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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
633
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Exanimation

sende; Examinationscommission, die diePrüfung vornehmende Behörde, besteht ans Uni-versitäten ans Mitgliedern der Facultät, beimStaats- oder Amts-E. ans Mitgliedern der Lan-descollegien. Examinatorium, auf der Uni-versität Vorbereitung auf das Examen od. über-haupt Repetition über gehörte Collegia, von jun-gem Docenten (Repetenten) gehalten. 3) L. ornois,Art Gottesurtheil. 4) Verhör.

Exanimation (v. Lat.), 1) Entscelnng; 2)Muthlosigkeit; 3) tiefe Ohnmacht.

Lxanlmo (v. Lat.), von Herzen, gern; vorsätzlich.

Exanthem (v. Gr.), Hautausschlag, exan-thematische Krankheiten, Krankheiten, welchesich durch einen Hautausschlag charakterisiren. Esgibt chronische u. acute, fieberhafte u. nicht fieber-hafte, sporadische u. epidemische Exantheme. Nachihrer Form unterscheidet mau fleckige (maculöse),knötchenartige (papulöse), bläschenbildende (vesi-cnlöse), größere Blasen bildende (bullöses, schuppen-bildende (squamöse) u. knoteubildende (lupöse) Exan-theme. Manchen Exanthemen liegen Pilze (Hor-pes bonsurs-ns, kihriasis vorsleolor, §avus),anderen thierische Parasiten (Krätze, Filzläuse,Holzböcke) zu Grunde. Kunze.

Exantheme der Pflanzen, Krankheiten derPflanzen, namentlich äußere, die sich in eigenthüm-lichen Zellwuchcrungen an den peripherischen Thei-len der Organe zu erkennen geben u. theils durchpflanzliche Parasiten, Pilze, theils durch Insektenverursacht sind; srüher hielt man irrthümlich denRost und Brand, d. h. die an vielen Pflanzenaustretenden niederen Pilzformen ans den Familiender Uredineen u. Ustilagineen für krankhafte Zell-wncherungen. Engler.

Exäquircn (v. Lat.), ausgleichen, vermitteln;daherExäquation, Ausgleichung, Vermittelung.

Lx aequo et bonü (lat.), der Billigkeit gemäß.

Exarch (v. gr. der Erste), bei den

späteren römischen Kaisern ein mit besonders hoherGewalt ausgestatteter Beamter, bei den Byzan-tinern dann insonderheit der in Ravenna residirende,vom byzantinischen Kaiser eingesetzte Oberfeldherrund Statthalter in Italien. In der christlichenKirche war Exarch ursprünglich Titel der Bischöfe,dann des mehrere andere Bischöfe unter sich haben-den Bischofes, so die Bischöfe zu Antiochien, Alexan-drien, Ephesos, Cäsaren, Constantinopel, bis siediesen Titel mit dem eines Patriarchen vertauschten.In der Griechischen Kirche heißen die Geistlichen,welche, vom Patriarchen beauftragt, die Aufsichtüber die von diesem unmittelbar abhängigen Klösterführten, E-n.

Exarchät. Das E.in weiterem Sinne be-griff alle Besitzungen des oströmischen Kaisers inItalien nach der Vertreibung der Ostgothen durchNarses (552), also die heutige Romagna u. denKüstenstrich von Nimini bis Ancona, die See-gegenden um Genua u. ganz Unteritalien. DasLand stand unter einem kaiserlichen Statthalter(Exarchos), der in den größeren Städten wiederHerzoge anordnete, z. B. in Rom, Neapel rc.,die jedoch nur militärische Bedeutung hatten undnebenbei die kaiserlichen Gefälle beaufsichtigten.Der Sitz des Exarchen war Ravenna, und dieseStadt mit ihrem Gebiete, der jetzigen Romagna,

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inachte das E. im engeren Sinne ans. Zwarwar Narses der Würde nach der erste kaiserlicheStatthalter, welcher das Land dem Kaiser wiedererobert hatte, aber den Namen Exarch führte zu-erst Flavins Longinus, der nach Narses'Tode(567) nach Italien geschickt wurde. Jndeß warendie Exarchen, meist nur auf ihre persönlichen In-teressen bedacht, der immer weiter um sich grei-fenden Macht der Langobarden durchaus nicht ge-wachsen u. mußten oft um theurcn Preis Friedenvon ihnen erkaufen, ja sie konnten selbst nichteinmal den Versuchen der unter ihnen stehendenDuces (Herzoge), sich unabhängig zu machen,kräftig genug entgegentreten. Dazu steigertendie Grausamkeiten der Griechen die Erbitterungder Italiener so, daß zur Abschllttelnng diesesJoches der Griechen die Städte Classis, Cäsarea,Cervix, Cessna, Forlimpopoli, Forli, Bologna n.Faenza einen Bund (Dekapolis) schlossen, denExarchen Johannes III. Rhizokopo 711, ge-fangen nahmen u. hinrichten ließen. Auch gerie-then die Exarchen theils durch eigene Schuld,theils durch die Politik der Kaiser in mehrfachenConflikt mit den römischen Bischöfen, gegen welchedann wieder bei den Langobarden Hilse gesuchtward. Byzanz selbst aber war nirgend im StandeHilfe zu leisten, u. so sah sich das E. schon zu Be-ginn des 8. Jahrh. ans das Land um Ravenna,die heutige Romagna und die Küste von Riminibis Ancona beschränkt, und kam schon 728 anskurze Zeit in den Besitz des LongobardenkönigsLnitprand. Ravenna mußte er zwar wieder hcr-ansgeben, sah auch seine Absichten auf Nom durchKarl Martells Dazwischenknnft vereitelt, aber baldbegann er seine Eroberungen wieder, ohne daßder Exarch Entychios ihm mit Erfolg entgegen-treten konnte. Luitprands Nachfolger, Aistulf, griffimmer weiter, eroberte 752 Ravenna und dasganze E u. Entychios floh nach Neapel. So wardas E. in den Händen der Langobarden; da dieseaber Rom beunruhigten, so bat der Papst Ste-phan II. den Frankenkönig Pipin um Hilfe; dieserzwang den König Aistulf, 754 das E. heranszn-zngeben, befreite den Papst 755, wo Aistulf gegenRom rückte, von der Belagerung n. schenkte dasihm von den Langobarden abgetretene E. demPäpstlichen Stuhle, welcher dadurch zu einer welt-lichen Macht gelangte. So ging das griechischeE., nachdem cs 298 Jahre unter 16 Exarchenbestanden, an den römischen Kirchenstaat über u.theilte von nun an die Schicksale des Kirchen-staates. Lagai.

Exartieulation (Enucleation, lat., Chir.), dieknnstgemäße Absetzung einer Extremität in einemGelenke, also (im Gegensätze zur Amputation)ohne Dnrchsägnng des Knochens. Schon Hippo-krates scheint die E. gekannt u. Galen ihr zuerstvor der Amputation den Vorzug gegeben zu ha-ben. Der Jahrhunderte hindurch geführte Streitüber die Vorzüge der einen Methode vor der an-deren, sowie über die Zulässigkeit beider ist dahinzu entscheiden, daß die E. bei einer richtigen Aus-wahl der -geeigneten Fälle n. bei einem richtigenOperationsversahren allerdings angezeigt ist, unddaß andererseits bei der jetzigen Vervollkommnungder Operationsmethoden und bei einer strengen