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Exegese.
mir Hilfe der Sprachknnde, der Geschichte u. derEthnographie auf den Standpunkt des Schrift-stellers versetzt und danach dessen Schrift erklärt.In den ersten Jahrhunderten der Christlichen Kirchegewann namentlich der Kirchenvater Origenes zuAlexandria großen Einfluß auf die Exegese, indemer die Alexandrinisch-excgetische Methode, nach wel-cher dort die hellenistischen Juden die Septuagintabehandelten, auf die ganze Heil. Schrift anwandteu. dadurch die allegorische Auslegung in der Kircheheimisch machte. Doch trat auch in der Exegesedie Antiochenische Schule zur Alexandrinischen inGegensatz, indem dieselbe das Princip der gram-matischen Exegese vertrat. Ms Exegeten derselbensind zu nennen: Diodorns von Tarsus, Theodo-rns von Mopsn Hestia, Hieronymus, Chrysostomus,Theodoret u. A. Bald aber legte man überall inder Kirche auch in der Exegese ein entscheidendesGewicht auf die Tradition und hielt sich strengan die Ergebnisse der E. der Väter, so Epipha-nias u. Augustinus. Ja in der späteren Zeit be-gnügte man sich, die Erklärungen der älteren Vä-ter in Auszügen zusammenzustellen u. nannte solcheSammelwerke Oatorms (Ketten); dergleichen stell-ten seit Prokopius und Primasius im 6. Jahrh.,Cassiodorus, Jsidorus, Beda, Strabo u. A. zu-sammen. Bei den Exegeten des 12. bis 14. Jahrh.,wie Bernhard von Clairvaux, Abälard, ThomasAquinas, Nicolaus von Lyra, wurde es gewöhn-lich, von einem vierfachen Sinne der Schriftwortezu reden, nämlich 1) dem buchstäblichen, 2) einemallegorischen, der sich auf den Glauben, 3) einemmoralischen, der sich auf das sittliche Leben beziehe,u. 4) einem anagogischen, der über das künftigeLeben n. über die triumphirende Kirche Licht ver-breite. Im 15. Jahrh. wirkte das Wiederauf-blühen der Wissenschaften durch Laurentius Valla,Reuchlin und Erasmus auch ans die biblische E.Mit der Reformation des 16. Jahrh. trat dasStudium der E. in den Vordergrund, weil dieSchrift als die alleinige Quelle der religiösen Er-kenntuiß in den symbolischen Büchern bezeichnetund damit der traditionellen E. der KatholischenKirche widersprochen wurde. In der Lutheri-schen Kirche hielten Luther u. Melanchthon andem Grundsätze, daß die Schrift ihr eigener be-rechtigter Erklärer sei, schon frühzeitig und späterin ihren exegetischen Schristen fest und bestandenauf der grammatischen und historischen Schrift-Erklärung, gegenüber der allegorischen bei den Ka-tholiken und Schwärmern. Unter ihren Nachfol-gern wurde die E. gefördert durch Matth. Flacius,Salomo Glassius, Victorin Striegel, Joachim Ca-mcrarius, Martin Chemnitz, Joh. Bugenhagen,Joh. Brenz n. A. Seit dem Ende des 16. Jahrh.machte die E. infolge der Anfeindung, welche dieauch in linguistischer Hinsicht sehr tüchtige SchuleMelanchthons erfuhr, keiue Fortschritte und nurdie Schristen von Hunnius, Lucas Osiander, Eras-mus Schmidt sind von einiger Bedeutung, obschonman säst allenthalben den dogmatischen Einflußbemerkt, der sich bis in die Mitte des 18. Jahrh.in Geltung erhielt, während die SpenerscheSchule dem gegenüber der praktischen E. sich zu-ncigle. Allmählich aber fing man an, in den in-neren Bau der Sprache» tiefer einzudringen, n.
durch hebräische Wörterbücher, z. B. von Joh.Coccejns (1689), durch besser gearbeitete hebräi-sche Sprachlehren von Wachsmuth, Opitz, Danz,besond. Löscher, durch die wissenschaftlicheren neu-testamentlichen Lexika von Schöttgen (1746) undvon Schleußner (1792), durch eine freiere Kritikdes Textes (Seubert 1688, Pfaff 1720, Joh.Gottlob Carpzov, Bengel, Michaelis, Eichhorn u.Andere), durch neue Bibelübersetzungen von Dathe,Schmidt, Heumann, Michaelis und Andere, durchZusammenstellung n. Begründung der hermeneu-tischen Grundsätze (Pfeiffer, Rambach, Baumgarten)wurde das Studium der E. wesentlich gefördert.Am meisten aber geschah dies durch I. A. Ernestiu. Seniler, indem jener die Resultate der classi-schen Philologie auch bei der biblischen E. benutzteu. dieser durch gründliche geschichtliche Forschungder historischen Erklärung der Schrift den Wegbahnte, beide aber dadurch der E. einen ganzneuen Aufschwung verschafften, daß man von nunan, ohne Rücksicht auf die kirchlichen Dogmen, denwahren Sinn des Schriftstellers nach den Grund-sätzen der philologisch-historischen Forschung zu er-mitteln suchte. Diese Richtung, welcher mehr od.weniger Morus, Keil, Bretschneider u. A. folgten,wurde durch die Ausgaben des Neuen, bezw. auchdes Alten Testaments von Simonis, Griesbach,Schott, neuerlich von Lachmann und Tischendorf,durch die lexikal. Arbeiten von Gesenius, Wahlu. Bretschneider, durch die grammatischen Studienvon Ewald u. Winer wesentlich unterstützt, u. eserschienen eine große Anzahl von Commentarenzum Alten u. Neuen Testament, in denen die E.sich in einer ganz neuen Gestalt zeigte. Dabeiwar eS gut, daß Lücke, de Wette, Tholuck u. A.in der E. neben dem grammatisch-historischen auchden eigentlich theologischen Standpunkt wieder zurGeltung brachten. Natürlich suchten und wuß-ten auch die mannigfachen philosophischen Systemeauf die E. Einfluß zu gewinnen, und wie Kantnur die moralische Interpretation gelten lassenwollte, so forderte Hegel eine specifisch-idealistischeE., welche aus dem Bibelwort den verhüllten Kern,die Idee, die ideale Wahrheit herausschälcn sollte.Die Frucht dieser Auffassung der Bibel stellte sichin der mythischen E. des David Strauß dar,der, die historisch-grammatische E. ganz verlassend,principiell die Evangelien als Mythen ansah. I»der Reformirten Kirche, die in den Grund-sätzen über die Schriftanslegung mit der Lutheri-schen übereinstimmte, waren die ersten, Gründeru. Leiter derselben, Zwingli, Calvin, Ökolampa-dius und Beza, gründlich gebildete Exegeten, undihnen folgten im 16. Jahrh. Leo Judä, Mercier,Castellis, während im 17. Jahrh. die beiden Bnx-torfe durch grammatische und lexikalische Arbeitendie alttestamcntliche u. Heinrich Stephanus n. Ca-stellio die neutestamentllche E. förderten. Für dieKritik des hebräischen Textes sorgte zuerst Cap-pellus und für die des Neuen Testaments Theo-dor Beza. Unter den folgenden Exegeten zeichne-ten sich im 16. Jahrh. Heinrich Bullinger, Mar-tin Bucer, im 17. Jahrh. Moses Amyraut, Ca-mero, Johannes Drusius, Friedrich Spanheimu. Joh. Piscator ans, während im 18. Jahrh.Schultens um die Erklärung des Alten n. Wet-