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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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629
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Jerusalem.

das jedoch ohne Wasser ist. Östl. davon, auf demBerge Zion, aber außerhalb der Stadtmauern,befindet sich Nebi Daud, das vorgebliche GrabDavids (in mohammedan. Besitz). Von sonstigenAnlagen außerhalb I. ist bes. noch zu erwähnendie russ. Colonie im W. der Stadt mit Hospital,Prachtvoller Kirche, Consulat rc.

II. Geschichte. Beim Einfall der Israeliten inPalästina um 1300 v. Ehr. fanden sie auf derStelle von I. eine Feste Jebus, die ihren Au-griffen lange Trotz bot, bis David sie um das I.1000 eroberte. David nahm seine Residenz hier aufdem Zion u. führte die Bundeslade hierher. Sa-lomo (970—929) erweiterte und verschönerte dieStadt, baute den Tempel und einen Königspalast(s. v.) u. verstärkte die Befestigungen. Doch schonunter seinem Sohne Rehabeam fiel um 915 dieStadt in Feindes Hand; sie mußte sich dem Lgypt.Pharao Sesonchis ergeben. Unter Amazia um 780eroberte ».plünderte sie der König des nordpalästinen«fischen Reiches, Joas. Unter den folgenden KönigenUsia, Jotham u. Hiskia wurde die Stadt neu befe-stigt u. hob sich wieder bedeutend; vergeblich be-lagerte sie Sanherib unter Hiskia, unter Manasse fielsie jedoch in die Hand der Assyrer. Nachdem sie wie-der frei geworden, eroberte sie 610 der KönigNecho von Ägypten, darauf dreimal Nebukaduezar,der die Einwohnerschaft zur Strafe für ihre Auf-fässigkeit ins babylonische Exil führte u. die Stadt586 gänzlich zerstörte (s. Hebräer, Gesch. IV.,S. 95). Selbstverständlich hatten mit den vor-hergegangenen Eroberungen stets theilweise Zer-störungen u. bes. Plünderungen der Heiligthümerund Paläste stattgesnnden. Nach der Eroberungdes Babylonischen Reiches durch Kyros erhieltendie Israeliten wieder die Erlaubniß zur Rückkehru. I. wurde wieder aufgebaut. Von da ab hattedie Stadt Ruhe bis in die Zeit der Ptolemäer,in der sie zweimal von Antiochos Epiphanes er-obert, geplündert u. z. Th. zerstört wurde. NachJudas Makkabäus' siegreichen Kämpfen neu be-festigt, mußte sie sich abermals eine Zerstörungdurch Antiochos Enpater u. eine syrische Besatzunggefallen lassen. Nachdem Simon Makkabäus diesyrische Besatzung vertriebe» u. die Werke ausge-bessert, fiel die Stadt 134 abermals in die Händeder Syrer. In das I. 64 fällt die erste Er-oberung durch die Römer unter Pompejus in-folge der Parteistreitigkeiten der Makkabäer; einigeJahre später folgte die Plünderung durch Crassus.Im I. 40 fällt die Stadt in die Gewalt derParther, denen sie 37 Herodes mit römischer Hilfewieder entreißt. Nun beginnt eine neue Glanz-periode für I. Der Tempel (s. o. Geogr.) so-wol als Paläste und Befestigungen wurden durchHerodes neu errichtet; indessen der Umstand, daßeine römische Besatzung hier blieb u. daß Varus8 n. Ehr. den Tempel plünderte, erregte Empör-ungen, deren Folge endlich die gänzliche Zerstör-ung der Stadt durch Titus, 70 n. Ehr., war.Hadrian ließ an ihrer Stelle 130 eine neue Stadtbauen, doch blieben die Juden ausgeschlossen. Ob-gleich die Wiege des Christenthums, erlangte siedoch auch nach Anerkennung dieser Religion alsrömischer Staatsreligion, einige Bauten von Sei-ten Constantins u. Julians abgerechnet, keine be-

sondere Bedeutung. Bei der Theilung des Reichskam sie zu der Herrschaft der byzantin. Kaiser,denen sie 614 n. Ehr. der Sassaniden-HerrscherKhosru II. abnahm. 628 fiel sie an die Griechenzurück, wurde jedoch schon 636 von den Arabernunter Khalif Omar erobert. Im 10. Jahrh.wurde sie von den ägyptischen Herrschern ans denFatimideu u. Jkhschiden ihrem Reiche zngcschla-gen, diesen 1070 von den Seldschuken abgenommenu. die folgenden Jahre ein Streitpunkt zwischendiesen u. den Fatimideu, welche sie 1096 wiedereroberten. Die schweren Bedrückungen, denen diezahlreichen christlichen Wallfahrer zu den heiligenStätten ausgesetzt waren, gaben den Anlaß zudem Entschluß der Befreiung des heiligen Landesu. Grabes im Abendlande (s. Kreuzzüge) u. nachsechswöchentlicher Belagerung fiel die Stadt durchSturm unter ungeheuerem Blutbad 15. Juli 1099in die Hände der christlichen Kreuzfahrer unterGottfried von Bouillon. Weiteres s. I. Königthum.

Literatur. Chateaubriand, Itinsrairs äo Ua-ris aller., Par. 1811, 3 Bde. (deutsch von Mülleru. W.A. Lindau, Lpz. 1812, 3 Bde., n.A. 1815);F. W. Sieber, Reise von Kairo nach Jerusalem,Prag 1823; Fergnsson, lüsoai on ksis anoionttopoZraxsi/ ok llsr., 1847; Sepp, Jerusalem u.das Heilige Land, 2. A., Schaffh. 1872; Ders.,Neue architektonische Studien, Würzburg 1867;Tobler, Topographie von I., Berl. 1853 f., 2 Bde.;Robinson, Nene Untersuchungen über die Topogr.J-s, Halle 1847; Williams, Isis Hol/ 6itz-, 2.Aust., Lond. 1849, 2 Bde.; O. Gsorgi, Die Heili-gen Stätten, Lpz. 1854, 2. Aufl., Triest 1856bis 1857; PH. Wolfs, Jerusalem, Lpz. 1857, 3.A. 1872; Lorenz, Jerusalem, Kiel 1859; Alex.Graf Wartensleben, I. (Gegenwärtiges u. Ver-gangenes), 2. A., Berl. 1869; 'Isis rooovor/ okll., von Wilson n. Warren, mit Einleitung vonStanley, heransg. von W. Morrison, Lond. 1871;Barclay, Lsis oitz' okksis §roat LinA, sto., Philad.1858; Besaut, Isis oikz- ok Hsrock anck Zalaciin,Lond. 1872; Bädekers, Palästina u. Syrien, Lpz.1875 (von Socin); F. A. und O. Strauß, DieLänder u. Stätten der Heiligen Schrift, 2. Aufl.,Leipzig 1877; Zimmermann, Karten und Plänezur Topographie des alten Jerusalem, mit Text,Basel 1870. Schroot.

Jerusalem (Königthum). I. wurde nun dieResidenz des neuen Königthums I. Gottfriedvon Bouillon, der ans Bescheidenheit die An-nahme des Königstitels verweigerte, starb, nachdemer noch die Ägypter bei Askalon geschlagen, 18.Aug. 1100. Ihm folgte sein Bruder Balduin I.als König; ziemlich glücklich in seinen Bestrebungen,die Reste Syriens zu erobern, unternahm er aucheinen Streifzug nach Ägypten, kam aber auf dem-selben um. Ihm folgte sein Vetter Balduin II.,nachdem sein zur Thronfolge bestimmter BruderEustach III., noch ein Knabe, von selbst zurückge-treten war. Mehr fromm als Krieger, warBalduin II. dennoch in unzählige Kämpfe ver-wickelt, in deren einem er 1122 von dem EmirBalak gefangen wurde. Erst nach eidlicher Ver-sprechung eines ungeheueren Lösegeldes erhielt er1124 die Freiheit, ließ sich jedoch sogleich seinesEides entbinden; er st. 1131. Unter ihm geschah