Erhabene Arbeit — Erhängen. 477
i- ,,jE Kritik der Urteilskraft philosophisch erörtertu durch Schiller in seiner Abhandlung, Anmnth1 / Wurde, naher bestimmt wurde, bis Hegel den
-Mrecten philosophischen Begriff dafür feststellte,"von dem jedoch Bischer in seiner Ästhetik, indemS -,r das Erhabene in Gegensatz zum Komischent 'buchte, wieder abwich. Die allgemeine Deductiondes Erhabenen ist folgende: das Schöne, als ganzt ällaemeine Idee, die nur im Gegensatz znm Häß-' Ali-Heu steht, also auf die sinnliche Anschauung' Me oqen wird, tritt zunächst in den Gegensatz desr Mrhabenen u. des Anmnthigen auseinander. Mit° Wem elfteren Begriff verbindet sich die VorstellungWes Großen, Imposanten, Würdevollen, das inseiner Steigerung bis znm Furchtbaren u. Schreck-^ lichen erhoben werden kann. Die Anschauung desl ^ Mrhabenen, wie die Unendlichkeit des Oceans, dieuMtternde Gewalt des Gewitterstnrmes, auch«ie Größe von Menschenwerken, wie der KölnerDom, die ägyptischen Pyramiden rc., wirken zu-nächst auf die Anschauung niederdruckend; diej ^ Empstndung des Erhabenen n. der Genuß seiner! s Schönheit tritt erst in dem Moment ein, da der! : Mensch sich von dem Gefühl des Niedergedriickt-! - ,tins, der physischen Furcht frei macht, und die! „ Größe der Erscheinung als reine Anschauung ini ^ sich aufzunehmen vermag. Nichtsdestoweniger ist! ( mit der ästhetischen Empfindung des Erhabenen^! i stets ein gewisses Gefühl eigener Kleinheit u. Un-, s bedeutendheit verbunden. Das Anmuthige dagegen' - (s. d.) tragt selber den Charakter des Kleinen(Niedlichen) u. zugleich des Beweglichen, während! -dem Erhabenen eine gewisse Starrheit beiwohnt.
! Schiller definirt daher das Anmuthige als diebewegte Schönheit, sie ist aber vielmehr dieSchönheit der Bewegung, d. h. der schöne Flußder Linien, der Rhythmus in der Veränderung- , der Formen. An dem Gegensatz zwischen demErhabenen u. Anmnthigen — u. dies bethätigtseine Richtigkeit — nehmen die Synonyme der-selben, welche aus dem Kreise des Schönen her-, -mstreten, indem sie sich mit dem Häßlichen ver-unreinigen, theil: das Erhabene wird so znmMmnpen, Massiven, Pedantischen (Niedrigen, Ge-st meinen), das Anmuthige zum Kleinlichen, Zier-lichen, Koketten (Widerlichen). Das Komische,lg welches Bischer in Gegensatz znm ErhabenenIS bringt, steht vielmehr zum Tragischen in Gegensatz,! Z das Tragische aber bildet nur eine besondere Artst »des Erhabenen. 2 ) (In der Plastik) Erhabene Ar-s beit, Hautrelief, im Gegensatz znm Basrelief(stäche Arbeit). Schasler.
Erhabene Arbeit, s. Relief.
Erhabener Winkel (Math.), Winkel, welcherj größer ist als ein flacher, also mehr als 180 ° hat.Erhaltung der Kraft. Das Prinzip derE. d. K., eines der Grundprinzipien der exaktenNaturwissenschaft, ist in seiner Allgemeinheit zuerstM2 von dem Arzte Mayer inHeilbronn ausgespro-chen u. 1847 Helmholtz vollständig begründet, ^ besagt, daß keine Kraft in der Welt
-, egchafsm oh. vernichtet werden kann, daß vielmehr! Me materiellen Erscheinungen auf einer Umsetzunginnerem Kraftvorrath (Spannkraft, Ar-„EE^M'rath, potentieller Energie^ in geleisteteArbeit (lebendige Kraft, actuelle Energie) und
umgekehrt beruhen. Die Summe der Quantitätder Spannkräfte u. der Quantität der lebendigenKräfte in der Welt ist eine absolut unveränderliche.
Erhaltung der Welt ist nach den altprote-stantischen Dogmatikern zusammen mit eonoursusu. Aubornatno, Znsammenwirkung (mit der mensch-lichen Freiheit) u. Regierung, die Bethätigung derProvidentia, der göttlichen Vorsehung. Die E.bezieht sich im Unterschiede von der Schöpfungans das Bestehen des Weltalls ebenso nach seineneinfachsten Grundbestandtheilen, wie nach demZusammenhang der Dinge unter sich. Daß dieE. auf einem beständigen intinsns, fortwährendemHineinwirken Gottes in die Welt, vermöge seinersubstantiellen Allgegenwart beruhe, das eben istin dieser Lehre von der E. die Hauptsache gegen-über der atheistischen Ansicht von der in ihr selbstbegründeten Absolutheit der Welt od. der panthei-stischen, die den Unterschied zwischen Schöpfungu. Erhaltung verflüchtigend, die letztere zu einercontinuirlichen Schöpfung macht. Löffler.
Erhängen (lat. LuopsniUnm), eine der amhäufigsten vorkommenden Arten des gewaltsamenTodes, meist von Selbstmördern angewandt, zurVollziehung der Todesstrafe aber nur noch inwenigen Ländern, z. B. England, üblich. DerTod tritt beim E. ein in Folge von Erstickung,indem durch den um den Hals gelegten Strick(Tuch rc.) die Athmungswege so zusammengeschnürtwerden, daß weder Ausathmen, noch Einathmenstattfinden kann, u. die Halsgefäße, bes. die Venenu. von ihnen wieder am meisten die oberflächlichen,so zusammengepreßt werden, daß der Blutumlanfin den Gefäßen des Kopfes, bes. des Gehirnes,unterbrochen n. dadurch (in Folge des Sauerstoff-mangels u. des Kohlensäureüberflusses) eine Lähm-ung des Athmnngscentrums herbeigcführt wird,u. außerdem durch den gleichzeitig auf den, in derScheide der großen Halsgesäße am Halse hinab-verlaufenden zehnten Gehirnnerven (VnAns) aus-geübten Druck die Herzthätigkeit zum Stillstand ge-brachtwird. Die Schlinge drückt nämlich meistens aufdas Zungenbein n. die Zungenwurzel, preßt letzterenach hinten fest an die Rachenwand u. verlegt dadurchden Eingang in den Kehlkopf. In Folge der Unter-brechung des Blntnmlauses in den Gehirngefäßenkommt es zu Ausschwitzungen von seröser Flüssigkeitim Gehirn u. verlängerten Mark, ja selbst zu Blut-anstritt in diese Theile aus den durch den gehin-derten Blntabfluß stark gefüllten u. endlich platzendenGefäßen. Das Gesicht der Erhenkten ist in Folgedes gehemmten Blntabflusses gedunsen u. blau-rot!) gefärbt, die stark glänzenden Augen, derenHornhaut nicht getrübt ist (das sog. gebrocheneLodtenange tritt bei Erhenkten erst längere Zeitnach dem Tode ein), quellen aus ihren Höhlenhervor, die Pupillen sind verengt, die Zungehängt znm Halse heraus od. ist fest zwischen dieaufeinandergebissenen Zähne eingeklemmt, zuweilenauch zerbissen u. mit Blut bedeckt. Bei Männernstellt sich außerdem zuweilen ein unwillkürlicherSamenerguß ein. Am übrigen Körper finden sichdieselben Symptome wie nach der Erstickung^ dasBlut ist dunkelschwarzroth u. dünnflüssig od. nurunvollständig geronnen, Gehirn, Lungen u. rechtesHerz sind strotzend mit diesem Blute gefüllt, wäh-