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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
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Stobi Stockhausen.

ums. S. veröffentlichte außer zahlreichen Gedich-ten, Erzählungen, Märchen u. Sagen ans demElsaß: Der Dichter Lenz u. Friederike von Sesen-heim, Bas. 1842; Geschichte der schönen Literaturder Deutschen, Straßb. 1843; Der Actnar Salz-mann, Goethes Freund, Mlllh. 1855; Zur Gesch.des Volksaberglaubens im 16. Jahrh., Bas. 1856;Jörg Wickram, Volksschriftsteller u. Stifter derKolmarer Meistersäugerschule, ebd. 1866; Rödcreru. seine Freunde, 2. A. Kolm. 1874; Alsatia, Jahrb.für elsäss. Geschichte, Mülh. 185075, 10 Bde. 3 )Adolf, Bruder des Vor., u. wie dieser ein eifrigerFörderer deutschen Wesens in Elsaß, geb. 7. Juli1810, studirte in Straßburg Theologie, wurde 1840Pfarrer in Mülhausen u. 1860 Präsident des refor-mirten Conststoriums u. Oberschulrath daselbst. Ergab mit seinem Bruder die Alsabilder, vaterländisch eSagen u. Geschichten, Straßb. 1836 heraus, dann:Resormatorenbilder, Bas. 1857, verschiedene theolog.Schriften, Gedichte rc.

Stobi, Hauptstadt der makedon. Prov. Päonien,später von Uaooäonia saluäaria; sie wurde durchdie Gothen im 4. Jahrh. zerstört und ist jetzt ver-schwunden. S. war die Vaterstadt des Stobäos.

Stöchaden, s. Hyöres.

Stochasmus (v. Griech.), Wahrscheinlichkeits-berechnung; Stochastik, Lehre von derWahrschein-lichkeit; Stochastisch, muthmaßlich.

Stöchiometrie (v. Griech., Messung der Be-standtheile), die Lehre von den constanten Gewichts-u. Volnmverhältnissen, nach denen sich chemischeVer-bindnngen aus ihren Bestandtheilen zusammeusetzen,sowie von der Anstellung chemischer Berechnungenauf Grund dieser Verhältnisse. Die Grundgesetze derS. sind in den Artikeln Äquivalent und Atome er-örtert. Der eigentliche wissenschaftliche Begründerder S. ist I- B. Richter (s. Chemie, S. 702); weitergefördert wurde sie namentlich durch Proust,Dalton,welcher zuerst den Satz der multiplen Proportionenaufstellte u. nicht, wie Richter, bei den Berhältniß-zahlen der Säuren u. Basen stehen blieb, sondernbis auf die einfachen Körper zurückging; ferner durchGay-Lussac u. A. v. Humboldt, Berzelius, AvogadroDulong u. Petit, Gerhardtu. Laurent, sowie neuer-dings u. A. durch Stas. Vergl. Art. Chemie, S.702 ff.; Literatur s. Chemie, S.'709. Wimmenauer Ll.

Stock (Bot., 6auclsx) ist bei perennirenden Pflan-zen der unterirdische, od. nur wenig über die Erdehervortretende Stamm, der alljährlich neue Triebeentwickelt.

Stock (Stockwerk), eine unregelmäßig gestalteteLagerstätte von einer im Verhältniß zu ihrer Aus-dehnung großen Mächtigkeit.

Stockach , Stadt u. Hauptort in dem gleichnam.Amtsbez. des bad. Kreises Konstanz, am gleichnam.Flüßchen, Station der Bad. Staatsbahnen; Baum-wollenweberei, Spinnerei u. Färberei, Nudelfabrik,Möbelschreinereien, 4Kuustmühlen, wöchentlich Ge-treide- u. Viehmärkte, Schwefelquelle mit Badean-stalt; 1875: 2038 Ew. S. war früher durch seineLage an der Kreuzung der Straßen aus Schwaben,der Schweiz u. dem Breisgau ein bedeutender OrtU. Hauptstadt der Herrschaft Nellenburg-Thengen,mit welcher es 1645 an Österreich überging. 1499wurde es von den Schweizern vergeblich belagert.Am 25. März 1799 hier der Sieg des Erzherzogs-

Karl über den französischen General Jourdan. 1805kam S.anWürttemberg u.1810anBaden. H- Berns.

Stockausschlag, verjünge Trieb, welcher sichaus dem im Boden stecken gebliebenen Schafttheileeines an der Erde abgehauenen Laubholzbaumes od.Strauches entwickelt. Von den eigentlichen Stock-loden sind die Ausschläge der Wurzeln (Wurzelloden)zu unterscheiden, welche bei einzelnen Holzarten(Pappeln, Weiden, Ulmen, Weißerlen, Akazien u. a.)auch ohne Verletzung des Schaftes entstehen. Vgl.Forstwirthschaft, S. 269. Wimmenauer I,.

Stockente, so v.w. Gemeine wilde Ente; s. Ente.

Stockerau, Marktflecken im Bez. Korneuburgdes Erzherzogthums Österreich unter der Enns, amGöllersbache unweit eines Donauarmes, StationderÖsterreich.Nordwestbahn; Bezirksgericht,Schloß,Realgymnasium, große Cavalerie-Kaserne, Fabri-ken für Kerzen, Seife, Parfümeriewaaren, Rüböl,Filze u. Filzwaaren, Kotzen u. Decken, Getreide- u.Holzhandel; 1869: 5018Ew. (Gem.5232).

Stockfalk, so v. w. Hühner-Habicht.

Stockfäule ist die in den Baumstümpfen durchPilze erzeugte Zersetzung des Holzes.

Stockfisch, der getrocknete Kabliau.

Stockfifchholz, die schlechteste Sorte Rothholz.

Stockfleth, Nils Joachim ChristianBibe,der Apostel der Lappländer, geb. 11. Jan. 1787 inFrederiksstad, trat in das Militär u. zeichnete sichals Lieutenant in der Schlacht bei Sehestadt am 10.Oct. 1813 so aus, daß er Hauptmann wurde. Nachder Trennung Norwegens von Dänemark diente ernoch eine Zeit lang als Offizier im Musketiercorpsvon Valdens, studirte dann aber seit 1823 Theologiein Christiania n. Upsala u. wurde 1825 Prediger zuVadsöe in Ostfinnmarken, einem in der Nähe desNordcaps gelegenen Kirchspiel, welches fast nur vonLappen bewohnt wird. S. lernte deren Sprache n.schuf erst ein lappisches Alphabet u. legte so denGrund zu einer volksthümlichen lappischen Literatur.Später wurde er als Pfarrer nach Lebesby (eben-falls in Ostfinnmarken) versetzt, gab aber 1839 seinPredigtamt auf, um mehr Muße für seine literari-schen Arbeiten zu gewinnen. Er sehr.: Orammatilc1 äsk lmpxisko spro§, saaloäss som äst takss iNors-I'illmarlcsn, Christiania 1839; Oj snmüls ianIsäninA ak äs i liäslcrikksä Nor eto., ebd. 1847;Norslc lappioic OräboA, ebd. 1850; Om äs IttnsüssproAkorttoläo 1 Nmmarksns og NorälsnäonssLinker, ebd. 1851; eine Sammlung geistlicher, größ-teutheils von ihm übersetzter Lieder, ein Taschenbuchrc. Seine ferneren Untersuchungen über die Lapp-ländische Sprache u. Literatur stehen in den Schrif-ten der Upsaler Akademie. Er st. 26. April 1866in Sandefjord. Vgl. sein OaZdoA ovsr minsr Llis-sionsrswsn i bstninarirsn, Christ. 1866.

S tockh ausen, I u l i u s, berühmter Liedersänger,geb. 22. Juli 1826 in Paris. Seine Eltern, FranzS., geb. 1792 in Köln, vorzügliches Orchestermit-gli»d der Ocmeerks apirituslo in Paris, u. die ihrerZeit gefeierte Sängerin Schmück, geb. in Gebweiler(Elsaß), ließen ihm eine gute Erziehung angedeihenu. bestimmten ihn ursprünglich zum Geistlichen, wes-halb er 18331840 in der Pension d'Hauteville inGebweiler, 1844 im kleinen Seminar zu Straßburgzubriugeu mußte, doch zeigte er viel größeren Hangzur Musik, wie er sich auch schon während seines