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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Uruguay.

Departements

HÜLla

Einw.

Montevideo

664

110167

Canelones .

4752

400V0

La Colonia

5682

23350

Soriano

9224

25600

San Jose .

11481

22500

Maldonado.

15195

27863

La Florida.

12107

21500

Paysandu .

21723

36000

Salto.

23981

36000

Cerro Larqo

22234

33000

Minas

14719

21500

Durazno .

14315

20500

Tucuarembo

.

30843

22000

I 180S20 I 440000

Der größte Theil der Bewohner bes. auf demLande besteht aus Gauchos (s. d>). Die Einwander-ung war eine Zeit lang verhältnißmäßig stark u.gipfelte in 1873 mit 24,339 Personen; 1876 warsie jedoch wieder auf 5570 zurückgegangen. Flüsse:La Plata, Uruguay, Jbicuy, Negro, Joses (diese dreizum Uruguay), Barriga-Negra (Goday, Zebolyati);Seen: Mirim, 157Lin lang bis 45 km breit, La-gos Manquera; Boden größtentheils eben, sehrfruchtbar, das Klima gemäßigt. Viehzucht ».Handelbilden die Haupterwerbsquellen. Der Viehstand be-trug nach den Annalen der Landwirtschaft zuBuenos AyreS 1877 (geschätzt) 6,327,000 Rinder,

13.005.000 Schafe, 12,701 Schweine. Der Werthder Ausfuhr betrug 1875 12,693,000 Pesos, davonallein für 12,392,000 thicrische Stoffe u. zwar für

5.451.000 Häute, 325,000 Felle, 2,596,000 Wolle,

1.575.000 gesalzenes Fleisch, 324,000 Fleischcon-servenu.Fleischextract, 912,000 Talg, 604,000 Rindvieh rc., 342,000 thierische Abfälle rc. Hauptver-kehrsländer sind dem Range nach: Großbritannien,Frankreich, Brasilien, die Vereinigten Staaten, Bel-gien, Spanien, Argentinien, Italien rc. Der Aus-fuhr steht eine fast gleiche Summe als Einfuhrgegenüber. Eisenbahnen standen 1877 in Betrieb375,5 km, Telegraphen, einschl. von 160 km subma-rines Kabel, 1219 km. Münzen, Maße u. Gewichtewie in der Argentinischen Conföderation. Die Ver-fassung ist vom 18. Juli 1830 u. sehr liberal; auder Spitze der Executivgewalt steht ein auf 4 Jahrevom Volk erwählter Präsident, welchem als Vice-Präsident der jedesmalige Präsident des Senates zurSeite steht. Die Gesetzgebende Gewalt beruht in zweiKammern, eine mit neun Senatoren, die zweite mitDeputirten (je einer auf 3000 Ew.); die SitzungenLauern jährlich vom 15. Febr. bis Juni; währendder Zeit ihrer Vertagung bleibt eine Permanenz-commission von zwei Senatoren u. fünf Deputirten.Es bestehen Religions- u. Preßfreiheit, Geschwore-nengerichte. Die Römisch-katholische Religion ist dieweit überwiegende. Das Schulwesen ist noch sehrim Rückstände, am beste» bestellt ist es mit den Pri-vataustaltcn. An höheren Lehranstalten bestehen eineUniversität u. eine Polytechnische Schule. Nachdemneuen Schulgesetz vom 24. Aug. 1877 ist der Schul-besuch obligatorisch u. es werden überall Staats-Freischulen gegründet. DiePrivat-Unterrichtsanstal-ten sind nebenbei gestattet, jedoch unter Ober-Aussichtdes Staates. Armee: im Jahre 1877: 1636 M.Infanterie, 850 M. Cavalerie, 275 M. Artillerie,zus. 2261 Mann vom stehenden Heer, dazu 728 ac-tive u. 1091 zur Disposition gestellte Offiziere. DieNationalgarde zählt etwa 20,000 Mann. Natio-

nalfarben: Weiß u. blau. Flagge, s. Flaggen-tasel. Das Budget von 1876 führt die Einnahmenmit 8,470,608, die Ausgaben mit 4,552,570 Pesosauf, in welch letzterer Summe jedoch nur die un-umgänglich nöthigeu Summen enthalten sind. DieStaatsschuld zerfällt in eine innere u. eine äußere.Elftere betrug am 1. Jan. 1877 29,894,676, letztere17,716,810 Pesos, so daß die Gesammtschuld sichauf 47,611,485 Pesos beläuft. Hauptstadt ist Mon-tevideo. Vgl. Woysch, Mittheilungen über das so-ciale Leben in der Republik U., Berl. 1864; Fran-kenberg, Darstellung der politischen Verhältnisse derRepublik U., Buenos Ayres u. Köln 1866; Weberin der Zeitschr. Aus allen Welttheilen V, Lpz. 1874;Diaz, Rots siistorigus st statistigns snr 1a rs-xubligus orlsutals ä'slruKua,^ sn 1878, Paris1878; Lspubllgus orientale ä'IIruAua^. Dssumsstatistiguö xcnrr I'sxposltlon äs karis, Monte-video 1878.

U., von den Bewohnern meist BandaO rien talgenannt, war wegen seiner wichtigen Lage fast seitEntdeckung Südamerikas einZankapfel der Nationenu. Schauplatz von Kriegen. 1776 eroberten dieSpanier U. definitiv u. verschlossen die'Beschiffungdes La Plata den Portugiesen. Rasch hob sich derHandel der Colonie u. sie genoß bis 1810 der Ruhe.Dann warf sie das spanische Joch ab, der Gaucho-häuptling Artigas knechtete sie mit seinen zügellosenBanden; Brasilien benutzte diese Wirren, um dieBanda Oriental für sich zu gewinnen u. verband sichmit Artigas' Gegnern. Der brasilianische GeneralLecor besetzte 20.Jan. 1817 mit 6000 M. fremderHilfstruppen Montevideo und nachdem Artigas,welcher inzwischen den Kampf nicht allein mitBuenos Ayres fortgesetzt, sondern auch mit Brasi-lien ausgenommen hatte, 1820 nach Paraguay ver-trieben worden war, wurde die Banda Oriental1821 unter dem Namen der CisplatinischenProvinz mit Brasilien vereinigt. Als 1822 Bra-silien sich von dem Mutterlands Portugal trennte,blieb die Besatzung in Montevideo der portugiesischenRegierung treu; die Brasilianer belagerten deshalbdie Stadt, nahmen dieselbe Dec. 1822 ein u. derKaiser verleibte nun die Cisplatina dem KaiserthumBrasilien ein. Da die Republik Buenos Ayres denKaiser Dom Pedro nur unter der Bedingung aner-kennen wollte, daß er Montevideo nebst der Bandaan die Conföderation abtrete u. die Brasilianer Cis-platina aussogeu, erhob sich dieses im Juni 1825unter dem Obersten Lavalleja u. Fruct. Ribera u.schloß sich der La Plata-Union an. Über diesen Kriegs. Argentin. Conföderation. Am 27.Aug. 1828 kames zu Rio de Janeiro u. 4. Oct. 1828 zu Sauta-Feunter großbritannischer Vermittelung zum Frieden,in welchem die Unabhängigkeit der Cisplatina aner-kannt wurde. Die Cisp latinische Republik gabsich nun 10. Sept. 1829 eine Verfassung u. wähltezu ihrem ersten Präsidenten den General Rondeauaus Buenos Ayres. Nachdem die SchutzmächteEngland u. Brasilien 24.März 1830 die Verfassunggebilligt hatten, wurde dieselbe am 18. Juli 1830beschworen, der Staat nahm den Namen Repub-lica Oriental del U. an u. wählte FructuosoRibera zu seinem Präsidenten. Gegen diesen brach3. Juli 1832 eine Verschwörung aus; Ribera mußtefliehen u. Lavalleja wurde zum Oberbefehlshaber