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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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798
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798 Ferdinand.

Türken in Ungarn. Seine 1557 mit der Augs-burger Patricierstochter Philippine Welser heimlichvollzogene Ehe wurde von Kaiser Ferdinand 1.1559genehmigt, aber unter der Bedingung der Ver-schwiegenheit n. daß die Kinder, genannt von Öster-reich, erst successivnsfähig sind nach,Aussterben desganzen männlichen Hauses Habsburg. 1561 folgteer seinem Bater in der Grasschaft Tirol und derLandgrafschaft Ober-Elsaß u. st. 24. Jan. 1595.Seit 1582 war er in zweiter Ehe mit Anna Ka-tharina, Tochter des Herzogs Wilhelm von Man-tuavermählt. i) Herzog von Parma: 35)F.Maria Ludwig, Sohn des Jnfanten Don Phi-lipp von Spanien, geb. 20. Juni 1751, vonCondillac erzogen; folgte 1765 seinem Vater inder Regierung von Parma, Piaceuza u. Guastalla,erhielt für seinen Sohn Ludwig das Großherzog-thum Toscana durch den Vertrag von S. Jlde-fonso 1. Oct. 1800 und den Lllneviller Frieden9. Febr. 1801, überließ seine Herzogthümer anFrankreich durch den Vertrag von Madrid 21. März

1801 u. st. 9. Oct. 1802. Er war seit 1769vermählt mit Marie Amalie Antonie, Tochter desKaisersFranz von Österreich, b) Großherzogevon Toscana: 36) F. I, Sohn Cosmos I.,geb. 1549; wurde 1563 Cardinal n. übte mäch-tigen Einfluß an der Curie, legte aber 1587 dieseWürde nieder, um seinem Bruder Franz, dessenVergiftung ihm Schuld gegeben wurde, in derRegierung zu folgen; er that viel für die Hebungdes materiellen Wohles des Landes u. st. 7. Febr.1609. Er war vermählt seit 1589 mit Christine,Tochter des Herzogs Karls III. von Lothringen.37) F. II., Enkel des Vorigen, Sohn vonCosmo II., geb. 1610; folgte seinem Bater 1621unter Vormundschaft seiner Mutter Marie Magda-lene von Österreich n. Großmutter, übernahm dieRegierung 1628, nachdem er bereits 1624 dieErbtochter von Urbino, Victoria, geheirathet hatte,selbst, regierte mild, leider oft an Schwäche gren-zend und starb 1670. 38) F. III. JosephJohann Baptist, Sohn des Großherzogs Leo-pold, geb. 6. Mai 1769; übernahm nach Jo-sephs II. Tode, als sein Vater Leopold Kaiserwurde, 2. Juli 1790 die Regierung; nachdem ergezwungen der Coalition gegen Frankreich 1793beigetrelen war, schloß er 1795 mit demselbenFrieden; später aber näherte er sich dem WienerCabinet, mußte, als die Franzosen in Florenz ein-rllckten, flüchten u. im Lüneviller Frieden 1801auf Toscana verzichten, erhielt aber dafür das zueinem weltlichen Kurfürstenthum erhobene Erzbis-thum Salzburg nebst Berchtesgaden, Eichstävt u.einen Theil von Passau 27. April 1803, trat diesAlles im Preßburger Frieden 26. Dec. 1805 wie-der ab u. wurde dafür souveräner Großherzog vonWürzburg 1. Febr. u. Mitglied des Rheinbundes25. Sept. 1806, durch den Pariser Frieden 30.Mai 1814 aber wieder Großherzog von Toscana;er st. 18. Juni 1824. Bei der trefflichen Erzieh-ung, die er unter Marchese Manfredini genossen,u. dem guten Willen, das Beste für die ihm Unter-gebenen zu thun, hätte er unter anderen Verhält-nissen Toscana Vorzügliches leisten können. Seit

1802 Witwer von Louise, Prinzessin von Sicilien,vermählte er sich 1821 in zweiter Ehe mit Maria,

zweiter Tochter des Prinzen Maximilian vonSachsen.

II. Nicht regierende Fürsten: a) Prinzvon Braunschweig: 39) F-, vierter Sohn desHerzogs Ferdinand Albert II. von Braunschweig,geb. 11. Jan. 1721; trat 1740 als Oberst inPreußische Dienste und bildete sich in Len beidenersten Schlesischen Kriegen an der Seite des Kö-nigs zum Feldhcrrn ans. Stach dem ersten Schles.Kriege wurde er Generalmajor der Infanterie,während des Friedens Gesellschafter des Königs,im zweiten Schles. Kriege Chef der Fnßgarde,1750 Generallieutenant, 1752 Gouverneur derFestung Peitz und 1755 von Magdeburg. ImSiebenjähr. Kriege entschied er die Schlacht vonPrag, erhielt 1757 den Oberbefehl über das ver-bündete Heer in Westfalen gegen die französischeArmee u. entwickelte hier außerordentliches Feld-herrntalent, indem er Westfalen, den Rhein undNiedersachsen behauptete, die Schlachten bei Crefeldund Minden gewann und wesentlich zu dem fürFriedrich d. Gr. glücklichen Ausgange des Kriegesbeitrug. Nach dem Frieden nahm er wegen einesMißverständnisses mit Friedrich d. Gr. seinenAbschied u. lebte nun auf dem Schlosse Vecheldebei Braunschweig. Hier sammelte er Künstler u.Gelehrte um sich, widmete sich auch mit Eiserder Maurerei, ward aber bei seiner Freigebigkeitu. seinem Wohlthätigkeitssinn vielfach mißbraucht.Zu Kohlo 1772 zum Großmeister gewählt, beriefer 2 Congresse derselben nach Braunschweig undWolfenbüttel. Erst. 3. April 1792 inVechelde. Vgl.Mauvillon, GeschichteF-s,Lpz. 1794, 2Bde., Knese-beck, Herzog F. von Brannschweig, Hannov. 1857,Westphalen, Geschichte der FelbzügeF-s von Brann-schweig, Berl. 185972, 5 Bde. b) Prinz vonDänemark: 40) Friedrich F., jüngster Sohn des1803 verstorbenen Erbprinzen Friedrich von Dä-nemark, Bruder des Königs Christian VIII., geb.22. Nov. 1792, wurde 1839 Commandirendsrüber Seeland, Möen, Falster n. Laaland, Mitglieddes Staatsraths.u. führte, 26. Jan. 1848 von sei-nem Neffen, dem König Friedrich VII. zum Erb-prinz von Dänemark ernannt, als solcher denVorsitz im Geheimenrath. Als er sich 1855 wei-gerte, die Verfassung zu unterzeichnen, wurde eraller seiner Functionen enthoben. Am 10. April1856 beschwor er jedoch die Verfassung des Lan-des und wurde hierauf Commandeur des erstenGeneralcommandos in Seeland null den kleinenInseln. Er war seit 1829 mitKaroline, Tochterdes Königs Friedrich VI. von Dänemark, ver-mählt u. st. kinderlos 29. Juni 1863. o) Erz-herzog von Österreich: 41) F. Karl Joseph,von Este, geb. 25. April 1781, zweiter Sohn F-svon Breisgau, erhielt 1805 als Österreichischer Ge-neral derCavalerie das Commando in Schwaben;als Chef des Generalstabes war ihm der Feld-zengmeister Mack beigegeben. Nach den Unfällenan der Donau zog er sich nach Böhmen zurück,erhielt hier den Oberbefehl, organisirte den Land-sturm, focht glücklich gegen die Bayern, schlugWrede den 4. Dec. bei Jglau u. deckte den rech-ten Flügel der verbündeten Armee bis zur Schlachtbei Austerlitz. Weniger glücklich war der Feldzugvon 1809; mit 36,000 Mann Österreichern in Las