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Ergane —
u. erst 1664 wurde E. mit Hilfe von französischenTruppen durch Capitulation von Mainz genommen,u. Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen u.das Ernestinische Hans traten 1664 das Hoheits-u. Schntzrecht an Mainz ab, welches vollkommeneReligionsfreiheit znsagtc. Im SiebenjährigenKriege wurde es durch den preußischen Generalvon Knoblauch 1759 eingenommen. Durch denReichsdeputationshauptschluß vom 25. Febr. 1803kam E. nebst dem E-er Gebiet (mit der StadtE. 2 Städte, 3 Flecken, 72 Dörfer u. 46,000 E.)in Besitz von Preußen. 1806 capitnlirte E. gleichnach der Schlacht bei Jena, den 16. Oct., kamunter französische Administration n. wurde ^ durchden Tilsiter Frieden von Preußen an Napoleonüberlassen, der es unter franz. Administration stellte.Vom 27. Sept. bis 14. Oct. 1808 hielt Napoleonhier den Erfurter Congreß, bei dem der KaiserAlexander, die Könige von Bayern, Westfalen,Württemberg, Sachsen n. a. Fürsten (das Parterrevon Königen) zugegen waren. E. litt 1813 eineharte Belagerung, wurde im Novbr. von denPreußen mit österreichischem Geschütz beschossen n.dabei über 100 Häuser zerstört. Am 20. Dec. capi-tnlirte die Stadt, die Franzosen zogen sich in dieWadellen, welche erst im Mai 1814 übergeben wur-den. Am 26. Jan. 1815 trat Preußen von dem E-erGebiete die Ämter Vippach, Atzmannsdorf undTonndorf nebst 4 Dörfern an Weimar ab. E.wurde 1815 Sitz einer Regierung. Infolge derRenitenz der Landwehr 24. Novbr. 1848 wurdeüber E. der Belagerungszustand verhängt, welcher4. Aug. 1849 aufgehoben wurde. Im I. 1850im März u. April tagte hier das Unionsparlament(Erfurter Parlament) in der Angustinerkirche. SeitMitte 1873 hat E. anfgehört, eine Festung zusein, und die Wälle werden seitdem abgetragen.Die Erlanbniß, eine Universität anlegen zu dürfen,wurde der Stadt E. durch Papst Clemens VII.1378 ertheilt, doch hielt es der Rath für nöthig,1389 vom Papst Urban VI. eine neue Erlanbnißeinzuholen. Benedict IX. ließ sie 1392 feierlichsteinweihen. Sie war die vierte der deutschen Uni-versitäten u. anfangs sehr besucht. 1472 wurdeein Theil ihrer Gebäude durch einen Mönch Burk-hard abgebrannt u. 1510 artete eine Schlägereider Studenten mit der Besatzung in ein völligesGefecht aus, die Soldaten u. das Volk pflanztenKanonen vor dem Collegium, wohin sich die Stu-denten zurückzogen, ans, stürmten es n. zerstörten esgänzlich. Seitdem ist die Universität nie wiederzu ihrer Blüthe gekommen; sie hob sich zwar inder Mitte des 18. Jahrh. etwas, aber durch Ab-berufung ihrer besten Lehrer u. durch den Kriegsank sie sehr; 1816 wurde sie aufgehoben u. ihrVermögen zu anderen UnterrichtSanstalren ge-schlagen. Vgl. Kampschulte, Die Universität E.,Trier 1858 — 60, 2 BLe.; Cassel, Geschichte derAkademie, in der Denkschrift der königlichen Aka-demie der Wissenschaften, ebd. 1854; v. Tettau,E. in seiner Vergangenheit und Gegenwart, Erf.1868; Lambert, Die alte Gesch. u. Verfassung vonE., Halle 1868.
(Geogr.) H. Berns. <Gesch.) Heime-Am Rhyn.'
Ergane, Beiname der Pallas Athene, alsGöttin aller Künste u. Gewerbe.
- Erhaben.
Ergänzungsfarven, s. v. w. ComplenmGfärben.
ürga sclwöam (lat.), gegen Erlaubnis(verbotene Bücher einsühren).
Ergasternnn (v. Gr.), Wcrkstätte, dann K.beits- od. Zuchthaus; auch s. v. w. Kloster, »geine Werkstätte geistlicher Übungen u. körpcrliü'!Arbeiten.
ürgastulum (lat., d. i. Arbeitshaus), 1) (».Am.), früher das Gefäugniß in Rom, in welchi-die insolventen Schuldner gesperrt wurden; spMdas Gefäugniß auf den Villen, worin die MStrafe der Fußfesseluug verurthcilten Sclareesaßen; 2) (Pharm.), der Arbeitsort im pharm».ceutischen Ofen.
Ergebung, eine der sogenannten passiven Ta-genden, welche das ganze Gebiet der wollend!»Bejahung menschlicher Abhängigkeit von der NMund den allgemeinen geschichtlichen Verhältnisst» §umfassen. Die E. bezieht sich besonders aus des..Leiden, während z. B. die Resignation die »itzerfüllten Wünsche betrifft. Während im Buddh!--!mus in der E. nahezu das gesammte religiös!Verhalten der Menschen enthalten ist, erkennt desChristenthnm in ihr nur die eine, negative Smder Bcthätigung menschlicher Freiheit, deren »n-dere positive alles in sich begreift, was Kampf,Arbeit ist. Von der fatalistischen E. des Moham-medanismus unterscheidet sich die christliche so, dezsie eine freie, freudige Übernahme des Leidensals im weisen, guten, gnädigen Willen Gottesbegründet sein soll. Mer.
Ergeri, Stadt, s. v. w. Argyrokastro.
Erstinch, Nebenfluß der Maritza im türk. BilajetEdreneh, im Alterthum Argines, mündet M.von Adrianopel; an seinen Ufern 1371 Sieg derTürken über die Serben.
Ergrnos, 1) Sohn Poseidons, Argonaut, Ml .erst Gchülfe des Steuermanns Tiphys, dann dessenNachfolger; n. Ein. derselbe wie 2) Sohn desKlymcnos, Königs der Minyer zu OrchonmioSin Böotien; bekriegte die Thebaner u. legte den- .selben einen Tribut von jährlich 100 Rindern ;aus. Herakles tödtete ihn. Seine Söhne warendie Seher Agamedes u. Trophonios.
llrgo (lat.), folglich, daher, also; davon abge-leitet ist Ergotiren (v. Fr., d. i. immer ergosagen), streiten, disputircn, bes. über Kleinigkeiten;daher Ergoterie (Ergotismns), Rechthaberei».Ergoteur (Ergotisl), Rechthaber.
Ergolz, etwa 20 üm langer Nebenfl. des Rhei-nes, kommt vom Schweizer Jura, bildet bei Liestal seinen 315 m hohen Fall u. mündet bei Angst.
Ergot, s. v. io. Mutterkorn. Daher Ergotin,Bestandtheil des Mutterkorns (Lsoalo cornutnmju. wahrscheinlich der narkotisch wirksame. Es Vein braunrothcs, in Äther unlösliches, i» Masterschwer n. in Alkohol leichter lösliches Pulver vonbitterem Geschmack; verdünnte Säuren lösen c- -ans, Alkalien fällen es ans dieser Lösung. Es wnrce ,1831 von Wiggers entdeckt, der ihm giftige tW"'schasten zuschreibt.
ürgotmum, Mutterkornextract.
Evstotircn, s. u. Istrxo.
Erhaben, 1) (Ästhet.), eine besondere MM
des Schöuheitsbegrisfs, die zuerst durch Kam