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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Indien.

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Kabul (Kophen) anderweitig bekannt geworden u.Ptolemäns unbekannt geblieben ist (s. Pendschab),der Ganges mkt seinen zahlreichen Nebenflüssen(die bedeutendsten s. u. Ganges), der Bautisos(wahrscheinlich derBrahmaputra), Manadas (wahr-scheinlich Mahanadi), Mäsolos (Godavary), Tpna(Kistna), Tyndis (Brahmani), Chaberos (Ca°very), Nanaguna (Tapti), Mophis (Mahi), Nar--madas (Nerbudda). Indessen muß bemerkt wer-den , daß eine genauere geographische Bekannt-schaft damit nicht verbunden war; einestheilswegen der irrigen Ansicht über die Gestalt desLandes, anderseits hat in späterer Zeit der^Indus noch seinen Lauf erheblich verändert u. istdas Gangesdelta in seinem jetzigen Umfange erstentstanden, so daß eine Jdentificirung der Strom-läufe schwierig, fast unmöglich wird. Dasselbegilt von den hinterindischen Flüssen Seros, Do-mas, Doanas (Menam oder Mekhong?), Toko-sanna (Arracan), Sobanos (Tenasserim). Vonder großen Anzahl im Alterthnm genannter Völ-kerschaften sind nur wenige bemerkenswerth, wiedie Lampager am Koas (Khonar), die Abhisaraund Darada am mittleren, die Praesthi ani.unteren Indus, die Taxili im Pendschab, diejDaltichae und Manichae (Geschlechter der Krie-> gerkasten) am Ganges u. Dschumna, Marundä amGanges bei Benares, die Prasier am unterenGanges, Mandalä im nördl. Bahar, die Gangmriden im Delta des Ganges, die Adisathri, Ar-varni, Soringi, Pandiones, Kalingä im Dekhan.Von den bei Ptolemäns angeführten Landschaftenund Reichen ist Prasiake das Land am unteren' Ganges, Sandrabatis das obere und mittlereBundelkund, Syrastrene die Halbinsel Gudscherat,Larike ein Reich, welches Theile dieser u. dasFestland Gudscherat mit angrenzenden Gebietenumfaßte, Arjake das Hochland u. zum Theil dieWKüste des Dekhan, Limyrike der schon damalsals Seeräuberausenthalt berüchtigte Küstenstrich uniHonawar, Pattalene das Jndusdelta, Abiria, dieKüste östl. der Jndusmlindung, Goryäa u. Peu-kelaotis im Pendschab. Von bedeutenden Städtender damaligen Zeit kannte man Kabnra od. Ortospana (Kabul), Taxila (Takschasila), Pattala(Potala) am Indus; Barygaza (Barotsch), Si°mylla (Bassein), Supara (Surparaka), Zizerus(Dschaighar), Naura (Honawar), Muziris oderMangarmh (Mangalur), Balita (Calicut) an derWKüste; Parthalis, Dandagula an der Ostkllste,Gange im Gangesdelta, Hippokutra, Baithaua,Kalligeri im Innern des Dekhan, Palimbothra(Patna), Ozcne (Udschdschajini, Udschein), Kalini^paxa (viell. Kanodsch). In gleicher Weise hattein dem späteren Alterthume die Kenntniß vonder Thierwelt, von den Schätzen des Pflanzen-und Mineralreiches zugenommen und war durcheinen lebhaften Handelsverkehr, der den luxus-liebenden Römern die Genüsse u. Prunksachen desäußersten Orients brachte, befördert worden; aberauch in dieser Beziehung hat die Sucht zu ver-größern u. zu übertreiben u. die Gewohnheit, allesWunderbare und Unbegreifliche dort zu suchen,nebenbei zu vielen Fabeln Anlaß gegeben, so von denans Honig bestehenden Flüssen rc. Diese Über-lieferungen des elastischen Alterthums waren lange

Zeit maßgebend für das Mittelalter, das siegläubig aufnahm u. höchstens noch durch weitereFabeln bereicherte. Eine wirkliche Bereicherungerfuhr die Kenntniß erst durch die Reisen arabischerGeographen u. durch die Leistungen kühner Rei-sender und Missionare des späteren Mittelalters,wie Marco Polo. Ueberhaupt ist der mittelalter-liche Begriff von I. ein ausgedehnter, aber daes oft mit Aethiopien durcheinandergeworfen wird,auch ein sehr unbestimmter. Man unterschied 3Theile: Groß-, Klein- und Mittel-J., von denenGroß-J. meist dem jetzigen Vorder- u. Klein-J.dem jetzigen Hinter-J. entspricht. Eine genauereErforschung ist erst ermöglicht durch Entdeckung desSeeweges nach dem Lande u. die dadurch hervor-gerufenen Fahrten und Expeditionen der euro-päischen Mächte und im eigentlichen Sinne ange-bahnt u. durchgeführt worden seit der Befestigungder englischen Herrschaft (s. u. Geschichte) u. dieForschungsreisen englischer Beamten und Gelehr-ten, denen Deutsche und Franzosen nicht nachgeblie-ben sind.

II. (Alterthümer.) In nicht geringerem Gradecigenlhümlich und das Interesse des Ausländersfesselnd waren die politischen u. socialen Ver-hältnisse des alten J-s, die schon bei Anfang derGeschichte abgeschlossen vor Augen treten u. derenFundamente weder die Überfluthung der moham-medanischen u. mongolischen Heereszüge und derFanatismus von deren Führern noch die Herr-schaft der Europäer zu beseitigen vermocht hat.Ist es auch sicher, daß bei der Einwanderung derArier in die indische Ebene und innerhalb ihrerWohnsitze am Indus sie noch als ein Kriegervolkunter Heerführern in viele kleine Stämme gespal-ten zu betrachten sind, so bildete sich bald nachihrer Festsetzung in der Ebene des Ganges jeneseigenthümliche Staatssystcm, die Einteilung desVolkes nach Kasten, welches schon in dem altenGesetzbuch des Manu als vollständig durchgefllhrtund durch religiöse Theorien in Verbindung mitkosmogouischen Ansichten geheiligt erscheint. Esberuht auf der Ausscheidung besonderer Ständeaus dem übrigen Volke, ursprünglich wol der vor-nehmeren u. fürstlichen Familien, aus denen diebestimmten Klassen der Priester (Brahmana) undKrieger (Kshatra oder Kshatrija) hervorgingen,während die übrige arische Bevölkerung mit demAckerbau, Gewerbe n. Handel betraut wurde unddie Kaste der Vaisja (Vaitzsa) bildete. Die un-terworfene eingeborene Urbevölkerung wurde dannals vierte Kaste Sudra (yucira) beigefügt. Diesberuht nach dem Gesetzbuch des Manu auf gött-licher Bestimmung. Weil die Brahmanen ausBrahmas Munde hsrvorgegangen sind, so habensie zur Bestimmung die Beschäftigung mit demheiligen Worte, die Verwaltung des H-iligenüberhaupt und ihr Erbthcil ist die Weisheit undHeiligkeit; weil die Kshatrija aus seinen Armenentsprungen sind, so ist ihre Pflicht, die Menschenzu schützen, also der Kriegsdienst, u. ihr ErbtheilStärke u. Macht; die Vaisja, aus dem Schenkelder höchsten Gottheit hervorgegangen, haben diePflicht, aller Dinge zu warten, welche zum mensch-lichen Lebensunterhalt gehören u. ihr Erbtheil istNeichthum; die Sudra endlich, ans seinen Beinen

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