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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Telcboas Telegraph.

Umfang zuzunehmen u. es kommen Fälle vor, inwelchen der halbe Kopf von der T. eingenommenist. KleineT-n zerstört man am besten mit Betupfenmit rauchender Salpetersäure, größere sind durchdas Messer zu exstirpiren. Kunze.

Teleböas (a. Geogr.), Fluß in Armenien, fielin den Euphrat.

Telegönos, Sohn der Kalypso (n. And. derKirke) und des Odysseus, wird als König der Tuskcru. Erbauer von Tusculum und Präneste angeführt.

Telegramm, ein in Amerika entstandenes Wortvon unrichtiger Bildung für telegraphische Depesche;dis richtige Bildung wäre Telegraphen,.

Telegraph (vom griechischen ryiw, in die Ferne,u. schreiben), eine Vorrichtung zum Her-

vorbringen von sinnlich wahrnehmbaren , zu einemGedankenaustausche brauchbaren Wirkungen (Zei-chen) an einem entfernten Orte. Die von der (posta-lischen) Beförderung der Briefe sich wesentlich unter-scheidende Beförderung von Nachrichten durch einenT. heißt Telegraphie, so beförderte Nachrichtennennt man telegraphische N achrichten, tele-graphische Depeschen, Telegramme; auch dieWissenschaft der telegraphischen Beförderung wirdTelegraphie (Telegraphik) genannt (vgl. auchTelephonik). Das Bedürfniß, Nachrichten in grö-ßere Fernen fortznpflanzen, als es unmittelbar durchdie menschliche Stimme geschehen konnte, und mitgrößerer Geschwindigkeit, als durch einen Boten zuFuß, machte sich schon sehr frühzeitig fühlbar, unddaher finden sich bereits im Alterthume nicht alleinberittene Boten, z. B. im Persischen Reiche (s. u.Post, S. 601), sondern auch eine Art optischer T-en,s u. IV. Das Telegraphiren beschränkte sich damalsansBenachrichtignng überbestimmteEreignisse durchvorher verabredete Signale (daher Signalkunst).Auch jetzt benutzt man in zahlreichen Fällen nochbloße Signale, am ausgiebigsten wohl im Eisenbahn-signalwesen (s.d.). Die Vervollkommnung der Tele-graphie und namentlich die Lösung der Aufgabe inihrer größtenAllgemeinheit, jede beliebige Gedauken-reihe zu jeder beliebigen Zeit u. auf jede beliebigeEntfernung möglichst schnell fortznpflanzen, blieb derneuesten Zeit Vorbehalten; denn erst am Ende desiS.Jahrh. erlangten die optischen T-en eine gewisseVollkommenheit und fanden so eine Zeit lang eineausgedehntere Anwendung, während die elektrischenT-en vor nicht viel über 30 Jahren erst betriebsfähiggeworden sind, in dieser kurzen Zeit aber, da die ansie zu stellenden technischen Anforderungen und Be-triebsansprüche durch die rasche Entwickelung deranderen Verkehrsmittel u. der gesammten Verkehrs-Verhältnisse überaus rasch sich bis aufs Höchste stei-gerten, eine ungemeine Ausbildung u. Ausbreitunggewonnen haben. Rücksichtlich der Mittel, derenman sich zu verschiedenen Zeiten zum Telegraphirenbedient od. die man dazu vorgeschlagen hat, unter-scheidet man akustische, hydraulische, pneumatische,optische u. elektrische T-en.

I. Die akustischen T-en pflanzendieNachrichtendurch den Schall vom Ausgangsorte bis zum Em-pfangsorte fort. Für kleinere Entfernungen u. ein-fache Mittheilungen geschieht dies durch die freie Luft;man bedient sich dabei zur Erregung des Schallsihn verstärkender Signalmittel, als der Trompete,des Horns, der Trommel, der Glocken, der Signal-

s pfeifen, der Lärmkanonen, des Sprachrohrs rc. Sotelcgraphirten schon die alten Perser, indem sie sichdie Nachricht von Posten zu Posten znriefen; dabeilegte die Nachricht den Weg, welchen ein Mann in30Tagen durcheilen konnte, in l Tage zurück. SolcheRnfposten hatte lerxes vonPersien bis Griechenlandangelegt. Aehnlich berichtet Cäsar von den Galliern,daß sie, was Wichtiges passirte, durch Flur u. Gauansgerufen u. so von Gau zu Gau verbreitet hätten;so gelangte eineNachricht in einem Tage 3040Mei-len weit. In der freien Luft ist die Fortpflanzungs-geschwindigkeit des Schalles viel geringer als in Me-tallröhren, in denen der Schall zugleich mit derLängedes znrückgelegtcn Weges nicht so rasch an Stärkeabnimmt, wie in der Luft. Deshalb schlug der Nea-politaner I. B. Porta schon 1588 solche Röhren zumTelegraphiren auf größere Entfernungen vor. Glei-ches that im Jahre 1782 der CisterciensermönchDom Gauthey. Wiederholte Versuche, z. B. vonBist n. Hassenfratz, in einer 951 in laugen Röhre,und von Jobard, in einer 600 Fuß langen, elfmalrechtwinklig abgebogenen Röhre haben zwar dieMöglichkeiCdes Telcgraphirens in Metallröhren au-ßer Zweifel gesetzt, doch sind die Anlagekosten zugroß, als daß solche T-n im Großen Anwendungfinden könnten. Wohl aber sind Schallröhren imKleinen zweckmäßig und daher häufig in größerenPrivathäusern, Gasthöfen, Werkstätten, Dampf-schiffen rc. angewendet worden (vgl. Haus-T.). Sobeförderten Jobard u. Stieldorfj in Belgien 1833bei ihrem T., welchen sie Logophor (d. i. Wort-träger) nannten, mündliche Mittheilnngen in unter-irdischen Röhren. Romcrshausen wollte 1838 beiseinem Telephon halbzöllige Bleiröhren benutzen.Doull schlug zum Telegraphiren für Eisenbahnen u.Dampfschiffe die Anwendung von Pfeifen mit ver-schiedener Stimmung vor, auf denen die Signalemittels comprimirter Luft gegeben werden sollten.Das Wasser, in welchem sich der Schall viermal soschnell als in der Luft fortpflanzt, hat Colladon zurakustischen Telegraphie zu benutzen versucht, dochebenfalls ohne besonderen Erfolg. Für W. Sndresmusikalischem T. (Telephonium), sollen die sie-ben Noten od. Töne der Tonleiter zu einer allgemeinverständlichen musikalischen Sprache combinirt undin dieser die Nachrichten mittels musikalischer Instru-mente (bes. mittels derTrompetr, welche 3Meilenweitvernehmbar sein soll) telegraphisch weiter gegebenwerden. Von Len akustischen T-en sind diejenigenelektrischen T-en zu unterscheiden, welche hörbareZeichen geben, s. u. V.

II. Bei den pneumatischen T-en benutzt manLuft, um telegraphische Zeichen am Empfangsortehervorzubringen. E. B. Rowley schlug 1838 vor,Stationen in Entfernungen von je 10 engl. Meilendurch je 6 Bleiröhren zu verbinden u. die ans einemLustbehälter diesen Röhren zugeführte Luft an derentfernten Station abwechselnd als Blasen in mitWasser gefüllte Gefäße am Ende der Röhren aus-! treten zu laßen. Crosley(l839) wollte blos eine miti Lnft gefüllte Röhre anwenden u. in der entserntenj Station dadurch Zeichen geben, daß er 10 verschie-dene Gewichte abwechselnd auf den Luftbehälter auf-' legte. Über neuere pneumatische T-en vgl. Haus-T.!Jn neuerer Zeit hat man das Princip der atmo-sphärischen Eisenbahn (s. Eilenbahn, S. 119) zur