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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
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224 Telegraph.

Beförderung von Briefen n. kleinen Palleten anzu-wenden gesucht; so machte 1853 I. S. RichardsoninBoston LaSModell zu einem solchen pneumatischenoder atmosphärischen T.; derselbe besteht aus einerRöhrenlage zwischen zwei Stationen; in dieser Röhrebefindet sich ein Kolben (iklun^sr), an welchen diein einem Beutel verpackten Gegenstände befestigtwerden u. welcher durch den Druck der Atmosphäre,welche von hinten ans ihn wirkt, sortgestoßen werdensoll, während vorn die Luft durch eine Luftpumpeverdünnt ist. Einen andern derartigen Versuch stellte1863 die knsumatie Olspatoii Oompan^ in Londonzwischen zwei Bahnhöfen an, bei welchem ein kleinerWagen aus einer Eisenbahn in einer Röhre von 30Zoll Durchmesser u. H engl. Meile Länge lief. Ähn-liche größere Anlagen zur Briefbeförderung (Rohr-post) besitzen Berlin, Wien, München, Paris. AuchLurch Elektromagnetismus hat man Wagen auf einerBahn in einer Drahtspirale zu bewegen versucht.

III. Beiden Hydra ulisch en T-e n bringtWasserdie telegraphischenZeichen hervor. Bei der einen Artdieser T-en spielt das Wasser fast die Rolle eines Kliu-gelzugs; es schwimmen nämlich in den beiden nachauswärts gebogenen Enden einer in der Erde liegen-den , mit Wasser gefüllten Röhre von etwa 35 mmWeite zwei kleine Kolben; wird der eine dieser Kol-ben durch einen Druck od. Lurch Ablassen od. Zu-fällen von Wasser gesenkt od. gehoben, so folgt derzweite Kolben auf der entfernten Station der Be-wegung in gleichem Schritt u. zeigt die zu telegra-phirendeu Buchstaben auf einer Skala an. SolcheT-en construirten Bramah 179S,Jobard 1827, Jo-wett 1817. Wallance gab 1824 den Kolben einehorizontale Bewegung u. erleichterte ihre rückgän-gige Bewegung durch einen Gegendruck auf die an-dere Kolbenfläche, welchen er Lurch comprimirte, ineinem besonderen Gefäße enthaltene Luft ausübenließ. Wishaw in London suchte 1837 mittels einerin eine Röhre eingeschlossenen Wassersäule so zu tcle-graphiren, daß er durch sie in ihrer Längsrichtungeine Bewegung, etwa die durch einen Schall ent-stehenden Erzitteruugen, sich sortpflanzeu ließ, umsic am Ende auf einen Zeiger oder einen sonstigentelegraphischen Apparat zu übertragen. Tabourinin Lyon schloß 1867 das Metallrohr durch einenelastischen Deckel ».ließ auf diesem einen Fühlhebelruhen, welcher sich bei Veränderung des Druckes imWasser über einem mit Buchstaben beschriebenenKreisbogen hin u. her bewegte. Auch der T. desÄneas Taktitos (im 4. Jahrh. v. Ehr.) könnte einhydraulischer genannt werden: an den beiden tele-graphischen Stationen befanden sich zwei gleiche Ge-fäße mit Wasser, worauf Korke mit auf verschiedenlangen Stäbchen steckenden Täfelchen schwammen,auf Lenen verschiedene Nachrichten ausgeschriebenwaren; durch eine Fackel wurde das Signal zumOffnen eines Hahns gegeben, u. man ließ nun dasWasser ausfließen, bis ein zweites Signal gegebenwurde, was in dem Momente geschah, wo das Tä-felchen mit der zu befördernden Nachricht, u. zwarin beiden Gefäßen, gerade im Niveau des Gefäß-randes stand.

IV. Die optischen T-en wirken unmittelbardurch das Licht auf das Auge, entweder indem sieSonnenlichtod. künstliches Licht nach demEmpsangs-orte entsenden, od. indem sie am Absendungsorte

Zeichen Hervorbringen, welche vom Bestimmungs-orte aus wahrgenommeu werden sollen. 4.) F euer-u. Rauch-T-eu. Spuren dieser optischen T-eu fin-den sich schon bei den ältesten Völkern. Selbst inEuropa wurden zu Anfang des 19. Jahrh. nochRauch- u. Fenersignale an großenFlüssenbenutzt.urnden gefährdeten Anwohnern von dem Verlaus derHochwässern, dem Eisgang Nachrichtzu geben. DieGriechen Kleoxenos u. Demokritos (um 450 v. Ehr.)machten den Fackel-T-eu zum Buchstabeu-T.; sieschrieben 25 Buchstaben in fünf Reihen auf eineTafel n. gaben durch 15 Fackeln, welche gleich,zeitig auf der linken u. der rechten Seite einer Blend-ung vorgehalten wurden, an, in welcher Reihe derzu tclegraphirende Buchstabe stand, u. der wievielsteBuchstabe er in dieser Reihe war; bei Tage nahmman Flaggen anstatt der Fackeln. Bei den Römernzündele mau 1 9 Feuer links, in der Mitte oderrechts an, um einen der 27 als Zahlzeichen (die 9ersten für die Einer, die 9 folgenden für die Zehneru. die 9 letzten für die Hunderter) dienenden Buch-staben des Alphabets zu bezeichnen u. mittels derZahlen Nachrichten zu telegraphiren. Nach Vegetinswurden Nachrichten durch auf Thürmen aufgehängte,bald erhobene, bald gesenkte Holzstücke fortgepflanzt.In der neueren u. neuesten Zeit werden zum Tele-graphireu innerhalb engerer Grenzen, namentlichbeim Militär. Signalraketen angeweudet; Berg-sträßer in Hanau, welcher 1784 die Einrichtung einerSignalpost zwischen Leipzig u. Hamburg Vorschlag,wollte sich znm Telegraphiren vier verschiedener Ar-ten von Raketen (mit und ohne Schlag, mit Leucht-kugeln, mit Goldregen) bedienen. Signallampe» zumTelegraphiren bei Nacht waren u. sind noch jetzt beiden optischen Zeichen-T-en, bes. bei den Eisenbahn-T-en u. auf Schiffen, in Gebrauch. In neuerer Zeithat man oft mir gestrahltem Licht zu telegraphirenversucht. So sollten z. B. bei Nacht vier große, ineiner horizontalen Reihe aufgestellte Hohlspiegel dasLicht von Gaslampen nach der nächsten Station wer-fen und die Signale durch abwechselndes Heben derLampen u. Spiegel gegeben werden. Gauß schlugdie Anwendung des Heliotrops für telegraphischeZwecke vor, da dessen Spiegel dem freien Auge ineiner Entfernung von 5 6 Meilen sichtbar sind;Steinheil vereinfachte den Apparat u. suchte beiNachtdas Sonnenlicht durch das Drummondsche Kalklichtzu ersetzen. Vielfach ist man in der jüngsten Zeitdaraus ausgegangen, durch kürzere od. längere Licht-blicke oder durch sonst sich unterscheidende Licht-erscheinnngen die Punkte u. Striche des MorseschenAlphabetes (s. V s na, 1) zu ersetzen.

L. Die Zeichen-T-en (Semaphoren) sind dievollkommensten optischen T-en und waren vor derEinführung der elektrischen T-eu sehr ausgebreitet.Die ersten Versuche telegraphischer Mittheilungendurch Zeichen od. Figuren machten 1633 der engl.Marquis von Worcester u. 1660 der franz. Mecha-niker Amontons: darauf legte Rob. Hooke in London1684 der Londoner Akademie seinen Plan, durch geo-metrische, mittels beweglicher Lineale gebildete, mitdem Fernrohre zu beobachtende Figuren zu tele-graphiren, vor. 1763 errichtete Edgeworth die ersteT-enlinie zu seinem Privatgebrauch zwischenLundonu.Newmarket. 1782 tratLinguetmit einem optischenT-e» aus. Allein erst Lurch denfranz.JngenienrClaude