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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hirtius -

licher Schriftsteller, geb. 13. Juli 1841 in Gräfen-tonna (Herzogth. Gotha), wurde in Justus Perthesgeographischer Anstalt ausgebildet, wandte sich aberfrühzeitig publicistischcn und volkswirthschaftlichenStudien zu, 1863 — 1866 in Leipzig (Roscher,Treitschke rc.), 1866—70 in Berlin; dann ein Jahrin der Redaction der Allgemeinen Zeitung, seit 1871in München. Er gab 1863—65 zweimal dasStatistische Jahrbuch der Turnvereine und andereSchriften über Turnwesen heraus, seit 1867 injährlicher Wiederholung den deutschen Parlaments-Almanach, seit 1868 die Annalen des NDeutschenBundes resp. des Deutschen Reichs (Staatswis-senschaftliche Zeitschrift u. Materialiensammlung).Seine hauptsächlichsten Studien u. Ideen findensich in den Annalen niedergelegt, sowie (mit Aus-nahme der Studien über Handelsstatistik u. dgl.)in der Schrift: Freisinnige Ansichten der Volks-wirthschaft, Lpz. 1876. Mit I. von Gosen gaber 1870—74 das große Tagebuch des Deutsch-französischen Krieges heraus.

Hirtius, Aulus, Römer aus plebejischemGeschlecht, Cäsars Anhänger u. 58 v. Ehr. Legatdesselben im Gallischen Kriege; er begleitete späterCäsar nach Rom, Aegypten u. 47 nach Antiochien;46 wurde er Prätor u. brachte das Gesetz betr.Ausschließung aller Pompejauer von öffentlichenÄmtern (Hirtin lex) ein; 45 ging er mit Cäsarnach Spanien, wo er in dem Kriege gegen S.Pompejus Dienste im Lager u. bei den Verhand-lungen leistete; nach Cäsars Ermordung zog ersich, obwol er auf die Seite des Antonius neigte,zurück u. lebte, im vertrauten Umgang mit Cicero,auf seinem Landgute bei Tusculum; 43 wurde ermit Pansa Consul, erließ scharfe Verordnungengegen Antonius, und schlug Liesen 14. April beiBononia n. 27. April 43 bei Mntina, fiel aberin der Schlacht selbst. Man legt ihm das 8. Buchvon Cäsars Gallischem Krieg und auch (wiewolohne Grund) die sonst dem Cäsar zugeschriebeuenBücher vom Alexandrinischen, Spanischen u. Afri-kanischen Kriege bei. H-»n°-Am Rhyn.'

Uirtus, kurzsteifhaarig.

liirunäo, die Schwalbe.

Hirzcl, eine im Schweizerkanton Zürich zahl-reich verbreitete angesehene Familie; bekannt sind:1) Hans Kaspar, geb. 21. März 1725 in Zü-rich; war Arzt u. Mitglied des Großen Raths inZürich, Vorsitzender der Physikalischen Gesellschaftund starb daselbst IS. Februar 1803. SeinemEifer u. seiner Regsamkeit verdankt seine Heimathverschiedene treffliche Einrichtungen auf dem Ge-biete der medicinischen Polizei u. der öffentlichenErziehung. Er hielt Vorlesungen für Hebam-men, ferner über theoretische u. praktische Medi-cin u. war einer der Hauptstifter der HelvetischenGesellschaft (1762). Nachdem er Tissots Werkeübersetzt hatte (Anleitung für das Landvolk inAbsicht auf die Gesundheit, Zürich 1760, 3. Ausl.1785), gab er ein in fast alle europäischenSprachen übersetztes Buch heraus: Die Wissen-schaft eines sokranschen Bauers, ebd. 1761, 1774u. ö.; außerdem schrieb er des.: Das Bild eineswahren Patrioten, ebend. 1767, 2. Ausl. 1775;An Gleim über Sulzer, Winterth. 1780, 2 Bde.;Auserlesene Schriften zur Beförderung der Land-

- Hirzcl.

wirthschaft, Zürich 1792, 2 Bde. u. m. a. 2)Salomon, Bruder des Vor., geb. 1727 in Zü-rich, legte durch seine jährlichen Zusammenkünfte(seit 1760) mit Jselin in Schinznach den Grundzur Helvetischen Gesellschaft, wurde 1768 Raths-herr, 1773 Mitglied des Geheimen Rathes und1785 Standessäckelmeister; durch die Revolution1798 seines Dienstes entsetzt, lebte er den Wissen-schaften bis 1803, wo er wieder in den GroßenRath gewählt wurde, aber er legte diese Stellebald nieder u. st. 1818. Er schrieb: JuniusBrutus (Drama), 1761; Denkmal Jos. Jselins,Bas. 1782; Andenken meines Bruders rc., Zür.1804; Edle Züge aus der Schweizergeschichte,Bas. 1806 ff.; Zürcherische Jahrbücher, 1814bis 1816, 4 Bde., der 5. erschien 1819 nach sei-nem Tode. 3) Heinrich Kaspar, Sohn vonH. 1), geb. 3. Sept. 1751 in Zürich; war Arztu. 1799 Begründer der jetzt noch bestehendenZürichschen Hilfsgesellschast u. st. 10. Juli 1817 alsArchiater in St. Gallen. Er sehr. Verschiedenesüber Viehseuchen rc. Seine Lebensbeschreibungenvon Wirtz, Zürich 1818. 4) Heinrich, schweiz.Schriftsteller, geb. 17. Aug. 1766 in Weiningen beiZürich; studirte Theologie daselbst, wurde 1789Professor der Kirchengcschichte, dann der Logik u.Mathematik, 1809 Professor der Philosophie undCanonicus daselbst u. st. 7. Febr. 1833; er sehr.:Eugeniens Briefe an ihre Mutter, Zürich 1807,2 Bde., 3. Ausl. 1820, 3 Bde.; Ansichten vonItalien, Lpz. 1823—25, 3 Bde., u. gab GoethesBriefe an Lavatcr 1774—83, ebd. 1833, heraus.5) Kaspar, Bruder des Vor., geb. 11. Aug.1785 u. st. 25. Jan. 1823; er ist der Verfasserder Französischen Grammatik, Aarau 1820, 17.Ausl. 1853, u. der Lstronornis äs l'nmnbsur,Gens 1820. 6) Konrad Melchior, geb. 31.

Aug. 1793 in Zürich, studirte 1811—13 in Hei-delberg die Rechte, machte daun die Feldzüge1813—15 nnter den Schweizertruppen mit, wurdeAdvocat, 1818 Secretär der Justiz- u. Polizei-commission in Zürich, 1823 Oberamtmaun inKnouau und kam 1824 in den Großen Rath,worin er auch nach der Veränderung der Ver-fassung 1831 blieb; 1832 wurde er Bürgermeisterdes Kantons, 1834 Präsident des Vororts undder Tagsatzung; als solcher suchte er die politischenVerhältnisse zum Ausland, besonders wegen desSavoyerzuges, möglichst auszuglei-chen; schon seit1831 war er Präsident des Erziehuugsrathes;aber infolge seines Autheils an der Berufungvon Strauß nach Zürich u. der dadurch veran-laßten Volkserhebung unterlag seine Partei, erdankte ab u. st. 8. Juli 1843 in Zürich. Ernahm sich auch der Sache der Griechen sehr thätigan u. sehr.: Der heil. Propheten Äufruf zur Be-freiung Griechenlands; Beiträge zur Verbesserungder Verfassung des Kantons Zürich von 1814,Zürich 1831, u. a. 7) Ludwig, Sohn vonH. 4), geb. 1801 in Zürich, war Professor derTheologie daselbst u. st. 1841; er schr.: Commen-tar zu Hiob, Lpz. 1839, 2. Aust. 1852. 8) Sa-lomon, Bruder des Vor., geb. zu Zürich 13.Febr. 1804, wurde 1830 Mitbesitzer der Weid-mannscheu Buchhandlung in Leipzig, 1853 abereiner eigenen Verlagshandlung, in welcher u. A«