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' Hof -
bürgerlich oder von Adel, n. auch nichtadelige Of-, fiziere für ihre Person hoffähig; ebenso sonst aus-gezeichnete Männer, in Sonderheit auch die Mit-^ Ander der Reichs- und Landtage. In einigenStaaten, z. B. in Rußland, gibt nur der Stand,nicht die Geburt, ein Recht, am H-e zu erscheinen,es ist dort aber mindestens der auch ans Civil-behörden übertragene Rang eines Obersten dazuerforderlich. Über die bei H-sesten, Couren rc.von den Erscheinenden zu beobachtende Rangord-nung entscheidet das H-ceremoniell. Für Er-scheinende, die vermöge ihres Standes eine Uni-form zu tragen nicht berechtigt sind, ist ein eigenesH-kleid vorgeschrieben, Loch ist in neuester Zeit auchder einfache schwarze Anzug mit Frack, ohne Degen, und Klapphut, gestattet. Vgl. v. Malortie, DerH-marschall, Hannov., 3. Anfl. 1866. Lagai.
Hof, 1) (Dvorce) Stadt im mähr. Bez. Stern-berg (Österreich), in einem Seitenthale des Mora-thales; Bezirksgericht, 2 Kirchen, bedeutende Leinen-weberei und Leinwandhandel; 3150 Ew. — H.wurde schon 980 von deutschen Kaufleuten ge-gründet. 2) Markts!, jm Bez. Groß-Enzersdorsdes Erzherzogthums Österreich unter der Enns,an der March u. der Ungar. Grenze, kaiserlichesSchloß mit Park, namhafte Pferdezucht; 420 Ew.3) (Stadt zum H., Regnitzhof, 6uria, 6. Vuris-ooruin, 0. LsAnitiaua) unmittelbare Stadt imdaher. Regbez. Oberfranken, an der sächs. Saale,Station der Bayer, u. der Sächs. Staatsbahn; Be-zirksamt, Bezirks-, Stadt-, Land- u. Handelsgericht,Hanptzvllamt; Studienanstalt «.Gymnasium undLateinische Schule) L.ibsrto-Als.ximilinnoum (1546aus dem früheren Franciscanerkloster errichtet),höhere Töchterschule, Landwirthschafts- u. Gewerbe-schule, Webeschule, Rathhaus in gothischem Stile,Hospital, Armenhaus, Waisenhaus, mehrere wohl-thätige Stiftungen rc.; Streichgarn-, Baumwollen-,Jute- u. Wergspinnereien, Werg- u. Juteweberei,Fabriken für Baumwollen- u. Halbwollenwaare»(mit überseeischem Export), für Tuch u. Buckskin(H. ist der Mittelpunkt der obersräukischen Wollen-u. Baumwollenindustrie), große Stückfärbereien u.Appreturanstalten, Fabriken für Maschinen, Eisen-u. Kupferwaaren, Öl, Chemikalien, Knochenmehl,Zuckerwaaren rc., Branntweinbrennereien, Bier-brauereien, Gerbereien, Dampfmahl- und Säge-mühlen, großes Eisenhüttenwerk, Handel mir Ge-treide, besuchte Märkte, Wasserleitung, Freimaurer-loge zum Morgenstern, 1875: 18,267 Ew. —» H. ist Geburtsort des Malers Chr. Neinhart u.II des Schriftstellers Wirth. In der Nähe Eisen-o bergwerke u. Kalksteinbrüche. — Die alte Stadtverdankt ihre Entstehung einem Schlosse, in dessenNähe sie 1080 gebaut wurde, und war mit ihrerUmgebung eine Zeit lang Reichsgebiet und kamalsdann an die Herzöge von Meran. Die neue,1230 von den Herzogen von Meran gegründeteStadt, wurde von den Grafen von Orlamündeerweitert, 1260 von den Vögten von Weida um-mauert u. kam 1323 durch Kauf an den Burg-grafen Friedrich V. von Nürnberg. 1430 wurdeH- von den Hujsiten erobert, 1547 von Heinrichvon Reuß belagert, 1623 von Holk genommenund litt schwer im Dreißigjährigen Kriege. DieReformation war schon 1529 dauernd Lnrchgcführt
Hofer.
worden. Jm 15. Jahrh. blühten in H. die Tuch-mauufactur n. Schönfärberei, im 16. wurde dieFabrikation von Schleiern und im 18. die derbunten Kattune und Zitze eingeführt. Durch dieBurggrafen von Nürnberg brandenburgisch gewor-den, kam H. an den bayreuther Theil dieses Hausesu. mit ihm an Bayern. Es litt wiederholt durchgroße Fenersbrllnste; zuletzt 4. Sept. 1823 brannterast die ganze Stadt ab. Vgl. Widmanu, Chronikder Stadt H., von Wirth herauSgeg., H. 1844;Ernst, Geschichte u. Beschreibung des Bezirkes n.der Stadt H., ebd. 1866. H- Berns.
Hofadvocat, Advocat, welchem bei Obergerich-te», Laudesjnstizcollegien, Consistorien n. dgl. zuprakticiren erlaubt ist.
Hofbauer, Bauer, welcher einem Herrenhosezu Frondiensten verpflichtet war, oder der unterein Patrimonialgericht gehörte.
Hofbaner, Clemens Maria, Redemptorist,geb. 1751 in Mähren, folgerte zweimal nach Romll. trat, nachdem er längere Zeit in einer Eremi-tage bei Tivoli gelebt hatte, hier 1784 in denRedemptoristenorüen; er wurde später Vorgesetzterder Missionen in Rußland und wirkte namentlichin Warschau erfolgreich, die Redemptoristencollegienin Polen, Deutschland u. Schweiz gingen fast allevon ihm aus. 1808 aus Warschau vertrieben,wendete er sich nach Wien, wo er Generalvicardes Ordens wurde n. 1820 st.; er wurde 1867von Pius IX. beatificirt und canonisirt. i--
Hofbiber (Biberstein), Kirchdorf im KreiseFulda des preuß. Regbez. Kassel, 12 km ostuord-östlich von der Stadt Fulda; 500 Ew. — Südlichdavon aus der Weihershöfer Küppel des SchlossesBiberstein mit Thiergarten.
Hofcommissionen, 1) in der vormaligen deut-schen Reichsverfassung Commissionen, welche derReichshofrath ernannt hatte, u. welche auch an demSitz desselben gehalten wurden; 2) Untersuchuugs-commissionen, durch welche der Kaiser od. derReichs-hofrath irgend Einem den Auftrag ertheilte, übereine streitige od. in Untersuchung begriffene SacheErkundigung einzuziehen u. zu berichten.
Hofdame (Kretin auliea), Schmetterling, Artder Gattung Bärenvogel.
Hofdienste, so v. w. Frondienste.
Höfel, 1) Johann, Musikschriftstellcr, geb.1600 zu Uffenheim in Franken, studirte in Straß-burg, Gießen u. Jena die Rechte, wurde 1631Raths- u. Stadtcousulent in Schweinfurt u. starb1683; er schr.: Lluniea etirlotiann, 1634; Histor-isches Gesangbuch, Schleusingen 1681. 2) Bla-sius, Maler, Stecher und Holzschneider, geb. zuWien 1792, starb zu Salzburg 17. Sept. 1863;bildete sich an der Wiener Akademie u. bei QuirinMark, ward 1820 Professor an der Militärakademiezu Wiener Neustadt u. später Mitglied der Akade-mie zu Wien. H. malte die Kaiserin MariaTheresia u. viele Mitglieder der kaiserl. Familie,u. führte im Holzschnitt manche Verbesserung ein,u. half ihn so ans seine jetzige Stufe der Ver-vollkommnung erheben. 2)R-gnet.
Hofer, 1) Andreas, Anführer der Tiroler,geb. 22. Nov. 1767 im Wirthshause zu St. Leon-hard in Passeyr, Sand genannt (Leßhalb derSandwirth); trieb Handel mit Wein u. Pferden