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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Indien.

erscheint dann die brahmanische Dynastie derTschandratreja, welche Ende des 10. Jahrh. vonden Herrschern von Bandelkand (Bundelkund) ver-drängt wurde. Diese stürzten Raschtrakuta-Könige,die plötzlich als Herren in Kanjaknbscha erscheinen,deren Reich im II. Jahrh. weit nach O. unterVerdrängung der Pala-Fürsten bis Benares aus-gedehnt erscheint, aber 1194 den siegreichen Mo-hammedanern unter Kntb-eddin erlag. Benareswurde hierbei unter großen Gränelthaten gestürmtu. geplündert. In dem westlichen Theile desinneren I. theilten sich nach dem Untergang derBallabhi im 8. Jahrh. 3 Radschputen-Geschlech-ter: die Pramara, Tomara und Tschahumana indie Herrschaft. Die ersten herrschten zuerst ander oberen Nerbudda, wurden später Herren vonMalwa u. breiteten sich zeitweise über Gwalior u.Khandesch aus. Ihre Dynastie fiel Ende des 13.Jahrh. unter den Waffen der Gildschi - KaiserDschellaleddin u. Alaeddin von Delhi. Die To-mara erscheinen Ende des 7. Jahrh. an der mitt-leren Dschnmna mit der Hauptstadt Delhi(dem alten Jndraprastha) und streiften bis in dasPendschab mit einer Zweigherrschast in Udajapura(Udaipur). Nachdem sie schon Ende des 10.Jahrh. dem Ghasnaviden Sebektegin unterlegenwaren, wurden sie anfangs des 11. von dessenNachfolger schwer bedrängt, wobei die Heiligthümerin Mathura u. Thanesar in Flammen aufgingenn. unter die Oberherrschaft der Ghasnaviden ge-bracht. 1110 wurden sie durch die Tschahumanagestürzt. Diese saßen seit 1000 in Adschmir u.waren gegen Ende dieses Jahrh. im Besitz aus-gedehnter Gebiete, so von Mewar u. OMalwa,mit Zweigherrschasten in Haraoti, Tschandravatin. Udajapura. Ihr Reich wurde jedoch nachtapferer Vcrthcidigung unter Prithviradscha 1193von dem Ghoriden Schehabeddin vernichtet. Imfolgenden Jahrh. unterlagen auch die noch übri-gen Reste des Reiches. Das östliche I. endlichtritt verhältnißmäßig spät in die Geschichte ein.In Bengalen (dem alten Gauda) erscheinen Endedes 7. Jahrh. Fürsten aus der Dynastie derPala, unter denen die Brahmanen sich großen Ein-fluß verschafften u. welche Nebenreiche im östlichenDuab u. in Gwalior sich gegründet hatten. Dieim Duab wurden von den Raschtrakuta verdrängt,die in Gwalior 1293 von dem Gildschi-FürstenDschellaleddin gestürzt, die östlichen endlich Mittedes 11. Jahrh. von der Vaidja-Dynastie, derenHauptstadt Ganda od. Lakschmanavati am Gangeswar. Deren Herrschaft dehnte sich gegen Endedieses Jahrh. über Assam u. Orissa aus. 1196erlag auch sie den Waffen der Mohammedanerunter Schehabeddin. Dies sind die hauptsäch-lichsten einheimischen Dynastien vor der moham-medanischen Invasion; eine genaue Darstellungder Zeit ihrer Regierung u. des Umfanges derGebiete ist ebenso unmöglich wie von fast allen zahl-reichen Königsnamen ein näheres persönliches Bildnicht überliefert ist. Trotz des zahlreichen Wechselsder Regierung scheint die Lage des Volkes nichtungünstig gewesen zu sein; im Besitz ihrer durchdie Sitte geheiligten Kastenrechte u. ihrer unange-tasteten Dorfobrigkeiten konnte es ihnen gleichgiltigsein, welchem Herrn sie dienten; Wissenschaft und

Kunst blieben nicht ohne Vertreter. Bemerkens-werth ist bei allem diesen das, daß der Buddhis-mus, dessen zahlreiche Anhänger u. warme Be-förderer noch bis in das 7. u. 8. Jahrh. erwähntwerden, in den folgenden fast überall verschwun-den erscheint, was wahrscheinlich nicht ohne Ver-folgungen von Seiten der Brahmanen erfolgt seinwird, ferner das Verschwinden der Kshatrija- u.Vaisja-Kasten u. das Ueberhandnehmen u. die sichmehrende Bedeutung gemischter Kasten, wie derKajastha (Schreiber) in Bengalen, endlich daserste Auftreten erobernder Kriegergeschlechter, soder mächtigen Nadschputen (Radschaputra s. d.) u.der später sich zur Macht entwickelnden Mahratten(s. d.) Die Entstehung derartiger kriegerischerStämme läßt sich wahrscheinlich auf die Zeit zu-rückführen, wo die Invasionen Turanischer Stämmeim W. die Inder zu Wanderungen zwangen, waszur Folge hatte, daß die Tüchtigsten mit Waffen-gewalt in dem weiten Lande neue Wohnsitze such-ten u. in diesen als herrschende Kaste die übrigeBevölkerung in ein dienendes Verhältniß herab-drückten.

Im Dekhan nahm im Laufe dieses Jahrh. diearische Eroberung u. Civilisirung ihren Fortgang,wenngleich sie nie so durchgreifend gewirkt hat,wie iin eigentlichen Hindostan. Neben kleinerenHerrschaften ist hier im W. als das mächtigstedas Reich der auch in Hindostan mächtigen Tscha-lukja zu erwähnen, welches am Ende des 5.Jahrh. gegründet, mit der Hauptstadt in Kaljani(Calliani), die ganze WKllste bis zur SSpitze,die wilden Stämme Gondwanas n. Theile desHochlandes bis zu den Grenzen des Reiches vonOrissa umfaßte. Seine Verfassung war die ge-wöhnliche der Radschputeustämme, wonach dieVerwaltung der einzelnen Provinzen in die Händeerblicher Statthalter gelegt war, mit der Modi-fication, daß 4 vornehme Familien sich den größtenEinfluß errangen u. die Macht des Herrschers er-heblich beschränkten. Religiös waren sie Anhängerdes Sivaismus, in dem sich damals der Linga-dienst entwickelte, ließen übrigens auch anderenConfessionen, wie den Dschainas, ihr Recht. DerO. des Dekhan bis zur Godavary gehorchte demReich von Orissa, gegründet von Jajati im5. Jahrh., zeitweise Bengalen unterthänig, be-herrscht von einer streng brahmanischen Dynastie,auf die auch die Einrichtung des Tempeldienstesvon Dschagarnath zurllckzuführen ist. Ende des13. Jahrh. schon durch die Muselmänner vonBengalen aus hart bedrängt u. eines Theiles seinerGebiete beraubt, wurde es später von den Herr-schern der mohammedanischen Dynastie der Bah-mani (auf dem Hochland des Dekhan) verheert u.kam Anfang des 16. Jahrh. unter die Botmäßig-keit der Fürsten von Bengalen. Noch einmalgelang es den Hindu, als den letzten des De-khan, sich selbständig zu machen, bis sie 1574dauernd dem Reich des Großmoguls einverleibtwerden. Im NW. erhob sich nach dem Sturzeder Tschalukja das Reich des Jadava mit derResidenz in Deogiri, welches in seiner größtenAusdehnung bis über Gudscherat im N., im O.bis nach Telingana, im S. bis Kolapur reichte;es erlag 1312 dem Gildschi-Fürsten Dschellaleddin