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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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797
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Ferdinand. 797

Vaterlandsverräther erklären. In Folge des durchdiesen Act entstandenen Aufruhrs zuAranjuez (18.März 1808) dankte sein Vater ab, schrieb aberan Napoleon, daß die Abdankung nur erzwungensei, worauf dieser die Anerkennung F-s versagte,denselben nach Bayonne lud; hier mußte F. imBeisein seiner Eltern 1808 gegen eine jährlicheRente von 1,000,000 Fcs. dem Thron entsagen u.erhielt das Schloß Balen^ay zum Aufenthalt an-gewiesen. Aus dieser Verbannung kam er in Folgeeines Vertrages vom 11. Dec. 1813, trat im März1814 die Regierung von Spanien als König an,stieß die Verfassung von 1812 um und ließ eineblutige kirchlich-politische Reaction eintreten, wo-durch sogar die Inquisition wiederhergestellt wurde.Die Revolution von 1820 zwang ihn, die Ver-fassung von 1812 anzuerkennen u. brachte ihn indie Gewalt der Cortes, aus der er erst durch dieInvasion einer französischen Armee unter demHerzog von AngoulTme u. der spanischen Glaubens-armee 1823 befreit u. unter Wiederherstellung derabsoluten Gewalt in die Fülle seiner Macht wiedereingesetzt wurde. Da ihm indeß auch die klerikal-royalistische Partei unbequem wurde, so sah er sichzwischen die beiden äußersten Parteien gestellt u.mußte bald der einen, bald der anderen, um siegegenseitig in Schranken zu halten, Concessionenmachen. Den 29. März 1830 stieß er das bisherin Spanien befolgte Salische Gesetz um und ließ1833 seiner Tochter Jsabella aus vierter Ehe huldi-gen, worauf sein Bruder Don Carlos, welcher dienächsten Ansprüche auf die Thronfolge hatte, nachPortugal ging. Zugleich regte sich dessen Partei mitVerschwörungen gegen den König, welcher 29. Sept.1833 starb. F. VII. war nach dem Tode der Antoi-nette Therese, die 1806kinderlos starb, inzweiterEhe1816 mit Maria Jsabella Francisco, Tochter desKönigs Johann VI. von Portugal (st. 1818), indritter Ehe seit 1819 mit Prinzessin Josephe,Tochter des Prinzen Max von Sachsen und nachderen Tode 1829 in vierter Ehe mit PrinzessinMarie Christine von Neapel vermählt, i) BonUngarn: s. Ferdinand 1)5).

v) Andere regierende Fürsten: s.) Her-zog von Anhalt: 27) F. Friedrich, Sohn^es Fürsten Friedrich Erdmann von Anhalt-Pleß,geb. 25. Juni 1769 ; trat 1786 in die preußischeArmee, kämpfte als Generalmajor in derselben179294 am Rhein, folgte 1797 seinem Vaterin Pleß, organisirte 1806 ein Corps gegen dieBreslau belagernden Franzosen, Bayern u. Wllrt-temberger, richtete aber, bei Kanth geschlagen undim verschanzten Lager von Glatz überfallen, wenigans. 1818, nach dem Tode seines Vetters Lud-wig von Anhalt-Köthen, folgte er diesem als Herzog,trat 1825 mit seiner Gemahlin auf einer Reise zuParis zur Katholischen Religion über, suchte seit-dem zu großer Unzufriedenheit im Lande sein neuesBekenntnis; auch hier geltend zu machen u. starb23. Ang. 1830; s. Anhalt (Gesch.). Er war ver-mählt seit 1803 mit Louise, Tochter des HerzogsLudwig von Holstein-Sonderburg-Beck, und nachderen baldigem Tode in zweiter Ehe 1816 mitGräfin Julie von Brandenburg, Tochter des KönigsFriedrich Wilhelm II. von Preußen n. der GräfinDönhoff (st. 1848). b) Kurfürst von Bayern:

28) F. Maria, Sohn Maximilians I., geb. 31.Oct. 1636; folgte seinem Vater, mit dem er schonseit 1650 die Negierung gemeinschaftlich geführt,1651 als Kurfürst, ließ sich aber vollkommen vonden Hofcavalieren seiner Gemahlin, Henriette Ade-laide, Tochter des Herzogs Victor Amadeus vonSavoyen zum großen schaden des Landes leitenund diese savoische Gesellschaft den bayerischenStaatsschatz verschwenden. Er st. 26. Mai 1679.o) Herzog von Braunschweig: 29) F. Al-brechtll., SohnF.Albrecht I. von Braunschweig-Bevern, des Stifters dieser Linie, geb. 29. Mai1680; folgte seinem Vater 1687 in Bevern, dienteim spanischen Erbfolgekriege in der kaiserl. Armee,wurde 1707 Oberst, 1710 Generalmajor, 1713Feldmarschall-Lieutenant, machte den Feldzug desPrinzen Eugen gegendie Türken mit, befehligten, derFestung Komorn, stieg 1723 zum Feldmarschall,1727 zum Rcichsgeneralfeldzeugineister, 1733 zumReichsgeneralfeldmarschall, folgte 1735 seinemSchwiegervater Ludwig Rudolf als Herzog vonBraunschweig-Wolfenbüttel und st. schon 2. Sept.1735. ä) Herzog von Breisgau: 30) KarlAnton Joseph F., geb. 1754, Sohn Franz I.n. Maria Theresias, Bruder des Kaisers Leopold II.,Generalgonverneur in der Lombardei, vermähltesich 1771 mit Marie Beatrice von Este, Erbinvon Modena. Durch den Frieden von Lünevilleerhielt er als Entschädigung für Modena den Breis-gau u. die Ortenau als Herzogthum; er verlor sieim Preßburger Frieden an Baden u. starb 1806.s) Landgraf von Hessen-Homburg: 31) F.Heinrich Friedrich, jüngster Sohn des 1820verstorbenen Landgrafen Friedrich Ludwig, geb. 26.April 1783; österr. General der Cavalerie, folgteseinem Bruder Gustav 8. Sept. 1848, u. gab hierwol den Anforderungen der Zeit nach, warf sichaber auch beim Siege der Restaurationspolitikdieser um so willfähriger in die Arme u. st. 24.März 1866. Er war unvermählt und mit ihmstarb das Haus Homburg aus. k) Herzog vonKurland: 32) F. Kettler, letzter Herzog, Bru-der des Herzogs Jakob; führte nach dessen Tode1698 die Regentschaft für seinen Neffen FriedrichWilhelm u. wollte 1711 nach dem kinderlosen Todedesselben die Regierung selbst ergreifen, aber Peterder Große ließ Kurland für die Herzogin-Wittwe,Anna, seine Nichte, mit russischen Truppen besetzen.Gleichwol geriete sich F. als Herzog, lebte aber größ-tentheils im Anslande u. wurde 1726 von den kurlän-dischen Ständen abgesetzt. Erst, ohne Nachkommen1737 in Danzig. A) Herzog von Mantua: 33)F., Sohn des Herzogs Vincenz I., geb. 1587; tratin den geistlichen Stand n. wurde 1605 Cardinal;nach dem Tode seines Bruders Franz III. 1612wurde er Vormund seiner Nichte Marie n. nach-dem er 1615 aus dem geistlichen Stande getretenwar, wurde er 1617 selbst Herzog von Mantuau. st. 1626. Er war vermählt mit Camilla Reti-cina, u. »ach Trennung dieser Ehe mit Katharinavon Medici, Tochter des Großherzogs Ferdinand I.von Toscana, kr) Erzherzog von Österreich:34) F., zweiter Sohn des Kaisers Ferdinands I.,Bruder des deutschen Kaisers Maximilian II., geb.14. Juni 1529 zu Linz; erhielt 1547 die Ver-waltung Böhmens u. commandirte 1556 gegen die