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Europa (Geschichtl. Entwicklung).
schlossen ward, auch das Übergewicht im Scehandel.Das Jnselreich hatte auch im Innern die Ver-einigung mit Schottland zn einem KönigreicheGroßbritannien erreicht. E. aber blieb auch rrotzdes Friedens in schwankendem Zustande. DieKriegsflamme loderte bald wieder von Neuem n.als sie gestillt war, folgte ein Gewebe von Untsr-bandlungcn, Bündnissen u. Gegenbllndnissen, wel-ches die immer enger werdende Verflechtung deseuropäischen Staatensystems in drastischer Weisecharakterisirt. Frankreich, Spanien u. Österreichwaren unter sich ausgesöhnt, England war mitAllen Freund; aber die Vergrößernngssncht warmit der Rivalität nicht erschlafft, sie fand neueNahrung in Polen mit dem Tode des KönigsAugust II. des Starken; Frankreich, Spanien undSardinien vergrößern sich auf Kosten Österreichs u.des Reichs: Österreich überläßt an Spanien alsSecnndogenitnr Neapel u. Sicilien, die InselElba u. die Stati degli Prcsidi, Frankreich erhältdie Anwartschaft ans Lothringen n. Bar, FranzStephan von Lothringen die auf Toscana u. Sar-dinienerhält einigeDistricte von Mailand; derKaisermuß sich mit Parma n. Piacenza als Entschä-digungbegnügen. Die Veränderungen, welche derNordische Krieg brachte, schädigten Schweden amMeisten; es mußte an Hannover Bremen undVerden, an Preußen Stettin nebst Vorpommern,bis an die Peene, Wollin u. Usedom, an Rußlandendlich Livland, Ehstland, Jngermanland undKarelien, einen Thcil von Wilborglehn, die InselnOcsel, Moen und alle von der Grenze Kurlandsbis Wiborg abtreten u. erhielt dagegen nur Finn-land zurück; Dänemark ward im Frieden der Besitzdes Hcrzogthnms Schleswig garantirt. Rußlandwar Herr des Nordens geworden, hatte die Herr-schaft über die Ostsee erlangt n. wandte sich nungegen die Türkei, um seine Herrschaft bis ansSchwarze Meer auszudehnen, ein Ziel, das nochnicht ganz erreicht wurde, während das ihm ver-bündete Österreich seine früheren Eroberungen außerdem Banat heransgebcn muß. Polen, bereits an derinneren Auslösung angelangt, vegetirte nur mehr.Um so mächtiger konnte sich, seines lästigen Nach-barn Schweden entledigt, die preußische Monarchieerheben. Mit dem Anssterben des österreichischenod. Habsbnrgischen Mannsstammes, durch den TodKarls VI., tratsür Preußen der entscheidendeMomentein,welchersichznrErwerbnngwirklicherKönigsmachtu. gütigen Stimmrechtes im europäischen Staaten-system benutzen ließ, zumal Frankreich ans Anlaßdieses Ereignisses die Zerstückelung der österreich.Monarchie bezweckte. In Schlesien, in den Nieder-landen und in Italien ward gekämpft, aber desvon allen Seiten bedrohten Österreichs Zerstückel-ung ward nicht erreicht, wol verlor es Schlesien,Parma u. Piacenza, aber es erhielt sich in derReihe der ersten Mächte, in welche nun auchPreußen trat, u. in der es sich auch behauptete, trotzder auf seinen Ruin berechneten Österreichisch-Französischen Allianz, die zn einem 7jährigenLandkrieg führte u. zugleich zum Seekrieg zwischenGroßbritannien u. Frankreich u. später auch Spa-nien n. Portugal. Frankreich verlor einen großenThcil seiner überseeischen Besitzungen, auch Spanienmußte Einbuße erleiden. Durch diese Kriege u. die
ihn beendigenden Friedensschlüsse war das vonFriedrich II. geplante System von E. befestigt.Öesterreich n. Preußen blieben die beiden erstenContinentalmächte, und indem Preußen die Ver-bindung mit Großbritannien löste, rissen fast alleFäden der britischen Continentalpolitik. Um sobedeutender war die britische Seemacht geworden,so daß sie selbst den Neutralen jetzt ihr eigenesLwerecht dictirt.
Nach dem Hubertnsbnrger Frieden trat einePeriode des Friedens ein, während welcher dieThätigkeit der Regierung sich am ineisten auf dieinnere Administration warf. Nicht nur die Wundendes Krieges, sondern auch die stets steigendenöffentlichen Bedürfnisse erforderten dies; die Fi-nanzen erhielten eine Wichtigkeit, welche nur zuleicht zn der Maxime führte, Vermehrung derStaatseinkünfte als das Ziel aller Staatswirth-schaft zn betrachten, n. in engem Verhältnisse da-mit stand die Maxime, die Staatsverwaltungmöglichst maschinenmäßig cinzurichten, womit frei-lich in schneidendem Widerspruch die Untersuch-ungen standen, welche der Geist des Raisonnementsjetzt über Staatsverfassnng u. Gesetzgebung anzu-stellen begann; indeß sie plieben einstweilen nochTheorien. Die Staatswirthschaft, noch immer ohneweitere Theorie, als die des Gelderwerbs, bildetesich dieser gemäß ans; der auswärtige Handelblieb das erste Mittel zur Bereicherung, und diesteigenden Bedürfnisse zu decken, war man schonzn Beginn des 18. Jahrh. dahin gekommen, denGebrauch des Papiergeldes ins Große zu treiben,wobei aber nicht das Bcdürfniß der Circulatio»,sondern nur das der Regierungen zum Maßstabeder Menge gemacht wurde. Seit man aber nunden Staat selbst zum Gegenstand wissenschaftlicherUntersuchungen machte, wurden auch die Blößendes Mercantiljystems n. der ganzen Staatswirth-schaft angegriffen, n. die Physiokraten stellten dieWichtigkeit des Landbanes, die freie Anwendung derKräften, daher Freiheit des Bodens, der Gewerbe u.des Verkehrs als das für dieStaatswirthschaft alleinrichtige System hin, und ihre Lehre nahm durchdie daraus fließende Forderung der politischenGleich-heit auch die bestehende Verfassung in Anspruch.Diese Lurch die Encyklopädisten von dem als Ccntral-punkt der intcllectnellen Cnltur n. des Geschmackesgeltenden Paris ans verbreiteten neuen Ideen be-stimmten rasch, wenn auch nicht die Denkart derNationen, so doch die der höheren Klassen derGesellschaft, in der eben wiederum gerade ihreUrheber lebten; die Wirkung war daher eine umso mächtigere u. gab sich zunächst in dem Gewichtekund, daS nun die öffentliche Meinung erhielt,die jetzt auch alle Institute, welche nicht in ihreLehre paßten, in Frage stellte. Stieß sie auchnoch vielfach beim Festhalten der Negierungenam Alten auf Hindernisse, das Eine ward docherreicht, daß beim Praktiker die Wichtigkeit desLandbanes u. damit die der niederen Klasse derGesellschaft stieg, was Aufhebung oder wenigstensMilderung der Leibeigenschaft in mehreren Ländernu. die Aufnahme der Beförderung des Landbauesals Maxime in die Praxis zur Folge hatte. NachAußen hin blieb aber Las Mercantilsystem inseiner altenKraft, umsomehr, je größer das Streben