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Perl. 1848; Sammlung kleiner Schriften staats-wirthschaftlichen Inhalts, ebd. 1848. NachlaßkleinererSchrlstenstaatswissensch.Jnhalts, ebd. Vgl.Roscher, Gesch. der Nationalökonomik, Münch. 1874.7) Ernst Theodor Wilhelm, als SchriftstellerE. T. A. H., deutscher Romantiker, geb. 24. Jan.1776 in Königsberg, Sohn eines Richters; bewiesfrühzeitig außerordentliche Talente für musikalischeComposition n. Caricaturenzeichnnng, studirte inKönigsberg Jurisprudenz, wurde 1795 bei derdortigen Regierung angestellt, begab sich 1796nach Glogan, wo er bei der Oberamtsregiernngarbeitete, bestand 1798 sein zweites Examen, be-reiste Schlesien, Böhmen, Sachsen, erhielt noch indemselben Jahre die Berufung zum Reserendarbeim Kammergericht in Berlin und wurde 1800nach vorzüglicher Ablegung des großen Examensals Negiernngsassessor nach Posen versetzt. Diehier verbreitete Sittenlosigkcit riß auch ihn mitsich fort. Seinen verwegenen Caricaturzeichnungendankte er 1802 die Verbannung nach Plozk. SeinTrost war die Polin Thekla Michaeline Rorer,die er in Posen gcheirathet hatte. Anfang 1804kam er als Rath nach Warschau, wo er beitreuester Pflichterfüllung Zeit genug für die eif-rigste Leitung von Concerten übrig behielt. Hierschloß er mit seinem College» Hitzig ein Verhält-niß dauernder Freundschaft. Nach der französ.Occupation 1806 verlor er sein Amt. 1807 ginger, sich nach einer musikalischen Anstellung umzu-sehen, nach Berlin mit Len von ihm geschriebenenPartituren einer komischen Oper: Der Canonicnsvon Mailand, einer romantischen Oper nach Cal-derons Drama: Die Schärpe u. die Blume, derMusik zu Werners Trauerspiel: Das Kreuz ander Ostsee, und der Composition zu BrentanosLustigen Musikanten. Auf Einladung des Grafe»Soden, dessen Oper: Der Trank der Unsterblich-keit er noch in 5 Wochen componirte, ging er1808 als Musikdirektor an das Stadttheater zuBamberg, das aber bald sich auslöste. H. gabnun Musikunterricht, componirte, schrieb eins No-velle: Johannes Kreisler, u. einen Aufsatz überBeethovens Instrumentalmusik und eröffnete sichhiermit die schriftstellerische Laufbahn. NachdemHolbein 1810 die Leitung des Bamberger Thea-ters übernommen, widmete H. diesem wiederseine Kräfte. Nach dem Rücktritte Holbeins 1812kam H. in eine sehr drückende Lage. Am 21. April1818 verließ er Bamberg, um die Mnsikdirectionbei der Schanspielergcsellschast Joseph Secoudas inDresden zu übernehmen. In größter Roth beganner 1. Juli die Composition der Oper Undine; unterden schrecklichen Kriegseindrücken des August voll-endete er sie n. schrieb einen Theil der Phantasie-stiicke in Callots Manier, die er 1814 u. 1815 in4 Bdn. zu Berlin veröffentlichte. 1814 beganner die Elixire des Teufels, die 1815 u. 1816 2-bändig in Berlin hcranskamen. Im Febr. 1814kündigte ihm Seconda; aber noch in demselbenJahre wurde er ans Hippels Betrieb als Kam-mergerichtsrath in Berlin angestellt. Durch Hitzig,der auch hier sein College wurde, kam er mitFouquö, Chamisso rc. in Beziehung. Aber balderkor er das Weinhaus von Luther und Wegnerzum Terrain, auf dem er seine glänzenden Ta-
lente als Gesellschafter entwickelte u. allmählich zuGrunde ging. Im Amte blieb er tüchtig u. ge-wissenhaft. Morgens fand man ihn bei der Ar-beit, Nachmittags im Schlafe, Abends n. Nachtsim Weinhause, bes. mit Ludwig Devrient. InBerlin veröffentlichte er 1817 die Nachtstücke in2 Theilen, 1819 die Erzählung: Meister Martinder Küfer u. seine Gesellen (im Taschenbnche zumgeselligen Vergnügen), 1819—21 die Serapions-brllder in 4 Bdn., 1820—22 die Lebensansichtendes Katers Murr nebst fragmentarischer Biogra-phie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zu-fälligen Macnlatnrblättern u s. w. H. st. inBerlin 25. Juni 1822 an der Rückenmarksdarre.Seine Dichtungen wurden von der deutschen undfranzösischen Romantik weit überschätzt. Man wirdihm zwar eine reiche und glänzende Phantasie,eine spannende u. berauschende, auch in die Tie-fen der Seelcnkunde gehende Darstellungsgabe,eine ungewöhnliche Virtuosität im Erzählen, einbedeutendes Talent, kleine Züge der Menschen zuerfassen und aus ihnen rasch aus das Ganze derPersönlichkeiten zu schließen, und eine unerschöpf-liche Fülle des Witzes nicht abstreiten können.Aber ihm fehlt es zum wahren Dichter an demsittlichen Halte der Persönlichkeit, an dem reinen,freien u. großen Blicke der Weltanschauung; seineKunst entartet zum fratzenhaften, gespenstischen,gräßlichen, wahnsinnigen Spiele mit der Wirklich-keit u. mit den Idealen der Menschheit, die einepessimistische und nihilistische Denkart, bei allemEnthusiasmus für die Meisterwerke der Musik u.Malerei, zersetzt hat. Dies gilt namentlich vonden Elixiren des Teufels, die nach GottschallsUrtheil das non plus nitra, des romantischenWahnsinnes darstellen und alle Prodnctionen deri?orto-8aint-LIa.rtin u. der neufranzösischen Ro-mantik durch ihre Ungeheuerlichkeit tief beschämen.Ansgewählte Schriften, Berlin 1827, 10 Büe.;12 Erzählende Schriften in einer Auswahl, Hrsg,von Michaeline Hoffmann, geb. Rorer, Stuttgart1827—31, 18 BLe.; 16 Ausgewählte Schriften,Bd. 11—15 (auch unter dem Titel: Erzählungenans H-s letzten Lebensjahren, sein Leben u. Nach-laß), Hrsg, von derselben, Stnttg. 1839, 12 Ge-sammelte Schriften, Berlin 1844—45, 12 Bde.,16, resp. das. 1856 — 1857 16. 8) AndreasGottlieb, Theolog u. Orientalist, geb. 13. April1796 in Welbsleben in der Grafschaft Mansfeld;nahm an den Freiheitskriegen als Freiwilliger theil,studirte in Halle neben Theologie unter Geseniusorientalische Sprachen, wurde 1822 als außer-ordentlicher Professor der Theologie nach Jenaberufen, wo er 1826 zum Ordinarius vorrückte,n. st. hier 16. März 1864. Unter seinen literar-ischen Producten nimmt den ersten Rang seinenach den Grundsätzen feines Lehrers Geseniusgearbeitete 6rammativa 8/rlnoa. (Halle 1827)ein. Außerdem schr. er: Die Apokalyptiker derälteren Zeit unter Inden n. Christen, Bd. I, 1. 2.,Jena 1833—38, n. war ein Hauptmitarbeiter u.auch Mitherausgeber der Ersch-Grnberschen All-gemeinen Encyklopädie. 9) Karl FriedrichVollrath, geographischer Schriftsteller, geb. 15.Juni 1796 zu Stargard; studirte seit 1812 inBerlin, war kurze Zeit Lehrer, dann Vorsteher