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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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634 Exasperation -

Durchführung des Grundsatzes, möglichst viel vomGesunden zu erhalten, es gewöhnlich nicht mehrin das Belieben des Operateurs gestellt ist, wel-ches Verfahren er wählen wird, daß dies viel-mehr meist von der Natur des einzelnen Fallesabhängt. Nur bei den kleinen Gliedern, z. B.den Fingern u. Zehen, ist die E. der Amputationvorzuziehen, da sie viel leichter u. schneller aus-zuführen ist u. auch einen geringer» Jnstrumenten-apparat erfordert. Die Veranlassungen und dieOperationsmethoden, bes. die Schnittführung beider Lappenbildung sind dieselben wie bei der Am-putation, der Jnstrumentenapparat ein viel ein-facherer, einige Messer u. die zur Blutstillung er-forderlichen Instrumente genügen. Über die Nach-behandlung s. Amputation, doch wird man auchbei diesen Fällen mit Recht sich zur Anwendungdes antiseptischcn Verfahrens (der Carbol- oderSalicylsäureverbände) entschließen. E. Berns.

Exasperation (v. Lat.), Erbitterung, Schärf,ung, so Lxs-sporatio poollas, Strafschärfung.

llx SS8S (lat.), ganz, völlig; z. B. Lsrsa exSS8S, Universalerbe.

llxsuctoratio (lat.), die Beendigung der Capi-tulation der Soldaten; ein solcher hieß Lxauoto-rsbus.

llxsuäi (lat., erhöre), 6. Sonntag nach Ostern,nach der, nach dem 27. Psalm gesertigten n. andiesem Sonntage gesungenen Collecte, welche mitL. anfiug, genannt.

Exauguriren (v. Lat.), die Weihe entziehen;Exauguration (röm. Ant.), Aufhebung derWeihe eines Tempels, um einen andern zu weihen.

llx benoplsolto (lat.), nach Gutbefinden.

llxosIcoZti (lat.), so v. w. Barfüßer.

llx eaplts (lat.), aus dem Kopfe, ans dem Ge-dächtniß.

5x csikeärs (lat.), Ausspruch vom Katheder od.vom Stuhle des Papstes; überhaupt Machtspruch.

kxoavstio (lat.) Aushöhlung, z. B. bl. rsotovo-8iea1i8, die zwischen Blase u. Mastdarm beimManne befindliche, vom Bauchfell überkleidete Aus-höhlung; s. Bauch, Bd. II. S. 764; ebenda s.bl. ntorovsoivaUo u. bl. reotontsrinu.

Excediren (v.Lat.), über etwas hinausgehen, zuweit gehen, ausschweifen; Excedent, Unsugstifter.

Exccllcnt (v. Lat.), vortrefflich, herrlich.

Excellenz (v. Lat., Vortrcfslichkeit, Herrlichkeit),Titel, den erst die longobardischen, dann die frän-kischen Könige u. deutschen Kaiser führten, bis zum14. Jahrh. Im 15. Jahrh. nahmen ihn die ita-lienischen Fürsten an u. später auch die deutschenReichsgrafen; doch legten Elftere ihn nieder, alsdie Cardinäle den Titel Eminenz annahmen u. 1593der Gesandte Frankreichs in Nom, Herzog vonRevers, sich das Prädicat E. beilegte u. die an-deren Gesandten in Rom ihm folgten; Letztere aber,die deutschen Reichsgrafen, nahmen das PrädicatErlaucht an, seit den Kurfürsten n. nachher auchden übrigen Fürsten das Recht zugestanden wurde,Gesandte mit dem Titel E. zu ernennen. Seitdenl Westfälischen Frieden wurde E. dann auchals Amts- u. Diensttitel den höchsten «Civil- u.Militärbeamten beigelegt, u. zwar zuerst in Frank-reich,. wo ihn noch heute die Minister, die ^.m-passLäenis u. ?rinee8 führen. Ebenso steht in

- Excentricität.

den übrigen europäischen Staaten den höchstenHofchargen, Ministern, Gesandten 1. Kl., Wirkl.Geheimräthen, Präsidenten der höchsten Collegien,commandirenden Generalen und Generallieute-nants rc. dieses Prädicat zu, in Spanien nochdie blxeslonois. den Rittern vom Goldenen Vließ.In Italien ist Looeliorwa Anrede für jeden Adeli-gen u. jeden Fremden u. bieosikenbwÄirw Anredefür jeden Doctor, während in Deutschland diesesPrädicat für akademische Docenten u. Professoren(Schul-E-en) nur im 18. Jahrh. sich erhielt, iagai.

Exeelliren (v. Lat.), 1) sich anszeichnen; 2)vortrefflich sein.

Exeelnmns, RemyJosephJsidore, Graf,franz. Marschall und Pair, geb. 13. Nov. 1775in Bar-le-Duc; nahm frühzeitig Kriegsdienste,zeichnete sich 1799 im Neapolitanischen Kriege ausund wurde Murats Adjutant und 1807 Brigade-General. In Spanien gefangen, wurde er nachEngland gebracht. 1811 befreit, ging er in nea-politanische Dienste, kehrte jedoch bald in franzö-sische zurück u. machte nun den Russischen Feldzugu. den von 1813 u. 1814 mit. Bei der Rückkehr Na-poleons von Elba wurde er in die Pairskammerberufen, erhielt 1815 eine Division und nahmStellung hinter der Loire. Infolge der zweitenRestauration proscribirt, ging er nach den Nieder-landen u. Deutschland, bis er 1823 die Erlaubnißzur Rückkehr erhielt. 1831 gab ihm Ludwig Phi-lipp die ihm durch Ludwig XVIII. genommenePairwllrde wieder; am 15. Aug. 1849 wurde erzum Großkanzler der Ehrenlegion u. am 10. März1851 zum Marschall von Frankreich ernannt undst. 22. Juli 1853 in Paris. Sein Sohn, Jo-seph Maurice, Baron E., geb. 19. April 1816,trat 1831 in die französische Marine, wurde 1843Schiffslieutenaut, 1851 Fregatten-Capitän, 1864Contre-Admiral und 1874 Vice-Admiral; er starb25. Juli 1875 in Paris. Schro°t."

Excelsiität (v. Lat.), Höhe, Erhabenheit.

Excenter (Excentricnm, excentrische Scheibe),eine mechanische Vorrichtung, durch welche die roti-rende Bewegung einer Welle in eine hin- u. hergehendeumgewandelt wird. Das E. ist eine runde Scheibe,meist aus Gußeisen, die auf der Welle so befestigtwird, daß ihr Mittelpunkt nicht mit dem der Wellezusammeufällt und ihre Ebene senkrecht zur Um-drehuugsachse steht. Um die Scheibe wird einmeist ans 2 Theilen zusammengeschraubter Ringgelegt, der die Scheibe genau umschließt u. durchVorsprünge verhindert wird, sich parallel zur Wellezu bewegen. An dem Ringe sitzt eine Lenkstange(E-stange), die durch ein Charnier mit dem hinu. her zu bewegenden Maschinentheil verbundenist (z. B. einem Dampfschieber, einem Pumpen-kolben u. s. f.). Ein solches E. ist dem Principnach von einer gewöhnlichen Kurbel mit Lenkstangenicht verschieden, da man sich nur den Kurbel-zapfen hinreichend vergrößert zu denken braucht,um die Kurbel zum E. zu machen, und es hatgegen diese nur den Vorzug, daß es leicht aufdem mittleren Theile einer cylindrischen Welle an-gebracht werden kann. Zuweilen ruht der zu be-wegende Theil direct auf dem E., das dann alsHebedaumen wirkt. Gi-kkr.

Excentricität (v.lat. sx, aus, außerhalb, u.