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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Stolgebühren Stolle.

Halle, seit 1772 in (Münzen, wo er ebenfalls zumHainbunde gehörte; machte1775 eineReise nach derSchweiz, ging 1777 als Minister des Fürstbischofsvon Lübeck unter dem Titel eines Oberschenken nachKopenhagen, lebte aber meist im Verkehr mit I. H.Voß in Eutin, wurde l786Amtmannzu Neuenburgim Herzogthum Oldenburg, 1789 dänischer Gesand-ter in Berlin. Nach dem am 15. Nov. 1788 erfolg-ten Tode seiner Gattin Agnes, geb. von Witzlebenvermählte er sich 1790 mit Sophie geb. Gräfin vonRedern (geb. 1765, st. 8. Jan. 1842). 1791 machteer eine Reise nach Italien u. wurde nach seinerRückkehr 1793 Präsident der fürstbischöflichen Re-gierung zu Eutin. Nachdem er schon 1793 vielfachUmgang mit Katholischen gehabt hatte, quittirte er1800 seine Ämter, zog nach Münster u. tratl.Juni1800 in der Hauskapelle der Fürstin Galizin zuMünster mit seiner Gemahlin n. seinen Kindern, dieälteste Tochter ausgenommen, zur Römisch-katho-lischen Kirche über, was von F. H. Jacobi u. na-mentlich von I. H. Voß mit Härte getadelt wurde.Seit 1812 lebte er in Tatenhausen bei Bieleseld u.pachtete 1816 die hannöversche Domäne Sonder-mühlen im Osnabrückschen, wo er 5. Dec. 1819 st.Schriften: Der Brüder Ehr. u. F. L. Grafen zu S.Gedichte, heransg. von H. C. Boje, Lpz. 1779;Jamben, 1784; Vaterländische Lieder, mit seinemBruder Christian, 1815. In den gesammelten Wer-ken derBrllder S., Hamb. 182025, 20 Bde., fül-len die seinigen den größeren Theil. Die Gedichtebes. heransg. Lpz. 1821, Wien 1822; Goldene Früchtein silbernen Schalen (Auswahl der schönsten ausS-s Schriften), Freib. 1825; Zwo Schriften desheil. Augustinus von der wahren Religion und vonden Sitten der katholischen Kirche, Münch, u. Lpz.1803; Geschichte der Religion Jesu Christi, Hamb.18061818, 15 Bde., Register von Moritz, das.1825, 2 Bde. (fortgesetzt von Fr. v. Kerz, Bd. 16bis 45, Mainz 182548, u. von Brischar, Bd. 46bis53, ebd. 185064; Leben Alfreds d. Gr.,Mün-ster 1815; 2. A. 1837; Kurze Abfertigung der lan-gen Schmähschrift des Herrn Hofrath Voß, Hamb.1820; Betrachtungen und Beherzigungen der Hl.Schrift, 181921, 2 Bd.; Leben des Vincenz vonPaula; Ein Büchlein von der Liebe, Münst. 1820,5. A.1877; Vgl. Lebensumstände des Grafen Fried-rich Leopold zu S., Lpz. 1821; Schott, Voß u. S.,Stuttg. 1820; Alfr. Nicolovins, Fr. L. Graf zu S.,Mainz 1846; Wilh. v. Bippen, Entiner Skizzen,Wenn. 1850; Th. Menge, Der Graf Fr. L. S. u.seine Zeitgenossen, Gotha 1862, 2 Bde.; Zöppritz,Aus Fr. H. Jacobis Nachlaß, Lpz. 1862, 2 Bde.;Janssen, F. L. Gr. zu S., bis zu seiner Rückkehr n.seit seiner Rückkehr zur Katholischen Kirche, Frei-burg1877, 2Bde. B)Haus S.-Roßla, dieStan-desherrschast Orteuberg in der Wetterau (1,g UM),die Grafschaft S.-Roßla (3,g IHM), mit dem AmteBäruroda (im Bernburgifchen) u. das Amt Kelbra(1,s HjM), besitzend mit dem Wohnsitz Roßla ist ge-stistelvon Graf Justus Christian (16761739),hat seinen Chef in dem Grafen Botho, 12. Juli1850 geb. s) u. 4) Zimmermann.

Stolgebühren (llura stolas fgenanut nach derLtola 2) s. dZ, lluraparoeirialia,), alle die Einkünfteder Geistlichen, welche für geistlicheAmtshandlnngeuentrichtet werden, namentlich für Taufen, Beichten,

Krankencommunionen, Aufgebote, Trauungen, Be-gräbnisse, Zeugnisse re. Die llura stolas, ursprüng-lich die Einnahme für die L.otlls Esräobalos, wur-den erst nur an die Bischöfe bezahlt, wenn auch dieParochen diese L.otns vollzogen, seit dem 6. Jahrh.aber mußten die Bischöfe den Parochen jene Ein-nahmen lassen, u. sie erhielten dafür ein Abfindungs-quantum. Die jetzige Bestimmung der S. rührt erstans spätercrZeit Hern, sind auch die protestantischenGeistlichen zu Beziehung solcher berechtigt als Acci-denzien wie die katholischen; der Pfarrer hat, da erfür sein Auskommen zum Theil darauf hingewiesenist, sie als Rechte (daher llura stolas) zu bean-spruchen u. sind die Geldansätze in der Regel in derMatrikel angegeben, wobei jedoch auch das Herkom-men entscheidet. Indessen sind sie in der protestan-tischen Kirche an vielen Orten abgejchafft und durchfestes Gehalt ersetzt. L->g°i.

Stoliczka, Ferdinand, Geolog, geb. im Mai1838 in Mähren, trat nach vollendeten Studien indie k.k. Geolog. Reichsanstalt zu Wien, wurde 1862Mitglied der üsolo§ioal 8urvo^ ok Inäia, bearbei-tete die Kreidefossilien SJndiens (beschrieben in derkals-sontoloMa Iväioa) u. unterzog auf 2 Reisen1864 u. 65 den westl. Theil von Tibet einer gründ-lichen Untersuchung (beschr. in den Llsmoira ok birgOsol. 8urvs^ ok Inäia, V). Im I. 1873 nahm eran der Forsythschen Gesandschaftsreise nach Kasch-gar Antheil, besuchte von dort den Tschatyrkul imThianschan u.Wakhan jenseits der Hochebene Pamir,st. aber 19. Juni 1874 auf der Rückreise infolge derausgestaudenen Strapazen. Die indische Regierungließ ihm in Calcutta ein Denkmal setzen. t.

Stolidität (v. Lat.), Albernheit, Dummheit.

Stoll, Maximilian,die letzte Größe der altenWiener Schule, geb. 12. Octbr. 1742 in Erzingen(Schwaben), besuchte die Jesuitenschule in Rottweil,schied aber 1767 ans dem Orden, studirte in Straß-burg und Wien Heilkunde, wurde de Haens eifrigerSchüler, später Physikus des Honther Comitats (Un-garn), ging 1774 nach Wien zurück, erhielt 1776 eineakademische Stellung, las nun Collegien, die baldaus allen Theilen Europas Zuhörer fanden, hattedann mit mannigfachen Jntriguen zu kämpfen u. st.bereits 23. Mai 1787. Ein eigentliches System hater nicht gegründet, aber seine Schüler führte er auf dieWegederHippokratischenu.SydenhamschenForschnngzurück. Sein kurzes Leben war ein Kampf seineredlen Natur mit zahllosen Hindernissen seines L>tre°bens, aber hoch bedeutungsvoll für die Heilwissen-schast; keiner der Lebenden konnte ihm den Rang desersten klinischen Lehrers streitig machen. Bon seinenSchriften, in denen nur die Naturwahrheit sich wie-derspiegelt, sind bes. zu nennen: Die Aphorismenüber das Fieber, Wien 1785. Thamhayn.

Stollberg, Stadtinderkönigl.sächs. Kreishaupt-maunschaft Zwickau, am Gablenzbache; Realschule2. Ordn., Fabrikation von Strumpfwaaren, Watte,gewirkten Smbendecken, Strumpfstühlen, Nähma-schinen, Cigarren u. Knochenmehl, Damastwebcrei;1875: 6326 Ew. Die Herrschaft S. gehörte früherznm Voigtlande, kam im 13. Jahrh. an die Grafenvon Schönburg, wurde 1367 böhmisch und 1459sächsisch.

Stolle, Ludwig Ferdinand,deutscherSchrift-steller, geb. 29. Sept. 1806 in Dresden; studirte in