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Stollen -
Leipzig u. Jena 1827—31 Jura und Cameralia,widmete sich dann der Belletristik u. lebte privatisi-rend in Grimma ».Dresden. Er st. 29. Sept. 1872.Von seinen zahlreichen Werken seien genannt: Stella(poetisch-humoristische Gabe). Lpz. 1832; Commer-agen, Briese eines Lebendigen u. Todten, Grimma1834; Nacht ».Morgen (Phantasiestücke u. Lieder),Lpz. 1836; Cawelien (Novellen, Erzählungen undGenrebilder), ebd. 1838, 2 Thle.; 1813 (histor.Roman), ebd.1838,n. A. 1844, 3 Thle.; Elba undWaterloo, ebd. 1838, 3 Bde., 2. A. Hamb. 1845;Der Weltbürger, Lpz. 1839, 3 Bde.; Der neue Cä-sar, ebd. 1841, 3 Thle.; Deutsche Pickwickier, ebd.1841, 3 Bde.; Die Erbschaft in Kabul, ebd. 1842;3 Bde.; Napoleon in Ägypten, ebd. 1843, 3 Bde.;Die Weiße Rose (Roman), ebd. 1851, 3 Bde.; DieGranitcolonne von Marengo (Roman), ebd. 1854,3Bde.; Palmen des Friedens (Dichtungen), Lpz.1855, 4. A. ebd. 1866; Der König von Tauharawi(Roman), Prag 1857, 3 Bde. Seine Werke gesam-melt: Lpz. 1847; Familienansgabe unter dem Ti-tel: Des Dorfbarbiers ausgewählte Schriften, Lpz.1853—55, 24 Bde., nebst 3 Snpplementbäuden,ebd. 1856 f., 2. A. (Volks- u. Familienansgabe),ebd. 1857 ff., 30 Bde., neue Folge, 1865, 12 Bde.Er gründete 1844 das humoristisch-politische Volks-blatt: Der Dorfbarbier (seit 1851 der JllustrirteDorfbarbier), von dessen Redaction er 1863 zurück-trat; gab ferner heraus: Der Dorfbarbierkalender,Prag 1861.
Stollen, s. Bergbau, S. 203, 1 . Sp.
Stollenhieb, das Recht des Erbstöllners, in demeinem Dritten verliehenen Felde alle im Querschnittves Stollens angetroffenen Mineralien sich anzu-eignen.
Stollhofen, Kirchdorf im Amtsbez. Rastatt desbad. Kreises Baden; 1050 Ew.; alter, ehemals be-festigter Ort des Kalw-Ebersteinschen Lehenadelsvon Windeck, wurde 1309 an Baden verkauft. Hierhatten die 1703 von dem Markgrafen Ludwig vonBaden vom Rhein bis nach Bühl angelegten Ver-theidigungslinien,die S t o ll h o fe n e r L in i e n (Wüh-ler Linien), ihren Centralpnnkt; sie wurden 1703von den Franzosen vergebens angegriffen, 23. Mai1707 aber von denselben unter Marschall Villarserobert. Sie sind jetzt ganz verschwunden.
8tolo (lat., Bot.) Ausläufer.
Stolo, Caj. Licinins CalvusS.,ausplebejischemStamm, war 376—366 Volkstribun in Rom undbrachte als solcher die lwxläeivia ein (s. AgrarischeGesetze ä.). Als Consul besiegte er 361 die Herniker.
Stolp, I) Kreisim prenß. Regierungsbez. Köslin,von der Linie Berlin-Stettin-Köslin-Danzig derBerlin-Stettiner und der PoseiEenstettin-Stolp-Münde-Eisenbahn durchschnitten; 2228,osüHIcm(40,jgIHM) mit (1875) 92,568 Ew. 2) Kreisstadt darin,an der Stolpe, Station der Berlin-Stettiner Eisen-bahn , besteht aus der Alt- und Neustadt und ausden Vorstädten; Sitz eines Land- und Amtsgerichts,einer Reichsbankstelle und der pommerschen Land-schasts-Departements'Direction, altes Schloß (jetztals Zeughaus benutzt), 5 Kirchen, darunter dieSchloßkirche aus deml3.Jahrh. mit demOriginal-bildnisse des Herzogs Johann Friedrich von Pom-mern n. seiner Gemahlin Erdmuthe auf einem Al-larblatte u. die schöne Marienkirche, Gymnasium
— Stolze.
mit Realklassen, 2 höhere Töchterschulen, Jnvali-denhaus, Krankenhaus, Militärlazareth, 2 Hospi-täler, Gefangenenanstalt, 3 Eisengießereien n. Ma-schineufabriken, Eisenbahn-Reparaturwerkstätte, eineDampsspnnd- und eine Dampsstiftfabrik, 6 Bier-brauereien, 2 große Gerbereien, 1 Wasser- und 3Dampfschneidemühlen, Fabrikation von Bernstein«waaren, Tabak u. Cigarren, Ölfarben; Fischfang,Schiffahrt, lebhafter Handel mit Holz, Leder, Wolle,Spiritus, Getreide, geräucherten Lachsen, Gänse-brüsten, Bernstein u. Colonialwaaren; Freimaurer-loge zur Morgenröthe des höheren Lichts; Garnison(Husaren); 1875: 18,328 Ew. S. ist Geburtsortdes Humanisten Nuhnken, des Generals Ed. vonBonin u. des General-Postmeisters Stephan. S.war im 11. Jahrh. ein Flecken n. war von 1061 bis1637 mit mehrfachen Unterbrechungen im Besitz derHerzöge von Pommern. Zu diesen Unterbrechungengehörte die sog. Interimsregierung der branden-burg. Markgrafen Waldemar II. u. Johann IV.,welche 1310 den Ort zur S.tadt erhoben, sowie dieZeit in welcher die pommerschen Herzöge die Stadtandendeutschen Ritterorden verpfändet hatten (1340,1388, 1392). Im 14. Jahrh. trat S. dem Hansa-bunde bei, dem es bis 1544 angehörte. 1637 kames an Brandenburg. Vgl. Reinhold, Chronik derStadt S., Stolp 1861. S- Berns.
Stolpe, ein 150 icm langer Küstenfluß in Hin-terpommern, entspringt aus der Platte von Bonczka-hutta beim Dorfe Sierakowitz im Regbez. Danzig,fließt durch den Godwidlino- u. Wengorzyn-See,nimmt rechts die Schottow u. links die Bütow u.Kamenz auf u. mündet bei Stolpmünde in die Ost-see; sie ist nicht schiffbar.
Stolpe« (ehedem Jokrim genannt), Stadt inder königl. sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, ander Wesenitz, Station derSächs. Staatsbahnen;Fa-brikation von Messern, Holzschleiferei,Wasserleitung;1875: 1403 Ew. Auf dem nahen Basalt-Berge dieRuine der alten Burg S. mit tiefem Felsenbrun-nen, einst zeitweilige Residenz der Meißner Bischöfe,denen S. seit 1218 gehörte, später bis ins Jahr1780 Festung u. Staatsgefängniß, in welchem auchdie Gräfin Cosel, die Geliebte Augusts des Starken,von 1716—65, wo sie st., gefangen saß. H- Berns.
Stolpmünde, Flecken im Kreise Stolpe despreuß. Regbez. Köslin, an der Mündung der Stolpein die Ostsee, Station derPosen-Neustettin-S.-Eisen-bahn, Hafenort für Stolpe; Hanptzollamt, Naviga-tions-Vorschule, Seeschiffahrt, Fischerei, Seebad,Hafen, durch Moolen geschützt; 1875: 1980 Ew.1875 sind 246 Schiffe mit 17,620 Reg.-Tons inden Hafen eingelaufen u. 249 Schiffe mit 17,881Reg.-Tons ausgelaufen.
Stolze, Wilhem, Erfinder der deutschen Kurz-schrift (s. Stenographie), Sohn eines ans dem Han-noverschen in Berlin eingewanderten Handwerkers,geb. 20.Mai1798 zuBerlin, st. das. 9.Jan.1867;bediente sich schon als Schüler des Joachimsthal-schen Gymnasiums der Horstigschen Stenographie.Die Unzuverlässigkeit derselben veranlaßte ihn zumStudium aller ihm bekannt werdenden Stenogra-phie-Systeme u. zu vielen eigenen Versuchen.' Ergewann dieüberzengung, daß sich eine durchaus zu-verlässige u. zugleich den höchsten Anforderungen derPraxis entsprechende deutsche Kurzschrift nur errei-