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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Indien.

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densbedingung bereit, worauf Gwalior 2. Jan.1844 ohne Widerstand übergeben wurde. Dienoch schlagfertigen Mahratten boten ihre Dienstefür das neu zu bildende Contingent an. Gwaliorverlor seine Unabhängigkeit, mußte mehrere Ge-bietsstrecken abtreten, die gesammte Artillerie wurdeausgeliefert, das Heer unter den Befehl englischerOffiziere u. die Verwaltung unter einen englischenResidenten gestellt. In diese Zeit fallt auch dieErwerbung der dänischen Besitzungen, welche durchVertrag für 3,375,000 Ll an die Englisch-Ostindi-sche Compagnie verkauft wurden.

Auch das Pendschab (s. d.), dessen blühende Flu-ren durch die Jahrh. durch dauernden Kämpfe derAfghanen u. des Moguls verheert, jetzt in eineAnzahl Sikhstaaten, wie Deradschat, Patiala rc.zerfielen, konnte seinem Schicksal der Einver-leibung nicht entgehen. Seit dem Tode des Rund-schit Singh, welcher niit den Engländern mehr-fache freundschaftliche Verträge (1809, 1831, 1835)abgeschlossen hatte u. 27. Juni 1839 gestorbenwar, hatte die Geschichte dieses Landes durch raschenThronwechsel, Palastintriguen, Ausstände und Er-mordungen einen echt orientalischen Charakter er-halten. Unter den Parteikämpfcn war zugleich dieErbitterung gegen die Engländer gewachsen, undals die Empörung mit der Ermordung des Bru-ders der Regentin, Dschowahir Singh, 21.Sept.völlig gesiegt hatte, wurde der Kriegsruf gegenEngland lauter als je. Lord Ellenborough warinzwischen durch die Direktoren der OstindischenCompagnie, ohne Zustimmung der Regierung, imApril 1845 abberusen und Sir Henry Hardingean seiner Statt als Generalstatthalter eingesetztworden. Am 12. Der. überschritten 10,000 Mannder Sikh (s. d.), der kriegerischen herrschenden Klasseim Pendschab, den Setledsch unweit Firozpur u.konnten erst 21. Der. bei Firuzschah unter großenVerlusten der Engländer über den Strom zurück-gedrängt werden. Schon im Jan. 1846 drangensie von Neuem vor, wurden jedoch 28. Jan. vonSir Harry Smith bei Alliwal geschlagen u. wie-der über den Fluß zurückgeworfen. Eine nochgrößere Niederlage brachten ihnen 10. Febr. SirHugh Gough und Lord Hardinge bei Subrahanbei. Am 14. Febr. wurde hierauf der Setledschvon den Briten überschritten, 22. Febr. rückte diebritische Armee in Lahore ein, worauf 9. Märzder Friedensvertrag zu Stande kam, wonach derunmündige Maharadscha Dhalip-Singh das Landsüdlich vom Setledsch, die Gebirge und Ebenenzwischen dem Bias u. Setledsch und, anstatt derZahlung der Kriegskostenentschädignng, das Landzwischen Bias u. Indus einschließlich der Provin-zen Kaschmir u. Hazara abtreten u. alle Anord-nungen der Briten über diese Länder im Vorausanerkennen mußte. Der größte Theil dieserLänder wurde an den Fürsten aus Dschamu,Gholab Singh, als erbliches Lehnsfürstenthum durchden Vertrag von Amritsir (16. März 1846) über-tragen (vgl. Kaschmir). Da dieser seinen Besitzwegen eines von dem Scheikh Jman Eddin inKaschmir erregten Aufstandes nicht antreten konnte,wurde ihm britische Hilfe zu theil u. er Ende desJahres eingesetzt. Der übrige Theil des Pen-dschab war dem unmündigen Maharadscha Dhalip

Singh übergeben u. es wurde auf Andringen derSikhfürsten selbst festgesetzt, daß bis zu seinerGroßjährigkeit eine britische Armee von 10,000Mann mit einem Commissar (Oberst Lawrence),der zugleich die Rolle eines Veziers übernahm,in Lahore bleiben sollte, um die Ruhe des Landesaufrecht zu halten. Der Oberstatthalter, in derAnsicht, daß nun auf Jahre Friede herrschen würde,reducirte die Armee beträchtlich. Indessen schon1848 brach ein neuer Ausstand der Sikh aus. Zu-nächst in Multan durch den Sawan (so v. w. Statt-halter) Malradsch. Zwei englische Offiziere wur-den April 1848 meuchlerisch ermordet, die FestungMultan gegen die wiederholten Angriffe des eng-lischen Heeres siegreich behauptet. Im Sept. warauch der nördliche Theil des Pendschab, Peschawaru. Hazara, unter Tschattar Singh in voller Em-pörung; Unterstützung durch die Afghanen wurdeerwartet. Es bedurfte zur Niederwerfung be-deutender Streitkräfte der Engländer. In dreifür indische Verhältnisse beispiellos verlustvollenSchlachten, bei Ramnaggar am Tschinab 22. Nov.,bei Sadalapur an diesem Flusse 25. Dec. 1848u. bei Tschillianwalah od. Rassalnaggar 13. Jan.1849, behaupteten sie das Schlachtfeld; 22. Jan.fiel Multan wieder in ihre Hände; 21. Febr. end-lich fiel die Entscheidung gegen die Sikh bei Gu<dschrat. Die Sikhfürsten kamen um Unterwerf-ung ein; die Afghanen, welche unter Dost Moham-med durch den Khaiberpaß vorgedrungen warenu. Attok am Indus besetzt halten, zogen sich ohneGesecht zurück. Hierauf verkündigte eine Procla-mation des Generalstatthalters, Earl os Dal-housie (seit Januar 1848), aus Firozpur vom29. März die Einverleibung des Pendschab in dasJndobritische Reich; der bisherige MaharadschaDhalip Singh erhielt eine jährliche Pension undPuna in der Präsidentschaft Bombay als Aufent-haltsort angewiesen. Das Jndobritische Reich hattemit dieser Einverleibung eine feste Gestalt ge-wonnen, indem es hierdurch nun natürliche Gren-zen, im N. den Himalaja n. Hindukusch, im W.die Gebirge westl. des Indus, erhalten u. zugleichdie vollständige Beherrschung des Indus, dieserwichtigsten Handelsstraße des nördlichen u. west-lichen J-s, erlangt hatte.

Nach Beendigung des Sikhkrieges herrschte nuneine geraume Zeit tiefe Ruhe; die Regierungwandte sich der Ordnung der inneren Angelegen-heiten zu. Der eingerissenen Sittenlosigkeit derOffiziere steuerte energisch der OberbefehlshaberSir William Gomm, der vielfach beklagten Be-stechlichkeit der niederen Beamten wurde entgegen-zutreten versucht. Auf dem Gebiete der Bolks-wirthschaft war die Regierung seit 1850 ungemeinthätig in Bezug auf Anlegung großer zusammen-hängender Strecken von Eisenbahnen u. Telegra-phen von Calcutta u. Bombay aus, Erleichterungund Beschleunigung des Verkehrs durch Dampf-schiffe mit Europa über Ägypten, mit China, mitAustralien, Verbesserung des Postwesens im In-nern, Beförderung des Anbaues neuer landwirth-schaftlicher Erzengnisse, Abbau mineralischer Schätze,namentlich in dem ueuerworbenen Pendschab, wel-ches Kohlen, Gips, Soda, Steinsalz, Schwefel,Alaun, Blei, Kupfer u. Gold in Fülle liefern kann.