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Evom —
Fruchtknoten in die Scheibe eingesenkt, 3—5fäche-rig, mit kurzem Griffel u. 3—blappiger Narbe;Frucht eine 3 —5fächerige, 3 —5kanttge Kapsel,bereu Klappen in der Mitte die Scheidewand tra-gen; Samen in den Fächern einzeln, von einemweichen Mantel umhüllt. Arten; L. enropaen D.,(Spindelbaum, Lerchenbrod, Pfaffenhütchen), oftbaumartiger Strauch mit Mutigen, fast glattenÄsten und länglichen Blumenblättern; häufig inHecken und Gebüschen. Die karminrothen, weißeSamen mit orangerothem Mantel enthaltendenKapseln erregen Pnrgiren und Brechen, sind denSchafen ein Gift u. werden gepulvert znm Töd-ten der Läuse benutzt. Das gelbe, zähe, demBuchsbaum ähnliche Holz dient zu Drechslerarbei-ten u. verkohlt zu Zeichenkohle. Niederer fand indem aus Samen geschlagenen Hl ein bitteres,harzähnliches Snbalkaloid: Evonymin. L vsr-ruooss, §eox., dem vorigen ähnlich, aber mitstielrunden, warzigen Ästen, rundlichen Blumen-blättern u. schwarzen Samen; seltener als vorige,namentlich in OEuropa. L. latikolia Ldox., mitstielrnnden, etwas zusammengedrückten Ästen, grö-ßeren, eiförmigen, zngespitzten Blättern u. geflü-gelt-kantigen Kapseln; in SDeutschland wild, inNDentschland als Zierstrauch gezogen. Außerdemsind mehrere immergrüne Ärten beliebte Cultur-pstanzen, die namentlich bei Deeorationen vielfachVerwendung finden od. auch in Zimmern cultivirtwerden, so namentlich D. japonioa, Mund. ausJapan, von der auch hübsche panachirte Varie-täten existiren. Engler.
Etzora, Hauptstadt der portug. Prov. Alem-Tejo, in anmuthiger Lage auf einem Hügel, dersich aus einer an Getreide, Wein u. Öl reichenu. gegen N. und O. von der Serra d'Ossa ein-geschlossenen Ebene erhebt, Station der Portug.SBahn; gewährt mit ihren zerfallenen Festungs-werken, zahlreichen Kirchen, Thürmen re. einenhöchst malerischen Anblick; hat ein altes Castell,meist enge, krumme u. schmutzige Straßen, vielehohe, z. Th. gothische Häuser, 5 Pfarrkirchen, da-runter die durch ihre Größe und prachtvolle Aus-stattung sich anszeichnende erzbischöfl. Kathedrale,die Kirche des Augnstinerklosters N. S. da Gragamit kunstvollem, flachen Gewölbe, ein Francisca-nerkloster mit einer Begräbnißkapelle, der sogen.Casa dos ossos, deren Gewölbe von 8 mit Men-fcheuschädeln und Menschenknochen gespickten Pfei-lern getragen werden, einen von Qu. Sertoriuserbauten römischen Aquäduct (Aqua da prata,versorgt noch jetzt die Stadt mit Trinkwasser),Überreste eines Dianentempels (jetzt als Schlacht-haus u. Fleischhalle benutzt), ein kleines Museumrömischer Alterthümer, ein bischöfliches Seminaru. andere Schulen, eine Bibliothek, ein Stift füradelige Fräulein, 8 Nonnenklöster, eine Cavalerie-kaserne, ein Hospital, jährlich um Johannis einestark besuchte Messe; 11,965 Ew. Von den ehe-maligen 13 Mönchsklöstern liegen die-meisten inRuinen, fast alle übrigen dienen anderen Zwecken.E. ist eine uralte Stadt, das keltiberische Ebura,welche von den Römern Inbsralitas ckulia ge-nannt wurde. E. wurde 715 von den Arabernu. 1139 von den Portugiesen erobert, wurde 1540der Sitz eines Erzbisthums, erhielt 1550 eine^
- Evreux.
Universität (vom Cardinal Heinrich gestiftet, späteraufgehoben, zugleich mit dem Jesuitenorden, indessen Besitz sie übcrgegangen war); während desAufstandes im Nov. 1846 wurde sie von denkönigl. Truppen bombardirt. H- Berns.
Evoramonte, Stadt im District Evora derPortug. Prov. Alem-Tejo, auf einem Hügel ma-lerisch gelegen, von Mauern umgeben und miteinem Castell; 940 Ew. Geschichtlich merkwürdigdurch die hier 26. Mai 1834 von Dom MiguelUnterzeichnete Convention, kraft welcher er auf denThron von Portugal verzichtete.
Etirau, Gem. im Arr. Dinan des franz. Dep.Cötes-du-Nord, am Zusammenfluß der Rauce u.des Linon; modernes Schloß, Kirche mit zahl-reichen Sculptnrcu; 4183 Ew, wov. nur 350 imOrte selbst. Bei E. wurde 1362 Bertrand duGuesclin von den Engländern gefangen genommen.
Evrc, Fluß im franz. Dep. Maine-et-Loire,entspringt nahe bei Vezins, nimmt Esve u. Vresmeauf u. mündet nach einem 70 km langen Laufeoberhalb St. Florcnt-le-Viel in die Loire.
Elircux, Dep.-Hanptstadt u. Hauptort des 11Kantone und 224 Gemeinden mit 112,178 Ew.umfassenden, gleich». Arr. im franz. Dep. Euream Ikon, der sich hier in 3 Arme theilt, Stationder Franz. WBahn und der Zweigbahn E.-Lon-viers, alterthümlich u. unregelmäßig gebaut; De-partementsbehörden, Bischof, Gerichtshof I. In-stanz, Handelsgericht und Handelskammer; impo-sante Kathedrale, Kirche der alten Abtei St. Tau-rin (von Richard 11. von der Normandie um1026 erbaut und in neuerer Zeit restanrirt), bi-schöflicher Palast ans dem 15. Jahrh., ein vier-eckiger, 44 m hoher Glockenthurm (Belfried) ansdem Ende des 15. Jahrh., Lycenm, 2 geistlicheSeminare, Normalschule, Bibliothek von 18,000Bänden, Museum (Münzen, alterthümliche Gefäße,Inschriften, 2 prächtige Broncestatnen rc.), De-partcmentsarchiv mit mehreren werthvollen Hand-schriften, namentlich ans dem 13. Jahrh., Ho-spital, Kaserne (eine ehemalige Abtei), Theater;metallurgische Werkstätten, Knrzwaaren-, Papier-u. Zwillichfabriken, Bleichereien, Färbereien, Ger-bereien, zahlreiche Korn-, Öl-, Loh- u. Holzsäge-mühlen, lebhafter Handel, namentlich mit Getreide,Holz und Vieh; 13,350 Ew, wov. 8620 inder Stadt selbst. In der Nähe das schöneSchloß Navarre, im I. 1636 von Herzog Mo-ritz Gottfried v. Bouillon erbaut, befand sichim Anfänge dieses Jahrh. im Besitze der KaiserinJosephine n. wurde 1836 zerstört. Bei dem be-nachbarten Dorfe Vieil-E. zahlreiche römische Al-terthümer, wie Bäder, Amphitheater, Aquäductu. s. w. E. ist das Med io kann m der Alten,war Hauptstadt der Aulerci Ebnrovices (woherauch der Name E.) in Onilia IniAcknnensis; schonim 3. Jahrh. wurde hier das Bisthnm gegrün-det. In der fränkischen Zeit gehörte es zu Neu-strien; Karl der Einfältige aber trat es an denNormannenherzog Rollo ab. Gegen Ende des 10.Jahrh. wurde E. von Richard 1. für seinen SohnRobert zur Grafschaft erhoben, die später an dasHaus Montfort kam u. um 1200 von dem Gra-sen Amalrich an König Philipp August überlassenwurde. Philipp IV. der Schöne schenkte sie sei-