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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Arzt in Rotterdam, von 1826 an aber Professorder Zoologie in Leyden u. später auch auf kurzeZeit Direktor des berühmten zool. Museums da-selbst. 1827—33 erschien sein Handb. derThier-kmrde, das 2 Ausl, erlebte u. von Moleschott u.Zchlegel, der 2. Bd. von Lenckart ins Deutsche,von Äarke ins Englische übersetzt wurde. 1834bis 1845 gab er mit de Briefe die lijciseür. voornatnnrlijüe Osoolnoäsnis heraus, schrieb mehrerezoologische Monographien, Studien zur Raturge-schichte der Negerrasse (1342) n. eine Reihe vonReden und Abhandlungen (1846, deutsch 1848).Sein letztes Werk war die küilosoplri» rwoloAioa.Er st. zu Leyden 10. März 1868. r.

Hof, ein freier, irgendwie eingefriedeter Platz,in Sonderheit der zu einem Gebäude gehörige,neben od. um dasselbe gelegene eingeschlossene Platzu. in dieser Zusammenfassung dann nicht nur, wieim älteren deutschen Rechte, die im echten Eigen-thum eines Freien, eines Adeligen, Königs oderder Kirche befindliche bedeutendere Länderet, oderdas nach Hofrecht einem Freien od. Unfreien über-lassene kleinere Stück bebaute» od. zu bebauendenLandes, sondern überhaupt ein ländliches Gut mitWohnung, den dazu gehörigen laudwirthschaftlichenGebäuden, Grundstücken, Ackern, Wiesen, Wald-ungen rc. u. gibt es in dieser Hinsicht Bauern-,Herren-, Meier-, Frei-, Zins-,Dienst-rc.-Höfe. Lagm.

Hof (Meteorol.), ein Heller od. gefärbter Ring,der in geringerem od. größerem Abstande die Sonneod. den Mond, zuweilen auch die größeren Planetenu. Fixsterne umgibt, u. durch Beugung od. Brech-ung des Lichtes dieser Himmelskörper in Nebel-kngelchen oder Eiskrystallcn hervorgebracht wird,a) Lichtkränze (kleine Höfe), gefärbte Ringe von1—4" Durchmesser, welche um die Sonne (durcheine geschwärzte Glastafel zu beobachten) od. denMond sich bilden, wenn dünne, durchscheinendeWolken vor ihnen vorbeiziehen (s. Beugung desLichtes), b) Die eigentlichen oder großenHöse stellen in ihrer einfachsten Erscheinung größereKreise dar, welche die Sonne oder den Mond ineinem Radius von 22" bis 23" umgeben u. nachinnen einen rothen, in der Regel schärferen, nachaußen einen blauen mehr verwaschenen Rand haben.In keinem Fall sind sie mit Regenbogen zu verwech-seln, deren Mittelpunkt immer der der Sonne geraücgegenüberlicgende Punkt ist. Die Höfe um dcnMond zeigen sich häufig, wenn die Sterne mitmehr oder weniger Glanz erscheinen; bei Tagehat der Himmel ein mattes, blasses Ansehen. Siebilden sich nur in Federwolken u. entstehen durchBrechung des Lichtes in den kleine», in der At-mosphäre schwebenden prismatischen Eiskrystalle»,deren brechender Winkel 60" ist. Wenn nun aufdiese die Lichtstrahlen fallen, so gehen sie gebrochennach einer anderen Richtung fort, u. La die Eis-krystalle nach allen möglichen Richtungen liegen,so wird auch das Licht im Allgemeinen nach allenRichtungen zerstreut. Nun gibt es aber für je-des Prisma ein sogenanntes Minimum der Ab-lenkung, L. h. eine Lage seiner Kante gegen denLichtstrahl, bei welcher dieser die geringste Ab-lenkung erfährt u. in der Nähe dieses Minimumsder Ablenkung bleibt sich innerhalb gewisser Grenzenauch für verschiedene Lagen des Prisma die Ab-

Hos.

lenknng beinahe gleich. Diese Ablenkung beträgtbei Eisprismen mit brechender Kante von 60°zwischen 22" u. 23". Solche Strahlen also, welchegerade diese oder doch fast diese Ablenkung er-fahren, vereinigen sich bei der mannigfaltigenLage der Eiskrystalle weit mehr und daher rührtder Helle Ring in der Umgebung der Sonne undvon diesem der Halbmesser. Für die rothen Strah-len ist das Minimum der Ablenkung geringer, alsfür die blauen, daher ist die rothe Seite des Ringesder Sonne zugewendet, die anderen Lichtstreifenrühren von den anderen brechenden Kanten derEiskrystalle her. Der innere, zwischen Ring undSonne befindliche Raum zeichnet sich durch eineunbestimmte Dunkelheit ans, welche oft ein grauesAnsehen hat, n. um so auffallender hervortritt, jeschöner der H. ansgebildet ist. Zuweilen liegthinter diesem Ring noch ein zweiter, blässerer, der46" Halbmesser besitzt u. durch Brechung an denvon den Seitenflächen n. Endflächen der Eispris-men gebildeten rechtwinkligen Kanten entsteht. In-dem die Eisprismen sinken, stellen sich ihre Längs-achsen vertical; durch die Reflexion an den ver-ticalen Seitenflächen dieser vertikalen Eisprismenerklärt man den horizontalen Streifen, dersich zuweilen von der niedrigstehenden Sonne ansdurch den H. n. über denselben hinaus um denganzen Himmel hernmzieht, an den Schnittpunktenmit dem H. die Nebensonnen u. ihr gegenüberdie Gegensonne bildend, u. welcher Neben-sonnenkreisgenannt wird; durch Reflexion an denhorizontalen Endflächen der Prismen erklärt sichder zuweilen über und unrer,der Sonne stehendevertikale Streifen rc. (Ähnliches gilt von denanalogen Erscheinungen am Monde, Neben-monde rc.). Auch am äußeren H. können Neben-sonnen anftreten. Zuweilen, namentlich in kaltenGegenden im Winter, sind dergleichen Sounen-od. Mondhöfe noch mehr complicirt, aus mehrerenin verschiedenen Richtungen liegenden, einanderschneidenden, mehr oder weniger vollständigenKreisbögen zusammengesetzt. Hevel hat im Jahr1661 sechs solcher Nebensonnen auf einmal beob-achtet. Hnyghens, Ventnri, Fraunhofer, Brandesu. Kämtz haben bis jetzt am besten die Höfe beobachtetn. erklärt. — In der Medicin bezeichnet H. dieentzündliche Röthe, welche häufig sich auf der Hautbildende Blasen umgibt (s. Blase 1). Specht.

Hof (lat. ^nls-, Üurtio, Onra, fr. 6onr), vondem mittelalterlichen Branche den von den Gebäu-den eines Landgutes eingeschlossensn Platz, aufwelchem sich das Gefolge eines Herrn versammelte,mit H. zu bezeichnen, kam man dahin einmalden Inbegriff Lerer, welche unmittelbar mit demDienst- und Gefolgsherrn in Verbindung stehen,dann den Sitz eines Fürsten mit seiner Familieu. seinen obersten Beamten H. zu nennen. DerH. im früheren Mittelalter umfaßte in seiner Ein-fachheit nur außer der Familie des H-Haltendendie Getreuen, welche entweder freiwillig od. gegenein Beneficimn diesem ihrem Herren sich zur Dienst-leistung stellten, in Verwaltnngs- u. Rechtssachenseinen Rath bildeten u. sein Haus- u. Hofwesenversahen. Mit der weiteren Ausbildung des Dy-nastenwesens, seit dem näheren Bckanntwerden mitLen Gebräuchen des byzantinischen H-es entwickelte