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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
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Isl 68t notre

schärft, auch die Fasten vor der Osterzeit verlängertu. die Ketzerei des Marcion u. Balentinus bekämpfthaben.

7el est notre plsisir (fr.), das ist unser Gefallen,so gefällt cs uns: der gewöhnliche Schluß in Res-criptcn u. Befehlen der Könige von Frankreich vorder Revolution an ihre Beamten.

Teleutosporen, s. u. kneeinia.

Teleykischer See (Altai-Nor), See im nördl.Altai (Ceutralasien) ca. 500 in hoch gelegen, sehrfischreich; ihm entströmt die Bija.

Telford, Thomas, berühmter engl.Jngenieur,geb. 9. Aug. 1757, machte seine Studien in Edin-burg u. London u. baute bes. Brücken (die Ketten-brücke über den Menai 1819—26, sein Hauptwerk,die Conveybrücke, ebenfalls Kettenbrückerc.),Kanäle,(den Caledonischen Kanal, s. d. Art. u. a.), Häfen(in Aberdeen, Dundee rc.) n. die S. Katharinadocksin London. Auch erwarb er sich Verdienste um denStraßenbau. Er st. 1831.

Telfs, Bezirksamtsstadt im tiroler Kreise Inns-bruck, am Inn, schone neue Kirche mit Glasmalereiender Innsbrucker Schule, Spital, Franciscanerkloster,Baumwollspinnerei; 2200 Ew.

Telgte, Stadt im preuß. Regbez. u. LandkreiseMünster, an der Ems; Wallfahrtskirche mit wunder-thätigem Marienbild, Synagoge, Privat-Rectorat-schule (mit Pensionat), höhere Töchterschule, Seiden-,Lein- u. Wollenweberei,Branntweinbrennerei, Bier-brauerei, Bettfedernsortieranstalt, Mühlen, bedeu-tender Mehlhandel; 1875: 2360 Ew. In der Nähedas St. Rochushospital mit über 100 weiblichenIrren. T., einer der ältesten Orte des ehemaligenFürstbisthums Münster, erhielt bereits 1238 Stadt-rechte u. war früher stark befestigt. H- Berns.

Teil (arab.), 1) so v. w. ein zum Getreidebaugeeigneter Landstrich; 2) so v. w. Trllmmerhügel,Hügel mit Ruinen.

Teil, Wilhelm, gefeierter Held einer schweizer-ischen Sage, welche sich an die Befreiung der Ur-kantone von österr. Herrschaftsrechten knüpft u. sichnach den neuesten Forschungen folgendermaßen ent-wickelt hat: Diejenigen Geschichtschreiber, welchezur Zeit der Schlacht am Morgarten (1315, s.Schweiz, Gesch.) lebten, Johannes von Victring,Mathias von Reuenbnrg und Johannes von Win-terthur,kennen keinen andernGrunddesBruches zwi-schen Österreich u.denEidgenossen,alsdenFeldzngdesHerzogs Leopold gegen die Waldstätten, welcher mitjenem Sieg endete. Erst um das Jahr 1420 tauchtein der Berner Chronik Justingers die Angabe auf,Laß österreichische Amtleute in den Waldstätten Ge-waltthaten, bes. an Frauen begangen hätten, aberohne Specialitäten, Zeit-, Orts- u. Namenangabe,ebenso ohne Erwähnung eines Aufstandes gegenjene Amtleute. Um 1440 erzählte der den Schwei-zern feindlich gesinnte Züricher Chorherr Felix Häm-merlin , daß sich einst die Schwyzer u. Unterwald-ner gegen Österreich aufgelehnt hätten, weil einVogt in Lowerz einMädchen verführt habe, u. dabeisei in Unterwalden ein Vogt Landenberg vertriebenworden, alles ohne Zeitangabe. 1470 erzählt einzu Uri entstandenes Lied, daß ein dortiger Vogt (ohneNamen ».Zeit) einen Schützen WilhelmT.(ohne An-gabe eines Grundes) gezwungen, einen Apfel vomHaupte seines Kindes zu schießen u. fügt die be-I

xlktisir — Teil.

kannte Antwort T-s wegen des überflüssigen Pfeilesbei, verschweigt jedoch alles Weitere. Der LnzernerRathsschreiber Melchior Ruß führte um 1485 inseiner Chronik die Erzählung Justingers dahin ans,daß er beifügte, Wilhelm T. sei von den Landvögten(ohne Namen) znm Apfelschusse gezwungen worden,habe dies der Gemeinde zu Uri geklagt, sei daraufals Rebell gebunden u. über den See nach einemSchloß geführt, aber eines Sturmes wegen, um zurudern.losgebunden worden, habe dann einenSprungaus dem Schiffe gewagt u. sofort den Vogt er-schossen. Ruß verlegt die That in die Mitte des 13.Jahrh. Eine erst neulich aufgefnndene Unterwalde-ner Chronik, daß Weiße Buch genannt (von 1470),schmückt die Sage weiter aus, welche nun in dieZeit nach dem Tode König Rudolfs I. (1291) ver-legt wird. Damals wurden, heißt es, ein gewisserGeßler in Uri u. Schwyz, u. ein Landenberg inUnterwalden als Vögte eingesetzt, welche das Volkarg bedrückten. Elfterer focht den (historischen)Stauffacher wegen seines Hauses, Letzterer einen (un-genannten) Bauer im Orte Melchi wegen seinerOchsen, u. sein Untervogt einen (ebenfalls unge-nannten) Bauer zu Alzellen wegen seines Weibesan. Darauf hätten sich Staufsacher, ein gewisser(nicht nachweisbarer) Fürst ans Uri, dervon Melchiund Einer ans Nidwalden Nachts im Rüdli be-sprochen. Dann folgt die Geschichte von T. welcherhier Thall heißt, mit dem Apselschuß; der VogtGeßler wird aber in der hohlen Gasse bei Küßnachtgetödtet. Der Chronist Petermann Merlin (1507)nennt den Vogt Grißler, das Melchi Melchthal(was eine ganz andere Örtlichkeit ist) u. läßt denVogt Landenberg von dem Alzeller erschlagen; Die-bold Schilling (1512) macht aus dem Vogt einenGrafen von Seedorf (die es nie gab) u. verlegt dieBegebenheitindasJahrI334. Ein1525inUri gedich-tetes u. aufgeführtes Volksschanspiel nennt dagegendas Jahr 1296 als Zeit der That u. legt zum er-sten Male die Sendung der Vögte dem König Al-brecht zur Last, den es aber nur als Herzog kennt.Als die 3 Hauptverschworenen gelten Stauffacher,T.u.Erni aus dem Melchthal. Der Züricher Stumpf(1548) setzt an des Letzteren Stelle den (ungenann-ten) Alzeller n. läßt die That 1314 spielen. AgidiusTschudi ans Glarus (gest. 1572) begründete endlichdie Form der Erzählung, wie sie bis vor Kurzemals feststehend galt. Er verlegte die Begebenheiten,um die es sich handelt, in die Jahre 1306—1308unter König Albrecht, nannte zuerst die Namen:Wolfenschießen, Konrad von Banmgarten, Heinrichu. Arnold von Melchthal u. setzte im RütlibundeWalter Fürst an T-s Stelle. Johannes von Müllerendlich machte die Verschwörung im Rütli erst zueinem Bnndesschwnr, gab dem Vogte Geßler denVornamen Hermann u. den Zunamen von Brnneckrc. Befestigt wurde die Sage durch jetzt nachgewie-sene Fälschungen des 18. Jahrh., welche ans einerFamilie Nell Nachkommen T-s machten n. einZeug-niß von 114 Urnern erfanden, welche 1388 bezeugthätten, T. gekannt zu haben. Indessen tauchtenschon seit dem 17. Jahrh. zuerst bei Gnilliman,Zweifel an der Wahrheit der Geschichte von T. auf;im 18. Jahrh. äußerte solche Freudenberger, dessenBuch aber in Uri durch den Henker verbrannt wurde;im 19. Jahrh. wurden sie kritisch beleuchtet,zuerst durch