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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
635
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Excentricitätswinkel

eentrnm, Mittelpunkt; Math.), 1) in einer Ellipsedie Entfernung der Brennpunkte von der Mitte(vgl. Ellipse); je größer sie ist im Verhältniß zurLänge der großen Achse, desto länglicher ist diel Ellipse. Die E. ist eins der Elemente der Bah-> uen himmlischer Körper im Umlaufe uin ihre!' Centralkörper. Numerische E. heißt das Ver-hältniß der E. zur großen Achse. 2) Bei astro-nomischen od. geodätischen Instrumenten, mit wel-! chen man Winkel mißt, das Abweichen des Mit-telpunktes der Drehung von dem Mittelpunkte der! ' Theilung. Diese E. ist unvermeidlich, da jedewirkliche Bewegung um einen Zapfen einen, ob-schon unmerklichen, Spielraum zur Verminderunggroßer Frictiou erhalten muß. Indessen hat es! die praktische Mechanik jetzt in der Erzeugung! kreisförmiger Bewegung, zumal an astronomischenInstrumenten, so weit gebracht, daß die nochübrigbleibende E. fast 0 betrachtet werden darf,indem sie meist nur erst ans der Berechnung der^ angestellten Beobachtungen erkannt werden kann.E-s-Fehler heißt bei astronomischen oder geo-dätischen Instrumenten der Fehler, welcher statt-findet, wenn der Mittelpunkt der Theilung mitdem Mittelpunkte der Drehung nicht zusammen-sällt, ein Fehler, den auch der geschickteste Künstlernicht gut vermeiden kann. Er läßt sich jedochbei ganzen Kreisen mittels doppelter Nonien sehrleicht eliminiren. Um von dem E-s-Fehler freiei> Bestimmungen zu erhalten, nimmt man das arith-s metische Mittel aus den beiden Ablesungen an dengegenüberstehenden Nonien. 2 ) Specht.»

Excentricitätswinkel, der Winkel, welcher! durch die halbe kleine Achse einer Planetenbahn. u. durch den vom Endpunkte derselben nach dem! durch die Sonne eingenommenen Brennpunkte ge-zogenen Leitstrahl gebildet wird.

Excentrisch (v. Lat.), 1) außerhalb des Mittel-punktes eines Kreises gelegen. 2) Überspannt,schwärmerisch. 3) Im Gegensätze zu concentrischheißen 2 Kreise e., von denen einer den andern, umschließt, die aber keinen gemeinsamen Mittel-punkt haben.

1 Excentrisches Geschoß, s. u. Geschoß.

Exception (v. Lat.), 1) so v. w. Ausnahme;daher E-sgesetze, in Widerspruch mit den Grund-esetzen, zur Erreichung besonderer Zwecke auf eineestimmte Zeit erlassene Verordnungen. Excep-« tionell, eine Ausnahme enthaltend; exceptiv,ausnehmend, ausschließend. 2) (Rechtst».), s.

' i Einrede. Die E-en, im Civilproceß die einer! Klage entgegengesetzten Behauptungen, welche dieUnmöglichkeit des Durchdringens der vom Klägererhobenen Ansprüche darzuthun suchen, beziehensich entweder auf solche Thatsachen, denen schondas unmittelbare Rechtsgefuhl die Wirkung einerAufhebung von Rechten beilegt, oder verweisenauf dem Kläger entgegenstehende Bestimmungendes positiven Gesetzes (s. Einrede). In frühererZeit durften die E-eu einzeln u. nach Verwerfungder einen eine andere vorgebracht werden, wo-durch ein Proceß bis ins Unendliche verschlepptwerden konnte; durch Aufnahme der Eventual-maxime in den Civilproceß sind sie auch nach ge-meinem Proceßrecht für die Regel zusammen vor-zutragen.

Excipiens. 635

kxoeptia exoipicmäis (lat.), mit Ausnahme desAuszuuehmenden.

kxoeptor (lat.), Nachschreiber, Actuar.

Excerniren(lat.), absondern, aussondern; Ex-cretion, Absonderung, Aussonderung, s. Abson-derung, S.93; Lxorstoiio.orZ'auu.Aussonderuttgs-organe; Lxorstorius ciuobuo, Ausführungsgang.

Excerpiren (v. Lat.), Etwas aus einer Schriftauszieheu; daher Excerpt, Auszug.

Excesi (v. Lat.), 1) Überschreitung des Maßes;2) Unfug, Frevel. Daher excessiv, überschrei,tend, ausschweifend.

Exchange (engl.), 1) Austausch, Umtausch; 2)was in Umtausch gegeben wird; 3) der Geldum-lauf, Cours, Wechselpreis; 4) an Handelsplätzendie Börse.

Exchegner (engl., eigentl. norm.-franz.), derGeldschatz; dann, 1) Oourb ob, königliches Schatz-kammergericht in England, jetzt eine Abtheilungdes höchsten Gerichtshofes in England, wo allesich auf die königlichen Einkünfte beziehendenStreitfragen erledigt werden. 2) OlranosIIor okbirg, in der neueren Zeit der Finanzminister inEngland, obgleich er, genau genommen, nur derUnterschatzmeister ist, da das Amt eines Lord-schatzmeisters in Commission gegeben ist, d. h. eswird von dem Board der Lords des Schatzes ver-waltet, an deren Spitze der erste Lord des Schatzes(i?irst Iwrit ob birg Mousurx) steht, der meistauch Premierminister ist. 3) Limiubsr ok, königl.Schatzkammer; daher E-Bills, Schatzkammer-scheine, Hanpttheil der unfundirten britischenStaatsschuld, d. i. derjenigen, für welche keinebestimmten Einkünfte angewiesen sind. Zuerstwurden diese Scheine 1696 ausgegeben, um dasbaare Geld während der damals stattfiudendengroßen Umprägungen der Münzen zu ersetzen.Seitdem aber sind fast jährlich, unter Bewillig-ung des Parlaments, neue Emissionen von diesenScheinen erfolgt. Die Regierung verschafft sichdadurch die Mittel zur Bestreitung der im Laufe desJahres, u. bevor sie über die Einnahmen verfü-gen kann, nöthig werdenden Ausgaben. Die E-Bills sind in Stücken ä 100, 200, 500 u. 1000Pf. St. u. ihre Gesammtsumme betrug im Jahre1837 28,155,150 Pf. St.; Ende 1873 warsie auf 4,829,100 Pf. St. herabgesunkeu. DerZinsfuß bei diesen Scheinen wird durch die Zeit-verhältnisse bestimmt u. bekannt gemacht, und estragen 100 Pf. St. 1H, 2 2^ Pence täglicheZinsen. Die zur Rückzahlung einberufenen Scheineheißen L.ckvortisöä. Im Course gewinnen die E-Bills immer ein kleines Aufgeld, indem mehrereSchillinge Prämie auf 100 Pf. St. Nennwerthgezahlt werden. Auch ist bei den kleineren Ab-schnitten solche beträchtlicher als bei den größeren.Die Bank von England leistet der Regierung Vor-schüsse auf solche Schatzscheine, und die zwischenbeiden vorkommeuden Geschäfte werden meist indiesen Papieren abgemacht. Bartling.»

Excidiren (lat.), ansschneiden, Herausschnei-den. Excision (lat.), das Heransschneiden einerGeschwulst, eines Fremdkörpers rc.

Excipiens (v. lat. sxoipsrs, aufnehmen), beiArzneimitteln der an sich meist nicht wirksame, son-dern nur zur Aufnahme des Hauptmittels dienende