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Indien.
fern) vom 1. Sept., noch später auf Anordnung derPäpste als Inäiotio pontikiealis vom 1. Jan. an.Noch bis auf die neueste Zeit wurde nun in Ur-kunden, bes. auch in Notariatsinstrumenten, dieI. neben der Jahreszahl bemerkt, um Verfälsch-ungen in der Zeit vorzubeugen.
Indien (fr. Iss Inciss, engl. Inäia, ital. u.span. Inckia) ist in Europa der Name für eiuweites Ländergebiet im S. und SO. Asiens,welches politisch keine Einheit ausmacht, sondernnur eine geographische Abtheilung dieses Welt-theils bildet. Der Name wird in verschiedenemSinne gebraucht; in weiterer Bedeutung verstehtman darunter, wie im klassischen Alterthum, so-wol die Halbinsel diesseits des Ganges od. Vor-der-J., als die jenseits dieses Flusses od. Hinter-I. (s. d.) n. rechnet auch die größeren Inseln desIndischen Archipels (s. d.) dazu, in anderer ver-steht man darunter nur die unmittelbar od. mit-telbar der englischen Krone untergebenen Länder,also beinahe das ganze Vorder-J. u. Theile vonHinter-J., wie Arracan, Malakka, Singapur, wo-für die osficielle Bezeichnung Anglo-indischesReich ist, gewöhnlich endlich begreift man darunterdie zum größten Theil dem engl. Scepter gehorch-ende Vorderindische Halbinsel, welche oft auchmit der genaueren Bezeichnung Ostindien (Inässorisnbalss, Last Inckia) od. auch Vorder-J. be-zeichnet wird. Der Name erscheint im elastischenAlterthum zuerst bei Herodot (r) Vr-ckrxij) u. stammtaus dem sanskrit. sincktru (altpers. irinäu), Fluß,Flnßland, ursprünglich das am Indus gelegeneLand, der später von den Mohammedanern aufdas ganze Land übertragen wurde (vgl. u. Hind),wozu als neupersische Bezeichnung das jetzt ge-wöhnlich nur für den nördl. Theil gebrauchteHindustan (s. d.) gekommen ist; die einheimischenBezeichnungen sind davon ganz verschieden. Unterdiesen ist die bedeutsamste ^rjavarta, d. h. dasLand der ehrwürdigen Männer, womit hauptsäch-lich allerdings der nördliche Theil zwischen Hima-laja und Vindhja begriffen wird, eine andere inder buddhistischen Kosmographie gebräuchlicheDsodamdnävipa, die der brahmanischen Liaara-tavarskra. Bei den Chinesen hieß es Shin-tu.
I. (A. Geogr.). Wiewol schon im frühen Alter-thum ein reger Handelsverkehr zwischen denwestlichen Gegenden und dem Lande der Schätzeund Wunder im Osten stattfand, so hat sichdoch eine genauere Kunde dieses letzteren erst inverhältnißmäßig später Zeit, und auch dann nochlückenhaft, verbreitet. Wo! die ersten Nachrichtengab der von dem Perserkönig Darms 509 v. Ehr.auSgesandte Skylax von Karyanda, der den In-dus hinabsegelte und von dort auf dem Seewegin seine Heunath zurückkehrte. Weniges gebenHekatäos und Herodot (Bewunderung des Gold-reichthum?, erste Erwähnung der Baumwollen-staude), u. auch dieses nur in Bezug auf die imW. gelegenen Länder Kaschmir und das Jndus-ufer, Ausführlicheres über Gewächse, Thiere undVölker der Grieche Ktesias, der Leibarzt am Hofedes Artaxcrxes II. Mnemon gewesen und um400 v. Chr. in sein Vaterland zurückgekehrt war.Sein im Alterthum stark benutzter und nur indiesen Auszügen uns bekannter Bericht enthält
des Wunderbaren u. sicherlich übertriebenen vielu. ist dadurch die Quelle vieler Fabeln der spä-teren Zeit geworden; so die Erzählung von dendurchschnittlich V- m großen Pygmäen, von denGreifen (s. d.), von dem Einhorn (s. d.). Einebedeutende Erweiterung der Kenntnisse brachte derFeldzug Alexanders d. Gr. u. die seitdem regerenBeziehungen der Inder mit den hellenistischenKönigen des W. Bor allem ist hier das Werldes Megasthenes zu nennen, in dem zum ersten-mal die Feststellung der Größe J-s versucht, derGanges mit seinen Nebenflüssen bestimmt, undvon den die Augen des Fremden fesselnden un<geheueren Banianen und Palmen, von der Größeund Gefährlichkeit der Thierwelt in Raubthierenu. Schlangen, von der Pracht der Vogelwelt, vondem eigenthümlichen Leben der Brahinanen undden Büßern genauere Kunde gebracht wurde. AnsLiesen Bericht u. die anderer makedonischer Offi-ziere stützen sich die ihn später vervollständigen-den in den Werken des Strabo u. Plinius, bisPtolemäus die gesammte Wissenschaft des Alter-tyums über I. zusammenfaßte u. die maßgebendeAutorität für lange Zeit darüber blieb. Sind dessenNachrichten über I., wie über Alles in seinemWerke, die ausführlichsten u. eingehendsten des Al-terthnms, so leiden sie dennoch an einem Grund-mangel, der beinahe vollständigen Unterdrückungder Halbinselgestalt des Landes u. der Verwand-lung des Indischen Oceans in ein Binnenmeer,indem er das alte afrikanische Acthiopien als un-bekanntes Land sich im S. über den goldenenChersoues (Malakka) bis zu den Küsten von Chinaverlängern ließ, ein Jrrthum, der in seiner erstenBeziehung erst spät durch den arabischen Geo-graphen Albiruni (1010) aufgedeckt und im U.Jahrh. endlich auch im christlichen Abendlandeeingesehen wurde. I. war nach der alten Vor-stellung das südlichste Land in Asien, begrenzt imN. von Paropanisos, Jmaos u. Emodos (unge-fähr Hindukusch, West- u. Ost-Himalaja), im S>von dem Gangetischen Busen des Indischen Oce-ans, im W. von dem Indus, im O. von demLand der Sinä (Chinesen) und dem Meer, einLand von unbestimmter Größe (von Einigen aufVs der Erdoberfläche geschätzt). Ptolemäus theillees ein in Inckia intra OanAvin und Inckia sxtraOanZsin, das Land diesseits und jenseits desGanges, letzteres mit der ^lursa Ollsrsüiiosus(Malakka), kannte außer den oben genanntenGrenzgebirgen auch noch innere Ketten, so dasVindion (Vindhja), Apokope (Arawalli), Sardonyx(wahrscheinlich Radschapipali), Uxentos (die östl.Ausläufer des Vindhja), Bepyrrhon, Damasa,Semanthinos, Mäandros (Hiuterindische Ketten).Von Busen gab er ihm, außer dem großen LinusAanAstious (ungefähr Golf von Bengalen), richtigbestimmt an der Westküste die von Barygaza(Golf von Cambay) und von Kanthi (Golf vonKatsch), an der Südküste den Kolchischen (Golfvon Manaar), den von Sabarakos (Jrawaddi-Mündung in Hinterindien) und and. Von Vor-gebirgen nennt er u. A, das Kaleikoria (CapCory), Komarion (Cap Comorin), Pyrrha (CapDilli). Von Flüssen werden erwähnt der JnduSmit seinen Nebenflüssen, von denen jedoch der