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Indien.
Ernten erlauben, u. ist vom Gedeihen begleitet,jo unvollkommen auch noch die GerLthschaften zurAckerarbeit sind. Der seit uralter Zeit gebrauchtePflug ist von ungenügendem Maßstabe, eineeigentliche Düngung gibt es nicht; ebenso sind dieVorkehrungen zur Aufbewahrung des Geerntetensehr gering. Der wichtigste und durch ganz I.verbreitete Gegenstand des Ackerbaues ist der Reis;von Nahrungsmitteln folgen ihm der Mais, dieNahrung der niederen Kasten, Weizen u. Gerstenamentlich am oberen Ganges und im oberenPendschab, Hirse und verschiedene Gemüsearten.Zuckerrohr ist schon seit den frühesten Zeiten, vor-züglich in den: Gangesthale n. den FlußthälernSJ-s cultivirt. Seitdem die englische Herrschaftu. englisches Capital in das Land gedrungen sind,ist der Anbau der Cnltnr- u. die Ausbeutung derNaturgewachse in bedeutendem Grade gesteigert n.ausgedehnt worden, wenn auch mehr zum Vor-theil englischer Capitalisten i als des indischenVolkes. So ist die Cnltnr der Baumwolle, diefür den einheimischen Bedarf schon seit alten Zeitenangebant wurde, auch für den Export eingerichtetund fortdauernd im Steigen; Nagpur, Berar,Haidarabad, einige Districte der PräsidentschaftBombay liefern die beste, geringere die NW-Provinzen n. Thcile Bengalens. Einen nicht ge-ringeren Aufschwung hat die erst in neuester Zeiteingeführte Theecultur gewonnen; die Abhängedes Himalaja, Derah-Dun, Kamaon, Gar-whal, Dardschiling und die Provinz Assam findhier die Hauptgebiete. Bedeutende Erträge gibtder Mohnbau mit seinem zum Monopol erklärtenu. hauptsächlich nach China exportirtcn ProductOpium. Dies wird am meisten in Bahar,Patna, Ramgurh in Bengalen gewonnen. Einwichtiges Ausfnhrproduct ist die überall verbreiteteInte,die sowolroh als bearbeitet versandt wird. In-digo baut man vorzüglich in den Küstenstrichen derPräsidentschaft Madras; Tabaksanbau ist durchdas ganze Land verbreitet, bedarf aber noch einerweiteren Cnltnr, um als Exportgegenstand inConcurrenz treten zu können. Seide wird jetzthauptsächlich in der Division Burdwan und amunteren Ganges gewonnen. Trotz aller Bestreb-ungen der britischen Regierung u. bei aller Frucht-barkeit liegen noch große Strecken des anbaufähigenAreals öde und verlassen da; in manchen zeigendie zahlreichen Ruinen, daß vor der jahrhun-dertelangen Mißwirthschast der Mohammedanereine Cultur sich hier einst entwickelt hatte. Ammeisten hat dazu der Mangel an Bewässerung u.der Verfall der alten Bewässerungsanlagen bei-getragcn, wie auch in der neuesten Zeit periodischLas Ausbleiben von Regen in weiten Districtendie entsetzlichste Hungersnot!) hervorgerufen hat u.ist die Regierung mit Erfolg bestrebt gewesen,durch Erneuerung und Erweiterung des Kanal-systems diesem Mangel abzuhelfen. Am mittlerenLauf des Ganges (s. d.), in Sindh (s. d.), amunteren Laus des Indus, im Pendschab, zwischenden Deltas der Godavary n. Kistna im Dekhan,von dem Delta der Mahanadi bis nach Orissahinein sind durch weitverzweigte und großartige,zum Theil vollendete, zum Theil in der Ausführ-ung begriffene Kanalbantcn große Landstriche der
Cultur von Neuem eröffnet worden. Die Viehzuchtist aus religiösen und socialen Verhältnissen we-nig bedeutend. Blühend u. berühmt war einst-mals J-s Industrie; sie ist aber, gedrängtdurch die rücksichtslose Concurrenz der durch Ma-schinen, Capital n. Regierungsmaßregeln unter-stützten englischen, einem langsamen Verfalle undallmählichem Untergange anheimgefallen. Welt-berühmt u. in Feinheit nirgends erreicht waren diemit den unvollkommensten Werkzeugen, aber mitder größten Geduld u. Geschicklichkeit gefertigtenBaumwollengewebe zu Dacca, ausgezeichnet durchihre glänzenden u. dauerhaften Farben die Ca-licos von Coromandel, hervorragend durch Fein-heit des Gewebes die Seidenzeuge von Multan,die Musseline von Maisur, die Shawle vonKaschmir, weitverbreitet die Baumwollenfabrikatevon Masnlipatam. Ebenso tüchtig war das Volkin der Bearbeitung des Leders, in Stahl- undWaffenfabrikation, in Holz- u. Elfenbeinschnitzerei.Alle Liese Industriezweige sind im Rückgang be-griffen u. mit diesem manche Feinheit der Fabri-kation dem Erlöschen geweiht, welche von derMaschinenfabrikation Europas nicht erreicht wer-den kann.
Das auf über 4 Millionen Hsüm Areal zuschätzende Land unterliegt, einige bedeutungsloseLandstriche im Besitz der Franzosen (265,701 Ew.)und Portugiesen (527,517 Ew.) abgerechnet, derenglischen Oberhoheit u. wird durch den Vicekönig(Viosroi) oder Generalgonverneur, der seinerseitsdirect unter der englischen Krone steht, regiert.Unmittelbar unter seiner Verwaltung steht einGebiet von 39,730 s^M ^ 2,191,690 sistcm mit188,744,747 Ew. (nach der Zählung von 1871/72)in I., oder, wenn man das geographisch zuHinter-Jndien zu rechnende Britisch-Birma hinzu-zählt, von 44,136 (UM — 2,430,269 Hstcm mit191,307,070 Ew. Die nähere Eintheilung s. diefolgende Tabelle:
Gebiete unmittelbar unter britischer Verwaltung.
üjM
Lülrra
Einw.
Präsidentschaft Bengalen
11085
610381
66856859
Nordwestprovinzen
3805
209525
30769056
Audh.
1127
62087
11220747
Pendschab ....
4797
264171
17596752
Central-Provinzen
3958
217970
9066038
Präsidentschaft Madras.
6607
3^107
31311142
Präsidentschaft Bombay. .
5998
330294
14042596
District Adschmir .
125
6920
4LS268
Provinz Curq
91
5179
168312
Provinz Maisur .
1273
70126
5055412
Provinz Berar
797
43924
2231565
> «S7S0> 21S16M! 188744717
Die Decimalstellcn bei den ! !M u. ! läm sind hier nichtausgenommen, aber bei der Summirung berücksichtigt worden.
Diesen direct von englischen Beamten verwaltetenLändern reihen sich an die Gebiete der mittelbarder englischen Machtsphäre angehörenden Länder,in denen der einheimische Fürst noch im Besitzseines Reiches belassen, aber durch Verträge zurTribntleistnng n. Truppenstellung u. anderen Ver-pflichtungen gebunden ist u. in der Ausführungderselben wie überhaupt in seiner Regierung vonbritischen Residenten controlirt wird. Diese um-fassen Landstriche von 30,390 HjM — 1,700,452Hjüm mit 46,245,888 Ew., welche, den obigen