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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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577
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Jansen — Jautjekiang.

unter ein etwas gemildertes Uiiterwersungsformulabegnügte. Indessen trieben die Jesuiten die Sacheweiter, u. Clemens XI. verlangte in der BulleVinsam Domini 1705 die Anerkennung, I. habedie 5 Sätze in ketzerischem Sinne gelehrt. Alss die Nonnen von Portroyal die Unterschrift ver-weigerten, wurde das Kloster auf Befehl Lud-wigs XIV. aufgehoben n. zerstört (1710). Ar-niiuld u. andere seiner Freunde waren schon früher„ach den Niederlanden geflohen. 2) 1710—1756.Das von Paschasius Quesnel seit 1671 in jan-semstischem Sinne mit praktischen Erläuterungenherausgegebene Nene Testament hatte große Ver-breitung gefunden u. war auch von dem Cardinalu. Erzbischof von Paris, de Noailles, empfohlenworden. Auf Betreiben der Jesuiten erließ Cle-mens XI. 1713 die Constitution DmAgnitno, inwelcher 101 Sätze des Quesnelschen Testamentsals ketzerisch verdammt wnrden, darunter Aus-sprüche der Heil. Schrift u. der Kirchenväter, diejansenistisch gedeutet werden konnten. Diejenigen,welche diese Constitution annahmen, nannte manAcceptanten (Constitutionisten). Die Appellationder Bischöfe gegen diese Entscheidung 1717 (Anti-constitutionisten, Appellanten) an ein allgemeinesConcil wurde schon unter dem Regenten Orleansdurch den Minister Dnbois, der Cardinal werdenwollte, zuletzt ganz unter Ludwig XV. durch denCardinal Flenry mit aller Strenge niedergeschlagen(1730). Gegen dis Wunder an dem Grabe einesVolksheiligen, Franz von Paris, der mit der Ap-pellation in der Hand gestorben war (1727), sowiegegen die Verzückungen der immer mehr sich exal-tirenden Jansenisten schritt die Regierung mit Kerkerein. Als der Erzbischof Beanmont von Paris, umdem Jansenismns ganz ein Ende zu machen, verbot,Sterbenden das Sacrament zu reichen, die sich nichtüber Annahme der Constitution ausweisen könnten,widersprach dem das Parlament, und hielt seinenWiderspruch auch unter den Verfolgungen durchden König aufrecht. Ein vermittelndes EdictPapst Benedicts XIV. stellte den Frieden wiederher (1756). 3) Der Jansenismns, obwol inseinem Hauptsitz, Frankreich, äußerlich unterlegen,hat doch seitdem theils innerlich in der katholischenKirche nachgewirkt, in mystisch-schwärmerischen Er-scheinungen und in freisinniger theologischer Ge-sinnung des Clerus, theils auch äußerlich sortbe-standen auf einem eingeschränkten Gebiete. Seit1723 besteht in Utrecht ein eigenes, von Romgetrenntes Erzbisthum mit zwei Bischöfen vonHaarlem u. Deventer, das vom Jansenismns seinenAusgang nahm, jedoch den Namen ablehnt. Daßder Papst irren könne u. unter dem Concil stehe,ist eine der Hanptlehren dieses Kirchenwesens; dieneuen Bischofswahlen werden dem Papst angezeigt,aber regelmäßig werden von diesem solche An-zeigen mit Verfluchung beantwortet. Die neuerealtkatholische Richtung hat sich mit dieserUtrechterKirche in Verbindung gesetzt, u. der 4. Juni 1873zu Köln erwählte altkatholische Bischof Reinkenserhielt, da der Erzbischof Loos von Utrecht andemselben Tage gestorben war, am 11. Augustvon dem Bischof Heykamp von Deventer die Con-secration nach dem katholischen Rituale. — Ge-schichtquellen: Leydecker, Disboria larwomsmi,PiererZ Umversal-ConversationZ-Lexitou. 8. Aufl. X.

Utr. 1695; Gerberon, Disb. cks laus., Amsterd.1700; Lucchestni, llist. poism. laus., Rom 1711;Neuchlin, Geschichte von Portroyal, Hamb. 1839bis 1844; Samte - Beuve, ?orb-ro/sl, Paris1840 ff.; Nippold, Die altkatholische Kirche desErzbisth. Utrecht, Heidelb. 1872. Löffler.

Jansen, s. n. Glasschleifen.

Jansenismns, Jansenisten, s. u. Jansen.

Jantra (sonst Jantros), 150 Im langer Ne-benfluß der Donau in Bulgarien, entspringt ansdem Balkan und mündet unterhalb Schwischtow.An demselben fanden 10. u. 28. Ang. 1810 Ge-fechte zwischen den Russen u. Türken statt, u. 7.Sept. erlitten die Türken eine entscheidende Nieder-lage durch den russischen General Kaminsky, in-folge dessen Rustschnk in rnss. Hände fiel.

Jantsekiang(S)ang.tse-kiang, Jan-zsy-zjan, derAusdehnende od. Sohn des Meeres), der mächtigsteStrom Chinas, einer der größten Ströme derErde, entspringt an dein Tanla-Gebirge im nördl.Tibet, durchfließt dieses Hochland erst in östlicher,dann in slldöstl. Richtung, strömt hierauf in Wind-ungen durch den N. von Jünnan n. tritt darnach,ein mächtiger Strom, in die Prov. Setschnanein. Diese Prov. durchzieht er unter 102° ö. L.nach N. umgebogen, wendet sich dann nach O. n.wälzt durch die Prov. Hupe, Nganhoei u. Kiangsuin großen Windungen in vorherrschend östl., zu-letzt nordöstl. Richtung seine Fluchen dem Chin.Meere zu, das er unterhalb Nanking erreicht.Seine Länge wird über 5000 Im, sein Strom-gebiet über 35,000 Hjkm geschätzt. Schon inTibet durch zahlreiche Zuflüsse verstärkt und einbedeutender Fluß mit reißender Strömung (beider Mündung der Naptschilai-ullan-Muren 214mbreit), empfängt er in Setschnan von N. diemächtigen Zuflüsse des Jarlung, Min u. Kialing,in Hupe von N. den Hankiang (s. d.), von S.den die Gewässer Jünnans bringenden Hengkiang,u. endlich durch den Pojang-See die Wasserströmeder Provinz Kiangsi, so daß das Volumen desWassers schon in Hupe auf chas Doppelte gestei-gert u. die Breite schon 1000 km vor seiner Münd-ung über 2000 m, bei dieser aber über 15 kmist. Der I. ist von wesentlicher Bedeutung fürdas chinesische Reich, einerseits als Bewässerungeiner der fruchtbarsten, wohlangebautesten u. be-völkertsten Ebenen der Erde (man berechnet dieZahl seiner Anwohner auf 100 Millionen), an-derseits als Hauptverkehrsader des Landes. Erist in seinem Unterlauf mit Schiffen u. Bootenübersäet, wenngleich die starke Strömung die Schiff-fahrt schwierig macht, in seinem oberen Lauf fin-den sich zahlreiche Stromschnellsn, die letzten beiJtschang in Hupe. Zwei europäische Dampfer-linien unterhalten einen regelmäßigen Verkehr bisHankhen (s. d.). Von der großen Anzahl be-deutender Städte an seinem Ufer sind den Euro-päern geöffnet: Tschinkiang, Kienkiang, Hankheuu. in neuester Zeit Jtschang. Im Sommer rich-ten seine angeschwollenen Fluthen durch Über-schwemmungen oft großen Schaden an. Den Na-chten I. führt der Strom nur im Bereich seinerMündung; in China selbst heißt er Takiang(Großer Fluß), in seinem oberen Laufe Kinscha-kiang (Blauer Fluß). Bei den Mongolen heißtBand. I 7

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