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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Erhard —

rend das linke Herz fast ganz blutleer ist, derUnterschied zwischen arteriellem u. venösem Bluteist verschwunden; im Gehirn, unter dem Lungenfellu. auch in anderen Organen zeigen sich kleineBlntanstritte. Außerdem findet sich am Halse diesog. Strangrinne, eine rinnenförmige, mehrereMillimeter tiefe Einschnürung der Haut, in derenTiefe die Lederhant gewöhnlich eingetrocknet, hartn, bräunlich gefärbt, u. in deren Nähe sich häufigzahlreiche kleine Blntanstritte in das Gewebefinden. Wichtig für gerichtsärztliche Fälle ist dieEntscheidung der Frage, ob ein Erhängter sichselbst gehängt habe, od. von Anderen, vielleicht erstnach vorheriger Tödtung erhängt worden ist, u.zuweilen ist die Beantwortung dieser Frage einesehr schwierige. Hierbei darf nicht außer Achtgelassen werden, daß bei Personen, die an niedri-gen Gegenständen, z. B. Thürklinken, also inkauernder Stellung, u. an breiten Schlingen, wieHandtüchern re., hängend gefunden werden, nochlange kein Grund vorliegt, Selbstmord anszu-schließen, da das Bewußtsein gewöhnlich beim E.so schnell schwindet, daß selbst dem in knieenderStellung befindlichen Selbstmörder das Lösen derSchlinge nicht mehr gelingt. Der einem Erhäng-ten zu leistende Beistand beginnt mit dem Lösender Schlinge u. ist sonst derselbe wie bei Schein-tod. Doch ist gewöhnlich alle Hilfe, wennsie nichtin der allerkürzesten Zeit nach dem E. erfolgt,vergeblich. Der Tod durch E. soll einer derschmerzlosesten sein, wie von Leuten, die wiederin das Leben zurllckgerufen wurden, versichertwird. Die ersten Symptome sind eine furchtbareAkhemnoth u. Beängstigung, Sausen u. Brausenim Kopfe, die aber bei der schnell eintretendenBewußtlosigkeit nur kurze Zeit — kaum ein biszwei Minuten — andauern.

Zur Vollziehung der Todesstrafe wird das E.an einem Galgen am Halse, sonst auch grausamerWeise wol an den Beinen mit einem Strick (Strang)od. auch einer Kette vollzogen. Zur Beschleunig-ung des Todes sprang dabei im Augenblicke desWegziehens der Leiter rc. der Henker dem Delin-quenten auf die Schulter, od. zog an seinen Beinen,od. drehte den Körper um seine Apc, wodurch inden meisten Fällen allerdings der Eintritt desTodes durch Verrenkung der ersten Halswirbelu. daniit in Verbindung stehende Verletzung desRückenmarks beschleunigt wurde. E. Berns.

Erhard, 1) Heinrich August, Historiker,geb. t3. Febr. 1793 in Erfurt, wurde, nachdemer Medicin u. Philosophie studirt, 1813 Professoran der Universität daselbst und bei dem Militär-lazareth in Erfurt, 1814 bei dem preuß. Provin-ziallazareth ans dem Nathsfelde bei Frankenhausenaugestellt u. machte 1815 als Oberarzt beim 6.Armcecorps den Feldzug gegen Frankreich mit;wieder nach Erfurt zurückgekehrt, hielt er seit1816 bis zur Aufhebung der Universität zunächstwieder philosophische Vorlesungen, wurde 1821Bibliothekar bei dem Regiernngsarchiv u. 1822an der ehemaligen Universitätsbibliothek. DieseStelle vertauschte er 1824 mit der eines Archi-vars bei dem Provinzialarchiv in Magdeburg u. 'kam dann 1831 in gleicher Eigenschaft nach Mün-ster, wo er 1834 Director des Vereins für Ge-

- Erhitzung. Z

schichte u. Alterthnmsknnde Westfalens wurde, ^22. Mai 1851 starb. Er schr.: Vs UMMeckLrkorckias, Erf. 1813 f., 2 Abtheil.; Überließ,,ungen zur vaterländischen Geschichte, Maadei1825—28, 3 Hefte; Geschichte der Wieder-»«nng wissenschaftlicher Bildung bis znm Ach»« 'der Reformation, ebd. 1827—32, 3 Bde.' A^ schichte der Landfrieden in Deutschland, Ers.'iSAGeschichte Münsters, Münst. 1837; Zeitschrift s»i ^vaterländische Geschichte u. Alterthumskniide Wchfalens, Münst. 1838—51, 12 Bde.; Legest,lüstor. 'kVsstxlmkias, Münst. 1847—51 1. »

2. Bd.; setzte fort: Fr. Jahns Klinik der'chr'oni^scheu Krankheiten, Erf. 1815—21, 4 Bde., ichgab heraus: Fr. Heckers vsxioon moäie., A-Sebebd. 1816-27, 4 Bde. 2 ) JohannChristophgeb. 21. Febr. 1797 in Nürnberg, erlernte hier diesKupferstecherknust u. widmete sich vorzugsweise dm ^landschaftlichen Fache. Er ging zu seiner Ausbildn»-1817 nach Wien, von wo er Wanderungen nachOberösterreich, Salzburg u. Tirol unternahm,». ^1819 über Triest n. Ancona nach Rom, wo eriiGeistcszerrüttnng verfiel u. sich 18. Jan. IMerschoß. Seine Arbeiten zeugen von Zartheit daEmpfindung und feinstem Verständnis) der Natrin. sind mit außerordentlicher Sorgfalt gefertigt;zu den vorzüglichsten gehören vier große radirt!Salzburger Landschaften. Vgl. Apell, Das Werlvon I. Ehr. Erhard, Dresd. 1866.

Erhartt, Louise, bekannte Schauspielerin,geb. 2. Febr. 1844 zu Wien, die Tochter einesL>eidenfabrikanten. Schon als Kind von der Hof -1schauspielerin Heiner zum Theater vorbereitet,betrat sie, 15 Jahre alt, als Käthchen von Hell-braun u. Preciosa die Bühne zu Cassel, von Ivosie, nach einjährigem Engagement, für Dessau, !später ans 3 Jahre für Hannover u. endlich für ^ 'Wiesbaden gewonnen wurde. Der Tod Jda lPellets gab ihr Veranlassung zu einem Gastspiele !in Berlin, das am 4. Mai 1864, mit Julia be-ginnend, ein so glänzendes Resultat hatte, daß esmit dem Hoftheater zu einer dauernden Verbindung ! >sührte, welche auch durch die 1868 mit dem Grasen .von der Goltz eingegangene Ehe nicht aufgehoben ^ sworden ist. — Von Natur in hervorragend güii- ^ ßstiger Weise geistig u. körperlich beanlagt, gelingen >der Künstlerin Charaktere von edler, milder Weib-lichkeit weit mehr, als Darstellungen, in denen , !die Gluth einer wilden, Schmerz- od. Rachege- ! ^sühlen entsprungenen Leidenschaft aufflaimnt. Ihre ^lieblichen Mittel lassen sie das Höchste als Kälh-chen, Ophelia u. Desdcmvna erreiche», währendsie zu einer Krimhild od. Pompadour sich weni-ger eignet. Wahrhaft ist E s Adelheid (Götz),Eboli, Cleopatra, Maria Stuart; nicht minderihre Wiedergabe von repräsentativen Figuren u.feinen Salondamen. Kürschner.

Erhcbungskrater.die geneigte vomEruptiouS-centrum allseitig abfallende Schichtenlage der umeinen Vulkan befindlichen Tuffe, welche Lurch derenNiederfall um den Krater zu erklären ist. kchm".

Erhitzung, Zustand ungewöhnlich erhöhterKörperwärme, sei es durch äußere Einflüsse °d.durch heftige Muskelbewegnng, oder als Kra»!-heitssymptom bei Fieber. Vgl. d. Art. Gesund-heitspflege u. Fieber.