüssen (Infusionen) auf die verschiedenartigstenStoffe. Diese vielfach bewunderte Erscheinung,welche früher der Urzeugung zugeschrieben wurde,erklärt sich durch die Leichtigkeit, mit der selbst inscheinbar abgeschlossene Flüssigkeiten Keime diesermikroskopisch kleinen (0,ooi mm und weniger, bishöchstens 1 mm) Thiere gelangen können u. durchderen außerordentlich rasche Vermehrung. DieKörperform ist sehr verschieden: kugelig, eiförmig,walzen-, stab-, faden-, scheiben-, trichter-, glocken-förmig u. s. w. Viel: sind durchsichtig, anderenicht. Die Cuticula ist mit verschiedenen Anhän-gen, wie Wimpern, lange, faden- oder peitschen-sörmige und eiustülpbare Geißeln, Borsten undStacheln besetzt. Je nach dem Verhalten der Cuti-cula unterscheidet mau formveräudernde, formbe-ständige u. gepanzerte I. Von einein Sinuenlebenzeigt sich außer dem Hautsinne nur noch ein Ver-mögen für Lichtempfindung, da die I. sich an derbeleuchteten Seite des Gefäßes ansammeln, inwelchem sie aufbewahrt werden; Gesichtsorganefehlen. Von dem mit Wimperkranz umgebenenMund ragt häufig eine Speiseröhre in das Mark.Mit dem durch die Wimperbewegung erzeugtenWasserstrome gelangeuNahrungsstosse in dieSpeise-röhre u. demnächst in das Innere des Protoplas-mas u. werden dort durch die Zusammeuziehungendes Leibes umhergetrieben, bis endlich die un-brauchbaren, sichtbar veränderten Stofse durch einebesondere Öffnung wieder ausgestoßen werden. Beiden mnudlosen Amöben wird dagegen die Nahr-ung einfach von der Leibessnbstanz umflossen, ihresNährstoffes beraubt u. endlich au einer beliebigenKörperstelle wieder ausgestoßen. Als innere Er-uährungsapparate kann man vielleicht Helle, mitFlüssigkeit gefüllte contractile Räume im Innerndes Markes auseheu, welche sich rhythmisch zu-sammenziehen u. verschwinden, dann wieder sicht-bar werden und sich ausdehnen. Die Athmungerfolgt durch die Haut. Die Fortpflanzung ge-schieht durch Knospung, Theilung, Schwärmspröß-linge u. durch Eier (Keimkugeln). Auf dem Wegeder Theilung, welche mit Theilung des in denmeisten I. vorhandenen Kernes beginnt, findeteine außerordentlich rasche Vermehrung statt; dieTheilung einer Vorticelline dauert z. B. nurbis 1 Stunde, was, da jedes Theilganze sich so-fort wieder theilen kann, binnen 24 Stunden schon16 Millionen neue Individuen gäbe. Indem beider Theilung od. Knospung oft keine vollständigeLoslösung der Individuen von einander erfolgt,bilden sich Colonien od. Stöcke (z. B. beim Glockeu-thierchen, vgl. die Tafel Urthiere). Häufig gehtder Theilung eine Einkapselung (Encystirung) vor-aus, namentlich wenn das Wasser, das Lebeus-element der Thiere, austrocknet. Die Theilindivi-duen wachsen dann heran, sobald die Kapsel durchWasser zum Bersten gebracht wird. Schwärm-