InCaiitig, —
wird. Gegenwärtig bildet das Bataillon die takti-sche Einheit der I., es zerfällt in 4—6 Com-pagnien u. hat eine Stärke von 800—1200 Mann,
2— 4 Bataillone bilden ein Regiment, 2—3 Re-gimenter eine Brigade. In den höheren Truppen-verbänden, den Divisionen, ist die I. zwar mit denanderen Waffen vereinigt, doch nennt man eineaus 2—3 J.-Brigaden, 1 Cavalerie-Regimeiit u.
3— 4 Batterien Artillerie rc. zusammengesetzte Trup-penabtheilung gewöhnlich I.-Division. In alleneuropäischen Heeren ist die I. mit gezogenen Hin-terladungsgewehren u. einem zugleich alsBayon-net benutzbaren kurzen Seitengewehr bewaffnet,mit Tornister, Brodbeutel, Kochgeschirr und Feld-flasche ausgerüstet u. mit Waffenrock, Hose, Stie-fel, Helm od. Käppi u. Mantel bekleidet, letztererwird meist zusammengerollt am Tornister oderbandelierartig über die Schulter getragen. Patron-tasche u. Seitengewehr werden an einem um dieHüfte befestigten sog. Leibriemen getragen. Diegewöhnliche Stellnngssorm eines deutschen I. Ba-taillons ist die Linie in 3gliederiger Aufstellung;dabei zerfällt das Bataillon in 8 Züge, jeder Zugin 2 Halbzüge u. diese in 2—4 Sektionen. AlsMarschformation dient die durch Abschwenken derSektionen hergestellte Sections - Colonne; vor-zugsweise als Parade-Formation die Zug-Co-lonne und die Colonne in Compagniefronten, ent-weder geöffnet od. geschlossen. Beim Übergange zurGefechtsformation wird aus dem 3. Gtiede jederCompagnie ein dritter sog. Schlltzenzng gebildet u.dieCompagnie-Colonnenformation, die 3 Züge einerCompagnie hinter einander, die 4 Compagnie-Co-lonnen eines Bataillons auseinander gezogen, ne-beneinander angenommen. Als Bataillons-Colonneist, aber in der Regel nur außerhalb des feind-lichen Feuerbereichs, die sog. Angriffscoloune od.Colonne nach der Mitte noch im Gebrauch, wobeisich die beiden Flügelcompagnien so hinter denbeiden mittleren Compagnien sormiren, daß die1. hinter der 2., die 4. hinter der 3., sämmtlicheCompagnien in Compagnie-Colonne, zu stehenkommt. Zum Gefecht werden die Bataillone des1. Treffens in Compagnie-Colonnen auseinandergezogen; diese schicken Schützen, mindestens in derStärke eines halben Zuges, vor u. folgen mit demReste als Unterstlltzungstrnpps, die je nach demTerrain u. den Gcfechtsverhältnissen in Linie od.Colonne formirt sind. Nach Maßgabe der Ent-wickelung der feindlichen Kräfte wird die Schützen-linie ans den Unterstützungstrupps verstärkt. Trotzder weittragenden Gewehre soll das Feuer derSchützen im Allgemeinen erst auf Entfernungenvon ca. 600 na eröffnet werden. Der Angriffwird meist durch das sog. sprungweise Vorgehenmit Heranschießen eingeleitet, auf etwa 2S0 mwird das eigentliche Feuergesecht geführt, u. nach-dem durch dieses die Widerstandskraft des Feindeserschüttert u. das zweite Treffen herangekommenist, erfolgt das allgemeine Vorgehen gegen diefeindlichen Linien. Das zweite u., wenn nöthig,auch die Hinteren Treffen, sind ebenfalls in Linieoder Colonnen formirt u. haben im Allgemeinendiejenigen Formationen anzunehmen, bei denendie geringsten Verluste durch feindliches Feuer zuerwarten oder welche durch die Gestaltung des
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Terrains bedingt sind. Die Treffenabstände müssenso bemessen sein, daß die Hinteren Treffen unterallen Umständen rechtzeitig zur Unterstützung derGefechtslinie einzugreifen im Stande sind. DerAngriff der I. ist durch die neuen Feuerwaffenäußerst schwierig geworden u. wird meist nur mitgleichzeitiger Umfassung des Feindes ausführbarsein — u. doch ist die Offensive die einzige Kampfes-weise, um die Entscheidung herbeiznfnhren —: nureine vortrefflich disciplinirtc, ausgebildete und ge-führte I. wird im Stande sein, diese Schwierig-keiten zu überwinden; das ungestüme Darauflos-gehen allein kann bei der heutigen Bewaffnungkeinen Erfolg mehr versprechen; dieser ist vielmehrnur durch eine gründliche u. sorgfältige, aus dieVerhältnisse des Krieges basirre Friedensausbild-ung zu erhoffen. z-
Inkantm (lat.), Kindheit; LvanZsIinm Inkan-tias LIrrlsti, Kindheitsgeschichte Jesu, s. u. Apo-kryphen.
Inlaniwiälum (lat.), Kindermord.
Jnfarct (v. Lat.), Verstopfung von Blutge-fäßen durch eingeschwemmte Gerinnsel (so Lungen-,Milz-J. bei Herzkranken), von Harnkanälchen mitHarnsäuren Salzen (so beim Harnsäure-J. derNeugeborenen). Kunze.
Jnfatignbel (v. Lat.), unermüdlich.
Infatuation (v. Lat.), thörichte Einbildung,Vorliebe für Etwas.
In kavdrsm (lat.), zu Gunsten, zu Gefallen.
Insertion (v. Lat.), Infektionskrankheiten, s.u. inficiren.
Inkori (lat.), die Unteren, die Unterirdischen, dieSeelen der Verstorbenen; daher die Unterwelt.Interims, bei den Alten die Todtenopfer, welcheden unterirdischen Gottheiten für die Seelen derVerstorbenen dargebracht wurden.
Inkorior (lat.), unter, untergeordnet, kleiner, ge-ringer, niedriger; Inferiorität, Unterordnung,untergeordnete Beschaffenheit, vgl. Superiorität.
Infernal (v. Lat.), die Unterwelt betreffend,teuflisch, höllisch; daher Infernales, Secte im16. Jahrh., welche die Höllenfahrt Christi leug-nete, auch Hölle nur für einen bildlichen Ausdrucknahm, welcher böses Gewissen bedeute.
Inlerum wäre hieß bei den Römern das Meeran der Westküste Italiens, von dem nach denGegenden, die cs bespülte, dann wieder einzelneLheile, das Tyrrhenische, Ligustische unterschiedenwurden.
Jnfibulation (v. Lat.), ein chirurgisches Ver-fahren, das darin bestand, daß ein Draht durchdie Vorhaut gestochen und vor der Eichel zu einemso engen Ring zusammengedreht wurde, daß da-durch eine Erection unmöglich war. Es sollte derSelbstbefleckung Vorbeugen. Es sollen sich An-deutungen dieser Operation schon bei alten Schrift-stellern, z. B. Celsus, finden. C. A. Weinholdin Halle machte in allem Ernst den Vorschlag, sichdieses Verfahrens unter Anwendung einer Plombevon Staats wegen zu bedienen und es bei männ-lichen Individuen vom 14. Lebensjahr an so langeanznwenden, bis sie die Mittel, um eine Familiezu ernähren, Nachweisen konnten, um einer Über-l völkerung u. Verarmung entgegenzutreten. Heute! hat das Verfahren sowol in der genannten, als auch